"Die Euphorie ist verflogen" – Bad Kohlgruber Umgehungsstraße muss mindestens bis 2025 warten

Eine ganze Reihe guter Informationen hatte Bürgermeister Gerald Tretter für seine Bad Kohlgruber bei der diesjährigen Bürgerversammlung, und freilich auch einen bitteren Wermutstropfen. Die beste Nachricht ist, dass die Wassergebühren im Zuge der Kanal-, Kläranlagen- und Wasserleitungssanierung wohl nicht teurer werden: „Zwar ist noch nicht alles durchkalkuliert, aber die Tendenz geht dahin, von den Bürgern nicht mehr zu verlangen.“ Enttäuscht ist Tretter, weil es mit der Umgehungsstraße bis mindestens 2025 nichts wird.

In seinem Rückblick auf das abgelaufene Jahr ging Tretter zuerst auf die Situation an der Volksschule ein, die jetzt Grund- und Hauptschule heißt. Zwar sinken die Schülerzahlen seit 2008 kontinuierlich, aber: „Die energetische Sanierung im Zuge des bundesweiten Konjunkturpaketes konnte fristgerecht abgeschlossen werden.“ 16 Buben und Mädchen nutzen mittlerweile die verlängerte Mittagsbetreuung. Das Mittagessen dafür kommt von der Caritas. Ebenfalls von der Caritas wird der kirchliche Kindergarten betreut. Dort stehen drei Gruppen zur Verfügung. Tretter: „Jetzt können auch Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden.“ Für eine Nachmittagsgruppe besteht Bedarf, die Planungen laufen. Für die Sanierung der Kläranlage, des Abwasserkanals und der Wasserleitungen wurden bereits 1,8 Mio. Euro ausgegeben. Die Arbeiten gehen bis 2017 weiter und kosten noch einmal 2,3 Mio. Euro. Die Sanierung lohne sich, betont Tretter: „Das Landratsamt hat uns eine Kläranlage bescheinigt, die gut in Schuss ist. Die Betriebserlaubnis wurde um weitere zehn Jahre verlängert.“ Enttäuschend ist für den Bürgermeister das Thema Umgehungsstraße: „Mit der Klassifizierung in die zweite Dringlichkeitsstufe ist die Euphorie verflogen. Das heißt, bis mindestens 2025 wird unsere Ortsumfahrung nicht angepackt.“ Dabei wäre der Bau für die Lebensqualität im Dorf so notwendig – auch für den Erhalt des guten Namens von Bad Kohlgrub als Kurort. „Durch die Abgase und den Lärm der durchfahrenden Fahrzeuge besteht die Gefahr, das Prädikat ‚Bad‘ zu verlieren“, befürchtet Tretter. Die Staatsstraße von der Autobahn nach München her kommend zur Bundesstraße weiter in Richtung Augsburg zerschneidet Bad Kohlgrub in zwei Hälften. 8000 Fahrzeuge zwängen sich in 24 Stunden durch die enge Hauptstraße. Das Hauptproblem ist der Schwerlastverkehr. Zwar hätte Bad Kohlgrub die Möglichkeit, die Umgehungsstraße in Eigenregie zu bauen, dafür würde es sogar 60 Prozent an staatlichen Zuschüssen geben. Tretter aber winkt ab: „Die Straße kostet etwa 20 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse blieben für uns noch vier Millionen Euro zu stemmen. Das können wir im Haushaltsplan nicht darstellen.“

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