Die Welt staunte über die Mittenwalder Kletterer Matthias Öckler und Otto Lorenz

Direkte Nordwand der Viererspitze vor 60 Jahren erstbegangen

Matthias Öckler in seinen wilden Kletterjahren.
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Matthias Öckler in seinen wilden Klettererjahren.

Am 7. und 8. Juni 1959, vor genau 60 Jahren, gelang die Erstbegehung der „direkten Nordwand“ der Viererspitze im Karwendel. Die in Gipfelfalllinie verlaufende Route durch diese überhängende, glatte Wand galt zu jener Zeit als eine der schwierigsten, noch ungelösten Probleme in den Alpen. Zahlreiche namhafte Kletterer hatten sich zuvor schon erfolglos an der Durchsteigung versucht. Entsprechend große Wellen schlug die Meldung.

Eine Woche später verdrängte die Nachricht sogar den Besuch von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard in München an den Rand der Titelseite: „Dramatischer Kampf an der Viererspitz-Nordwand“, lautete die Schlagzeile der Abendzeitung. Doch waren es nicht bekannte Vertreter der Bergsteiger-Elite, die die bis dato als unkletterbar geltende „Weiße Platte“ – die Schlüsselstelle der Route – überwunden hatten. Es waren zwei bescheidene, junge Burschen aus Mittenwald: Matthias Öckler (17) und Otto Lorenz (19). Ihre Mittel waren sehr begrenzt: die Haken selbst geschmiedet und das übrige Material zum Großteil von der Bergwacht-Dienststelle ausgeborgt. Doch umso gewissenhafter war die Vorbereitung: zwei Wochen zuvor hatten sie den unteren Wandteil bereits erkundet.

 „Vorbereitung ist alles – im Leben, wie am Berg“, erklärt Matthias Öckler, 60 Jahre später, bei Kaffee und Kuchen auf seiner Terrasse in Mittenwald. Ehefrau und Tochter genießen die wunderschöne Aussicht mit ihm. Jeden Morgen, wenn er aufwacht, fällt der erste Blick von seinem Bett aus auf die markante Viererspitze. Die gesamte nördliche Karwendelkette ist gespickt mit seinen Erstbegehungen, teilweise hat er diese im Alleingang bewältigt. Auch in der Ferne warteten anspruchsvolle Ziele: die Durchsteigung aller großen Nordwände der Alpen, u.a. Eiger, Große Zinne und Gran Capucin, hat er verwirklicht – Träume eines jeden ambitionierten Alpinisten. Am Höhepunkt seiner bergsteigerischen Karriere beschloss er jedoch, seine Bergführertätigkeit zu beenden und einen eigenen Fließenleger-Betrieb zu gründen. Damit stellte er sich einer mindestens ebenso großen Herausforderung: dem Lebensalltag und der Verantwortung gegenüber seiner Familie. Lesen Sie mehr auf unserer Seite 3 der aktuellen Wochenendausgabe, auch als ePaper erhältlich.   moc 

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