Eine glasklare Sache – Beim 6:0-Sieg gibt der SC Riessersee die richtige Antwort auf Tölzer Sprüche

Heiß her ging es im Derby der Tölzer gegen Riessersee. Foto: Fischer

Vorbereitungsspiele sind oft ein zweischneidiges Schwert. Sie werden benötigt, um Spielpraxis zu sammeln, aber oft sind sie ohne Wert. Ganz anders ist es, wenn es zum Duell zwischen dem SC Riessersee und den Tölzer Löwen kommt. Da ist immer etwas los, egal ob es in der Liga ausgetragen wird oder in einem Testspiel. Schon im Vorfeld der Partie, die am letzten Samstag ausgetragen wurde, ging es rund.

Mit Sprüchen wie „Riessersee ist für uns kein Maßstab“, „Wir haben die klar bessere Mannschaft als sie“, „Nach Garmisch fahre ich nur, um nach Tölz zurückzufahren. Und um ein Baguette zu essen“ oder „Das einzig wahre Derby findet in Tölz statt. Wir sind brutal bereit und schauen, dass wir diese Schlacht gewinnen. Alles andere wäre eine unglaubliche Enttäuschung“ heizte Löwen-Trainer Floppo Funk die Stimmung in der Lokalpresse heftig an. Die Riesserseer ließen sich davon wenig beeindrucken. Sie gaben die Antwort auf dem Eis. Von der ersten Minute an waren sie die dominierende Mannschaft. Sie kombinierten gut und zeigten v.a. läuferisch, dass sie im zweiwöchigen Trainingslager gut gearbeitet hatten. Alle vier Reihen waren torgefährlich. Die Zuschauer hatten noch nicht einmal alle ihre Plätze eingenommen, da lagen die Werdenfelser schon in Front: Andrew Lord machte gleich mit dem ersten Angriff das 1:0. Die Tölzer kamen kaum zum Luft Holen. Nur drei Minuten später passte Michael Rimbeck auf Benjamin Barz: 2:0. Noch vor dem ersten Drittelende stellte Michael Devin mit einem fulminanten Schlagschuss auf 3:0. Der Verteidiger bejubelte seinen ersten Treffer im Trikot der Weiß-Blauen mit einem Juchzerer. Auch im zweiten Drittel waren die Gäste die überlegene Mannschaft. Erneut stellten Barz und Lord auf 5:0. Den Schlusspunkt setzte David Appel mit einer schönen Einzelleistung nach Pass von Florian Vollmer. Er verlud Deutschlands Nationaltorhüterin Viona Harrer zum 6:0-Endstand. Der Sieg war auch in dieser Höhe völlig verdient. „Herr Funk hat halt bis jetzt nur die Schüler-Bundesliga und zwei Jahre Oberliga trainiert, woher soll er denn die 2. Bundesliga kennen. Deshalb nehmen wir ihm die Einschätzung von Teams aus der 2. Liga nicht übel“, meinte SCR-Geschäftsführer Ralph Bader süffisant. „Ich verstehe auch den Frust von Herrn Funk, denn er hat jetzt in den letzten drei Jahren von zehn Treffen gegen uns neun Mal verloren, da versucht man schon mal außerhalb vom Eis zu punkten, denn auf dem Eis hat er ja wegen des Klassenunterschiedes nicht mehr Gelegenheiten. Ich hoffe, dass seine unglaubliche Enttäuschung nicht zu lange anhält.“ Lord, der schon vor einer Woche beim 3:2-Heimsieg im Derby getroffen hatte, blickt positiv auf die ersten zwei Wochen in Garmisch-Partenkirchen zurück: „Es ist hier wunderschön und es gefällt mir sehr gut. Ich freue mich schon sehr auf die neue Saison.“ Jetzt, wo das Trainingslager passé sei, wolle er die Gegend, insbesondere die Berge erkunden. Ganz in den Hintergrund geriet die Tatsache, dass es für Axel Kammerer das erste Spiel in Bad Tölz als Trainer einer Gastmannschaft war. Von 1997 bis 2000 hatte er die Löwen trainiert. „Es war etwas ungewohnt für mich, nun auf der anderen Seite zu stehen“, meinte der 48-Jährige. Mit der Leistung seiner Mannschaft war er sehr zufrieden: „Wir haben heute deutlich stärker gespielt als noch vor einer Woche. Wir hatten guten Zug zum Tor und uns viele Chancen herausgespielt.“ Auch auf das zweiwöchige Trainingslager blickt der Coach positiv zurück: „Wir sind auf einem guten Weg. Die Jungs haben gut mitgemacht und sich die beiden freien Tage auch redlich verdient.“ Angesichts der Rivalität ist es eigentlich schade, dass es das Duell der alten Rivalen Riessersee und Bad Tölz in der 2. Bundesliga in der kommenden Saison nicht geben wird, da die Tölzer das Aufstiegsrecht nicht wahrgenommen haben. Am Freitag, 31. August, tritt der SCR zum nächsten Vorbereitungsspiel an. Dann geht es um 19.30 Uhr zum ESV Kaufbeuren. Die Allgäuer kamen in der abgelaufenen Saison in der 2. Bundesliga auf Rang fünf, scheiterten dann allerdings in der ersten Play-off Runde am späteren Vizemeister Starbulls Rosenheim mit 2:4 nach Spielen. Einen Tag später, am Samstag, 1. September, kommt der HC Pustertal Bruneck um 18 Uhr ins Olympia-Eissportzentrum.

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