"Ein guter Tag für die Umwelt" – Umweltminister Söder unterzeichnet Abkommen mit US-Army in Garmisch-Partenkirchen

V.li.: Dr. Markus Söder, Diane M. Devens und Dr. Jürgen Gehb unterzeichnen gemeinsam das Abkommen, das die Richtlinien von Natura 2000 umsetzen soll. Foto: Wäspi

Wenn über ein Gelände Panzer wälzen, erschließt sich einem nicht unbedingt gleich, wie auf solchen Übungsplätzen Umweltschutz betrieben wird. Genau diesem Aspekt aber soll auf bayerischen Truppenübungsplätzen nun noch mehr Rechnung getragen werden. Dieses Ziel verfolgt ein Abkommen zum „Schutz von Natur und Landschaft auf militärisch genutzten Liegenschaften im Freistaat Bayern“ zwischen dem Bayerischen Umweltministerium, der US-Armee und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), das kürzlich in Garmisch-Partenkirchen unterzeichnet wurde.

Da sich in der Marktgemeinde einer der sieben Stützpunkte der US-Streitkräfte in Bayern befindet, bot sich im Hotel Edelweiß Lodge im Schatten der Alpen die ideale Kulisse für diesen Akt. Dass dem Umweltministerium an der Umsetzung der sogenannten Natura 2000-Richtlinien sehr gelegen ist, zeigt, dass Dr. Markus Söder, der bayerische Umweltminister, höchst selbst kam, um mit Dr. Jürgen Gehb, Vorstandssprecher der BImA, und Diane M. Devens, Vertreterin der U.S.-Streitkräfte, das Abkommen zu unterzeichnen. So sah man auch nur zufriedene Gesichter, denn angesichts enormer rechtlicher Hürden, die es laut Söder im deutschen und amerikanischen Behördenapparat trotz der engen Zusammenarbeit zu überwinden galt, seien das schon „Höchstleistungen“, die vollbracht wurden. Daher war es für Söder „ein guter Tag für die Umwelt“, für Devens sogar noch mehr, nämlich ein „historisches Abkommen“. Mit einem Augenzwinkern führte Gehb aus, wie ausgerechnet beim Militär Umweltschutz betrieben werden kann, wo die Kombination dieser beiden Dinge doch eher anmute, „als ob man Graf Dracula zum Präsidenten einer Blutbank“ mache. „Doch gerade auf solchen Geländen finden viele Tier- und Pflanzenarten ungestörte Lebensräume.“ Artenschutz könne hier erfolgreich verfolgt werden, indem Soldaten zum Beispiel geschult werden für umsichtige Übungseinsätze. Dazu trage der Verzicht auf Pestizide ebenso zum Umweltschutz bei wie die Absperrung der Gebiete und die Erhaltung der natürlichen Boden- und Wassersituationen. So finden laut Manfred Rieck, Leiter der US-Umweltabteilung, 733 Tier- und Pflanzenarten, davon 110 auf der roten Liste, ein ungestörtes Zuhause. Managementpläne und Arbeitskreise sollen für die Umsetzung sorgen, für die nun auch die Kostenübernahme genau geklärt ist.

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