“D`Höllentaler” feierten das 110-jährige Jubiläum

„Heimat ist unser Gwand und unser Brauchtum”

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Drei fesche Trachtler-Kinder fuhren auf dem Festwagen „110 Jahre” mit.

Grainau – Mit einem Festabend, Feldgottesdienst, einem großen Festzug durchs Dorf und einem Unterhaltungsnachmittag im Musikpavillon feierten die “D‘Höllentaler” ihr 110-jähriges Bestehen. Und gut 2000 Trachtler und Zuschauer feierten mit dem Volkstrachtenverein mit. In großen Lettern verkündeten bei Einbruch der Dunkelheit Bergfeuer unter den Waxensteinen das Jubiläum.

Vorstand Anton Fritz war sichtlich erleichtert. Denn die Anspannung in den letzten Stunden vor der Jubiläumsfeier war groß. Die Wetterprognosen verhießen für den Festtag nicht nur Sonnenschein, sondern auch Regentropfen. Aber kurz nach 15 Uhr am Sonntag war es geschafft. Der Festzug erreichte mit Sonnenstrahlen den Musikpavillon und auch bei der herrlichen Feldmesse „am Gschwendt” blitzte im Laufe des Gottesdienstes nach anfänglichem Zittern bereits die Sonne durch. Und dass es am späteren Nachmittag dann schauerte, konnte keinen der Verantwortlichen mehr betrüben. „Es war ein schönes Fest und alles hat bestens geklappt”, freute sich Fritz. 

Für ihn war es in seiner bisherigen dreieinhalbjährigen Amtszeit eine Herausforderung, die Jubiläumsfeier durchzuführen. Und diesmal sogar in etwas größeren Rahmen als “Werdenfelser Trachtenfest”. So waren neben den Gastgebern, den Ortsvereinen, dem Garmischer Patenverein, den Partenkirchnern und Farchantern auch die Isartaler Trachtler mit Krün, Mittenwald und Wallgau an Bord, die der Einladung der Grainauer folgten.

„Heimat ist unser Gwand und unser Brauchtum”

Los ging‘s bereits am Samstagabend mit einer Serenade am Kriegerdenkmal. Hier gedachte der Verein allen seiner Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen. Unter den Klängen des „Guten Kameraden” legte der Vorstand den Kranz nieder. Beim anschließenden Festabend im Grainauer Kurhaus präsentierte sich nicht nur die Jugendgruppe, sondern auch die aktiven Schuhplattler des Vereins mit Einlagen. Schirmherr und 1. Bürgermeister Stephan Märkl würdigte in seinem Grußwort die Tätigkeit des Vereins für das Dorf. „Heimat ist unser Gwand und unser Brauchtum”, sagte Märkl. 

“D`Höllentaler” feierten mit ihren Gästen das 110-jährige Jubiläum

Der Festvortrag des Schriftführers befasste sich mit den Höhepunkten in der Vereinsgeschichte. Dazu gehörten die Anschaffung von zwei Fahnen, der Vereinsheimbau, zwei Kreuzaufstellungen auf dem Großen Waxenstein und die Durchführung von jeweils zwei Gaufesten und Gaujugendtagen. „Und durch umsichtig handelnde Vorstände gelang es somit immer, der Institution Volkstrachtenverein Schwung zu verleihen und ihren Stellenwert in der Dorfgemeinschaft zu sichern”, berichtet die Chronik. Auch Gau-Chef Josef Mayr dankte dem Verein für seine vielseitige Arbeit zur Hebung von Tracht und Brauchtum. Und ein Jubiläum eignet sich auch vortrefflich für Ehrungen verdienter Mitglieder. Und davon haben die „D‘Höllentaler” genug. Zahlreiche „D‘Höllentaler” erhielten bei diesem Anlass die Treue-Nadeln für ihre langjährige Mitgliedschaft, beziehungsweise für ihr besonderes Engagement die Ehrennadeln des Vereins in Silber und Gold. Für ihre jahrelangen Verdienste um den Verein, etwa im Vorstandsamte oder als Fähnrich, wurden Stephan Märkl, Benno Glatz und Walter Klotz mit kunstvoll gestalteten Urkunden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Buntes Bild am Festnachmittag

Mit dem Weckruf begann der Festsonntag, ehe die Glocken zum Feldgottesdienst am „Gschwendt” riefen. Vermischt mit dem Schellenklang der Weidetiere brachte die Musikkapelle die deutsche Messe von Sepp Schwindhackl zur Aufführung. Pfarrer Josef Konitzer erinnerte an jene Zeiten, als das Verhältnis Kirche und Trachtler noch belastet war. So gab es etwa 1914 Probleme, als die erste Vereinsfahne gesegnet werden sollte. Aber zumindest hat der Generalvikar damals entschieden, dass im Zuge der Feldmesse eine feierliche Fahnenenthüllung stattfinden kann. Im Anschluss segnete Konitzer jene neue Christusfigur, vom Grainauer Holzschnitzer Martin Ostler kunstvoll gefertigt, die künftig bei Feldmessen Verwendung findet. 

Der Festnachmittag gab dann ein buntes Bild ab. Herrlich vorbereitete Festwagen, viele Trommlerzüge und Musikkapellen, sowie Trachtler die gute Laune versprühten und zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke anlockten. Auch viele Ehrengäste aus der Politik und den Reihen des Gauausschusses der Oberländer Trachtenvereinigung feierten mit. Es war ein wunderschöner Festtag, der noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Mit den Ehrentänzen der geladenen Vereine und der Partenkirchner Rodler-Musi, die fleißig später zum allgemeinen Tanz aufspielte, ging ein erfolgreiches Festwochenende für Grainau zu Ende.

Von Klaus Munz

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