Zur WM mit Selbstvertrauen und Optimismus

Für Thomas Dreßen zählt jede Trainingsfahrt

Skifahrer Dressen
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Thomas Dreßen kann bei der Ski-WM in Cortina d‘Ampezzo starten.

GAP - Am Start war er schon, auf der Kandahar am Freitag, aber in die Wertung ging er als Vorläufer nicht ein. Nach seinem „Testlauf“ ist der Mittenwalder Thomas Dreßen nun froh, dass er bei der Alpinen Ski-WM in Cortina d‘Ampezzo starten kann.

Thomas Dreßen ließ nach seiner Kandaharfahrt Im Ziel vor Freude die Skistöcke in der Luft kreisen, lachte breit auf und holte sich im Zielraum von Garmisch-Partenkirchen reihenweise Schulterklopfer ab. „Ich bin extrem zufrieden von der Steigerung her, nicht nur von der Zeit, sondern auch vom Fahrerischen her“, sagte der Abfahrer. Nachdem er am Donnerstag das Training mitgenommen hatte (Rang 41), war er einen Tag später als Vorläufer auf der Kandahar unterwegs, um zu testen, wie es ihm geht.

Der Kitzbühel-Sieger von 2018 hatte keine Schmerzen mehr und wäre auch für den Weltcup in Garmisch-Partenkirchen bereit gewesen, doch er verzichtete aus taktischen Gründen. „Es geht einfach darum: Wenn ich in dieser Saison noch mehr als ein Rennen fahre, verliere ich den Verletzten-Status.“ Das heißt: Er würde hinterherfahren und in der nächsten Saison höhere Startnummern bekommen. „Mit 27 Jahren bin ich für einen Abfahrer noch nicht so alt, deshalb haben wir mit den Trainern auch nach der OP beschlossen, den Fokus auf die Zukunft zu legen und nicht wegen kurzfristigen Aktionen das aufs Spiel zu setzen“, so Dreßen weiter.

Deshalb nutzte er die Abfahrt zum Training und konzentriert sich so auf die WM in Cortina d‘Ampezzo. Auf die Rennen in Italien freut er sich. „Cortina wird komplettes Neuland für mich. Auch wenn ich dort schon einmal gewesen wäre: Die Abfahrtsstrecken sind komplett neu, die kennt noch keiner, nur die Italiener sind dort schon Meisterschaften gefahren. Für mich bedeutet das, ich muss die Sache konzentriert angehen. Ich werde natürlich nicht vom ersten Training an schon Vollgas geben, sondern mir die Strecken vor Ort erst einmal anschauen. Ich hoffe, dass ich mich dann mit dem nötigen Selbstvertrauen mit jedem Trainingslauf verbessern kann.“

Die Abfahrt findet am kommenden Sonntag um 11 Uhr statt. „In Garmisch habe ich gemerkt, dass ich wieder fit bin, dass die Hüfte gut mitspielt. Körperlich fehlt mir nichts. Natürlich hat es an der ein oder anderen Stelle, wo ich letztes Jahr schon Probleme gehabt habe, Spuren hinterlassen, an den Knien zum Beispiel. Das gilt es jetzt, in den Griff zu bekommen. Man spürt, dass das Skifahren, insbesondere die Weltcup-Abfahrten, noch einmal eine andere Belastung sind, als das Konditionstraining“, betont er.

„Jetzt geht es darum, dass ich mich mit den Trainern zusammenhocke und rausarbeite, was noch verbessert werden muss und wo ich schon auf einem guten Weg bin. Dann gilt es, das im Training einfach nach und nach umzusetzen. Es geht nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern nur Schritt für Schritt und dann werden wir sehen, wie es ausgeht.“ Der Mittenwalder ist optimistisch: „Wer sagt, dass ich in Cortina nicht in Form sein kann? So viel Selbstvertrauen habe ich.“ Seine wichtigste Hoffnung für Italien ist das Wetter und ausreichend Trainingsläufe. Denn Dreßen braucht auf dem Weg zurück jede Übungseinheit, die möglich ist. Und eine Abfahrt, die keiner der Läufer kennt, ist vielleicht ein wichtiger Vorteil für den Mittenwalder. tf

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