Edmund Stoiber: "Ein Geschenk der Geschichte"

Zwei Empfänge richten die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und das renommierte Marshall Center gemeinsam aus: Den Neujahrsempfang und den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit. Und so konnte Bürgermeister Thomas Schmid am Montagabend wieder zahlreiche Gäste begrüßen; neben hochrangigen Militärs waren Vertreter des konsularischen Korps, aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Einladung gefolgt.

Der deutsche stellvertretende Direktor des Marshall Centers, Generalmajor a.D. Justus Gräbner, hob die Rolle der amerikanischen Freunde hervor, „die während des jahrzehntelangen Ost-West-Konflikts zuverlässig an unserer Seite standen und bei der Überwindung der Teilung unseres Landes eine entscheidende Rolle gespielt haben.“ Mit großem Applaus wurde dann Edmund Stoiber, der Festredner des Abends begrüßt. Als langgedienter Spitzenpolitiker und Ministerpräsident a.D. konnte er seine ganz eigene Sichtweise auf die Ereignisse der deutschen Wiedervereinigung darlegen. In engagierter und mitreißender Rede hob er den Opfermut der Bürgerrechtsbewegung in der DDR hervor, wertete den geschichtlichen Weitblick der damals verantwortlichen Staatsmänner wie Helmut Kohl und Michail Gorbatschow und nannte den Mauerfall „das größte Geschenk für unser Vaterland“. Am Tag, als die Mauer fiel war Stoiber auf Besuch in Ungarn und erfuhr dort von diesem „unglaublichen Ereignis“. Nur einen Tag später hat er im thüringischen Sonnenberg vor tausenden begeisterten Menschen gesprochen – „ein bewegender Moment für alle.“ Dem Zusammengehörigkeits- gefühl, das 1989 wohl jeden erfasste, folgte die Erkenntnis der unterschiedlichen Entwicklung von vierzig Jahren Teilung. Die Erwartungen waren hoch, so Stoiber, und tief manche Enttäuschungen. Dennoch: Für die ganz große Mehrheit falle die Bilanz nach zwanzig Jahren positiv aus „und wer den Vergleich zu 1989 zieht, der erkennt wie viel erreicht wurde.“ Stürmischer Beifall zeigte, dass Stoiber mit seiner Einschätzung vielen aus dem Herzen sprach.

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