Ergebnisse der Bürgerbefragung – Massive Verschlechterung des Oberammergauer Ortszentrums konstatiert

Vor der Präsentation der Bürgerbefragung (v.l.): Christian Scheuerer (Geschäftsleiter der Gemeinde Oberammergau) Christian Klotz und 1. Bürgermeister Arno Nunn. Foto: Zinner

In zwei Etappen stellte die Gemeinde Oberammergau die Befragung der Bürger und Gewerbetreibenden vor, dabei zeigten bei der ersten Veranstaltung die Bürger äußerst wenig Interesse, sie verloren sich fast im Saal des Ammergauer Hauses. Wenige Tage später ein erfreulicheres Bild: Dieses Mal waren die Gewerbetreibenden zur Präsentation eingeladen.

Dazu Bürgermeister Arno Nunn: „Schön, dass heute mehr da sind als vor einer Woche und Sie großes Interesse zeigen, schließlich geht es um die Zukunft unseres Ortes.“ Mehr als zwei Stunden setzte sich dann Christian Klotz, Inhaber der beauftragten Firma „Qualikom“ mit dem Ergebnis der Befragung auseinander. Klotz nannte mit „Angebot - Erlebnis - Erreichbarkeit - Qualität - Leistung - Attraktivität und - Kooperation” sieben Erfolgsfaktoren für den Standort Oberammergau. Es gäbe viel zu tun im Passionsort und das soll gemeinsam angegangen werden, die Bürgerbeteiligung wird groß geschrieben. Klotz zeigte zunächst die Strukturveränderung in Oberammergau von 1962 bis 2012 auf, dann ging sein Blick bis in das Jahr 2025. Schlagworte über Schlagworte auf der Projektionsleinwand, doch Klotz lieferte dazu zahlreiche Ansätze, wie und wo angesetzt werden müsse, basierend auf dem Ergebnis der Bürgerbefragung. Sie hat deutlich gezeigt, was der Bürger will und was er ablehnt. Darunter sind viele Kleinigkeiten, aber auch die müssen erst einmal aufgegriffen und umgesetzt werden. „Gerade in Oberammergau”, so Klotz, „bieten sich ungeahnte Möglichkeiten, der Ort hat schließlich vieles zu bieten was man sonst nur in Kleinstädten mit rund 20.000 Einwohner findet”. Letztlich sei Oberammergau auch mehr als alle zehn Jahre die Passion. Mit großen Farbaufnahmen führte Klotz vor Augen, dass es in Oberammergau doch an vielen Ecken und Enden große Mängel gibt. Hässliche Ortseingänge, kein einziger ins Auge stechender Hinweis auf ein wunderbares Bade- und Freizeitzentrum, ein Wirrwarr an Beschilderungen, trostlose Ruhebänke, hässliche, verschmierte Wartehäuschen, schlechte Bürgersteige und Straßen, was soll da der Besucher auf die Schnelle von Oberammergau mitnehmen? Nachdenkliche Minen, als Klotz das Ergebnis aus der Befragung der Gewerbetreibenden im Ortszentrum bekanntgab. „Das Zentrum hat sich massiv verschlechtert“ so der Tenor. 58 Prozent der Befragten würden im Ortskern heute kein Geschäft mehr eröffnen, ein erschreckender Wert, meinte Klotz. Auch die Kooperation der Gewerbetreibenden untereinander bekam schlechte Noten, ebenso die Werbung mit dem Namen „Ammergauer Alpen“, man wünscht sich wieder „Oberammergau“. Und wie geht es jetzt weiter? „Pflanzen-Säen-Pflegen-Ernten“ so könnte man laut Klotz die Vorgehensweise beschreiben. Zunächst werden Arbeitsgruppen gebildet, sie treffen sich in bestimmten Zeitabständen, um die unterschiedlichsten Themen in Angriff zu nehmen, das Motto lautet: „Zukunft ist Erfolg durch Veränderung“. Zu einer Diskussion waren an diesem Abend die Gewerbetreibenden nach mehrstündiger Information nicht mehr bereit.

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