Seillift zwischen Kreuzeck und Längenfelder wird untertunnelt und durch Förderband ersetzt

Ein Skitunnel wird in Garmisch-Partenkirchen gebaut

Lageplan
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Rechts oben sieht man den Ausstieg Hexenkessel-Lift. Grün markiert die neue Zufahrt zum Förderband, von der Hochalm kommend. Der pinkfarbene Abschnitt zeigt den Tunnel plus Galerie mit Förderband in Richtung Hexenkessel-Hang.

GAP – Die letzte Saison war komplett ausgefallen – nun bereitet sich die Bayerische Zugspitzbahn auf den nächsten Winter vor. Für rund 1,5 Millionen Euro inklusive Eigenleistung – diese Zahl nennt BZB-Vorstand Matthias Stauch – soll im Gebiet Garmisch-Classic der alte Seillift zwischen Längenfelder und Kreuzeck ersetzt und dafür ein Skitunnel gebaut werden. Trotz Corona-Verlusten von etwa 25 Millionen Euro, soll der Tunnelbau demnächst begonnen werden. Die Maßnahme soll für mehr Sicherheit sorgen.

Die Idee eines Skitunnels ist nicht neu. Seit Jahren plant die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG, die Engstelle im Skigebiet Garmisch-Classic am Skiweg Richtung Längenfelder beziehungsweise Kreuzeck zu entschärfen. Das geplante Projekt umfasst eine neue, zum Teil untertunnelte Skiweg-Trasse, eine Galerie, einen verbreiterten Skiweg und einen neuen Zubringerlift.

Der neue Skiweg soll den bestehenden um zwei Meter verbreitern. Ein Förderband, das zum Teil im Tunnel verläuft, wird den aktuellen Seillift ersetzen. Die Trasse wird zudem leicht verändert, um die ungünstige Kreuzungssituation (Kreuz­eckhaus in Richtung Längenfelder-Lift gegenüber Ausstieg Seillift) zu verbessern. Der Einstieg auf das Förderband soll sich am bestehenden Einstieg zum Seillift befinden. Die Arbeiten am neuen Skitunnel in Garmisch-Partenkirchen könnten bereits im Mai starten – vier Monate Bauzeit sind vorgesehen.

Der Technische Leiter Karl Dirnhofer erklärt, warum der alte Seillift ersetzt wird: „Die aktuell bestehende Baugenehmigung läuft aus, deshalb haben wir uns entschieden, doch noch in diesem Sommer 2021 zu bauen. Alle Angebote der Baufirmen liegen bereits vor.“ Neben dem Auslaufen der Baugenehmigung nennt er als weiteren Grund die notwendige Verlegung des Kanals (Abwasser) und der Wasserleitung von der Hochalm und der Alpspitzbahn-Bergstation in Richtung Kreuzeck Bergstation. Dirnhofer: „Zuständig hierfür sind die Gemeindewerke. Diese Baumaßnahme wird mit einem Förderprogramm bezuschusst, welches 2021 ausläuft. Durch die aktuelle Notwendigkeit, die Wasserleitungen zeitnah zu verlegen, nutzen wir nun die unumgängliche Baustelle und entschärfen in diesem Zuge die Gefahrenstelle der Kreuzungen. Dass künftig dieses Teilstück an der Geierwally viel komfortabler zu bewältigen ist, ist ein zusätzliches Zuckerl für unsere Ski-Gäste.“ Die Entscheidung zum Bau wurde in der letzten Aufsichtsrats-Sitzung gemeinschaftlich und in Absprache mit den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen getroffen. In den letzten Monaten hat die BZB insgesamt 12 verschiedene Varianten dafür vorgeschlagen. Das finale Bauvorhaben hat das komplexe Genehmigungsverfahren, z.B. durch den Naturschutzbeirat des Landratsamtes, bereits erfolgreich durchlaufen. „Wir sind froh, nun eine finale Lösung zu haben, die von allen Prüfinstanzen unterstützt wird“, zeigt sich der Technische Leiter Karl Dirnhofer erleichtert.

Baustart wird nach der Schneeschmelze und damit vermutlich im Mai sein. Die gesamte Maßnahme soll in ca. vier Monaten umgesetzt werden. Das heißt, in der kommenden Skisaison 2021/2022, soll der neue Tunnel bereits in Betrieb genommen werden. Während der Bauarbeiten ergeben sich für Wanderer rund ums Kreuzeckhaus ein paar Veränderungen, darauf macht Pressesprecherin Verena Altenhofen aufmerksam. Der Wanderweg wird temporär verlegt und führt teilweise über die Baustelle. Bei speziellen Arbeiten kann es kurzzeitig auch zu Sperrungen kommen. tra

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