"Die Welt geht deshalb nicht gleich unter" – Magdalena Neuner im Interview mit Titus Fischer nach dem verpatzten Einzelrennen

Schon nach dem ersten Schießen war das Einzelrennen für Magdalena Neuner leider gelaufen. Foto: Titus Fischer

Sie hatte sich so viel vorgenommen, doch beim Einzelrennen über 15 Kilometer, der einzigen Disziplin in der Magdalena Neuner noch nie eine Medaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen geholt hatte, klappte es erstmals nicht mit Edelmetall. Mit sechs Schießfehlern landete die Wallgauerin auf Rang 23, es war die schlechteste Platzierung im gesamten Winter. Nach dem Rennen versuchte sie das Rennen im Gespräch mit Titus Fischer zu analysieren.

Was war der Grund, warum es nicht wie gewünscht lief? Madgalena Neuner: Es war einfach nicht das Rennen wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe mich sehr gut auf den Wettkampf vorbereitet und es ist klar, dass ich nun enttäuscht bin. Schon beim ersten Liegendschießen war eigentlich alles vorbei . . . Neuner: Wir hatten heute alle in der Mannschaft Probleme im ersten Liegendschießen. Wir haben bei Wind angeschossen, wobei wenig Wind war. Als ich zum erstenmal ins Stadion reingelaufen bin, haben die Windfahnen wie zuvor beim Anschießen leicht geweht, aber anschein- end war es dann beim Schießen nicht mehr so gewesen. Welche Gedanken hat man zu diesem Zeitpunkt? Neuner: Wenn man mit zwei Fehlern ins Rennen geht, dann ist das schon frustrierend. Das zieht sich dann durch das ganze Rennen durch, weil man weiß, dass man da schon das ganze Rennen verloren hat. Das letzte Schießen ist bei mir dann auch vollkommen daneben gegangen. Da kann ich einen kompletten Haken drunter machen. Da war ich da schon dermaßen demotiviert, aber von daher heißt es, das Rennen schnell abhaken. Die Welt geht deshalb auch nicht unter. Ich schaue auch nicht so aus, als ob ich von einer Brücke springen würde. Das ist schon alles in Ordnung, das ist eben Biathlon. Ist die Enttäuschung jetzt sehr groß? Neuner: Ich muss schon sagen, dass ich enttäuscht bin. Aber ich kann mir zumindest nicht vorwerfen, dass ich nicht alles getan hätte. Ich habe alles gemacht, damit es funktioniert, aber das hat es halt einfach nicht. Am Schießstand, als Darya Domratschweva mit der Startnummer vier gleich zu Beginn vier Fehler schoss, waren gleich alle Trainer der verschiedenen Nationen hektisch . . . Neuner: Die Trainer haben heute schon ein bisschen einen nervösen Eindruck gemacht und ich glaube, das überträgt sich dann auch auf die Sportler. Aber man kann keinem einen Vorwurf machen. Auch für die Trainer ist es nicht einfach, hier die Ruhe zu bewahren. Sei müssen da stehen und hoffen, dass die Sportler alles gut machen. Sie haben es nicht in der Hand. Man hat schon eine gewisse Nervosität gemerkt. Sie haben noch öfters als sonst gesagt: Schau auf die Windfahnen, mach dies, mach jenes. Gibt es auch etwas, was Sie aus dem Rennen Positives mitnehmen können? Neuner: Was ich von mir positives sagen kann, ist dass ich eine gute Laufleistung gezeigt habe. Ich war wirklich extrem gut auf der Strecke unterwegs. Das nächste Rennen ist jetzt am Samstag das spannende Staffelrennen. Neuner: Da haben wir wieder einiges gut zumachen, auch unseren Trainern gegenüber. Wir müssen dies alles noch gründlich analysieren, insbesondere weil wir alle liegend so viele Fehler gemacht haben.

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