Erhöhung der Betreuungsgebühren

"Frage der Priorität"

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Damit Kinder in Garmisch-Partenkirchen betreut werden, sollen Eltern tiefer in die Tasche greifen.

GAP – Im September 2015 wurden die Kindergarten, Krippen- und Hortgebühren um zehn Prozent erhöht. Im Dezember 2016 noch einmal um 5,2 Prozent. Und: Eine Erhöhung ist anscheinend alle zwei Jahre geplant. Nun haben sich einige Eltern zusammengesetzt, und sammeln Unterschriften, damit das Thema noch einmal durch den Gemeinderat geht.

Sie sind sich einig: „Ich denke, dass mit der Erhöhung die Gemeinde ein falsches Signal sendet. Warum sollen Eltern für einen kirchlichen oder gemeindlichen Kindergarten mehr zahlen, damit die Qualität stimmt? Wir dachten, dass die Gemeinde junge Familien vor Ort haben möchte. So werden sie aber nur vergrault“, sagte Charlie Periane beim Gespräch in der Kreisboten-Redaktion.

Die Gemeinde sieht das nicht so. Qualität lautet die Devise, vor allem wenn es um die Betreuung und Erziehung von Kindern geht. Um eine fachlich hochwertige Betreuung zu garantieren und steigende Gebäude-, Ausstattungs- und Personalkosten decken zu können, ist eine regelmäßige Erhöhung der Gebühren für die Kinderbetreuung in Kindergarten, -krippe und -hort unverzichtbar. „Leider wurde in der Amtszeit meines Vorgängers zwischen 2008 und 2014 gar keine Anpassung in diesem Bereich vorgenommen“, erklärt Erste Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und betont, dass allein die Kosten im Personalbereich im selben Zeitraum um insgesamt 17,5 Prozent und bis zum heutigen Tag noch einmal um 11,15 Prozent gestiegen seien.

Die Kosten für die Kinderbetreuung können jedoch nicht allein durch die durch die Eltern gezahlten Gebühren finanziert werden, das ist der Gemeinde klar. Der Markt Garmisch-Partenkirchen, so in einer Pressemitteillung, gleicht ein jährliches Kostendefizit mit einem Eigenanteil von rund einer Million Euro aus. Außerdem fallen weitere 1,5 Millionen Euro für die vorgeschriebene Mitfinanzierung der Personalkosten bei privaten und kirchlichen Trägern durch die Gemeinde an. 

Derzeit zählt der Markt 1292 unter Sechsjährige. Diese haben damit einen Anteil von 4,44 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Noch 2015 betrug der Anteil 4,81 Prozent. Im Vergleich dazu der Freistaat: 5,32 Prozent. 

In der Gemeinderatssitzung im Dezember sprachen sich Martin Schröter (FDP) und Claudia Zolk (CSB) gegen eine Erhöhung aus. Die anderen 28 Mitglieder stimmten dafür. „Es ist schon eine Belastung für uns Eltern. Was möchte man im Ort? Die Familien vielleicht zum Auszug zwingen?“, fragt sich Periane. Das Kindergeld, was Eltern bekommen, verschlingt meist der Kindergartenbeitrag plus die Verpflegung des Kindes. Eine Unterbringung der Kinder sollte Eltern entlasten und nicht belasten, findet der zweifache Vater. 

„Die Anforderungen an die Erzieher ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, erläutert Veronika Simon, Leiterin des Kindergartens Partenkirchen und betont: „Wir engagieren uns mit sehr viel Herzblut für das Wohl der Kinder in unserer Einrichtung und freuen uns, dass viele Eltern das auch wertschätzen und die Notwendigkeit der Gebührenanpassung verstehen.“ Auch Elternvertreter betonen regelmäßig, dass die Qualität bei der Betreuung ihrer Kinder an erster Stelle stehe und dass die fachlich qualifizierte Arbeit der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen auch angemessen bezahlt werden müsse. 

Periane hat in Garmisch-Partenkirchen eine Unterschriftenaktion gestartet. „Die Blätter liegen in verschiedenen Geschäften aus. Jeder, der in Garmisch-Partenkirchen wohnt, darf unterschreiben.“ Für einen Bürgerantrag braucht er um die 370 Unterschriften. Die Hälfte hat er schon sicher. Für ihn ist es eine Frage der Priorität: Möchte die Gemeinde junge Familien vor Ort behalten oder nicht? 

Die CSU Gemeinderatsfraktion Garmisch-Partenkirchen stellte für die Sitzung des Hauptausschusses am 24. Mai den Antrag, Kindergartenbeiträge für Geschwisterkinder zu reduzieren bzw. die Eltern für das dritte und weitere Kind von den Kosten zu befreien. 

Die Kosten für die Kinderbetreuung können jedoch nicht allein durch die durch die Eltern gezahlten Gebühren finanziert werden, das ist der Gemeinde klar. Der Markt Garmisch-Partenkirchen, so in einer Pressemitteillung, gleicht ein jährliches Kostendefizit mit einem Eigenanteil von rund einer Million Euro aus. Außerdem fallen weitere 1,5 Millionen Euro für die vorgeschriebene Mitfinanzierung der Personalkosten bei privaten und kirchlichen Trägern durch die Gemeinde an. Derzeit zählt der Markt 1292 unter Sechsjährige. Diese haben damit einen Anteil von 4,44 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Noch 2015 betrug der Anteil 4,81 Prozent. Im Vergleich dazu der Freistaat: 5,32 Prozent. In der Gemeinderatssitzung im Dezember sprachen sich Martin Schröter (FDP) und Claudia Zolk (CSB) gegen eine Erhöhung aus. Die anderen 28 Mitglieder stimmten dafür. „Es ist schon eine Belastung für uns Eltern. Was möchte man im Ort? Die Familien vielleicht zum Auszug zwingen?“, fragt sich Periane. Das Kindergeld, was Eltern bekommen, verschlingt meist der Kindergartenbeitrag plus die Verpflegung des Kindes. Eine Unterbringung der Kinder sollte Eltern entlasten und nicht belasten, findet der zweifache Vater. „Die Anforderungen an die Erzieher ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, erläutert Veronika Simon, Leiterin des Kindergartens Partenkirchen und betont: „Wir engagieren uns mit sehr viel Herzblut für das Wohl der Kinder in unserer Einrichtung und freuen uns, dass viele Eltern das auch wertschätzen und die Notwendigkeit der Gebührenanpassung verstehen.“ Auch Elternvertreter betonen regelmäßig, dass die Qualität bei der Betreuung ihrer Kinder an erster Stelle stehe und dass die fachlich qualifizierte Arbeit der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen auch angemessen bezahlt werden müsse. Periane hat in Garmisch-Partenkirchen eine Unterschriftenaktion gestartet. „Die Blätter liegen in verschiedenen Geschäften aus. Jeder, der in Garmisch-Partenkirchen wohnt, darf unterschreiben.“ Für einen Bürgerantrag braucht er um die 370 Unterschriften. Die Hälfte hat er schon sicher. Für ihn ist es eine Frage der Priorität: Möchte die Gemeinde junge Familien vor Ort behalten oder nicht? aja

Von Alma Jazbec

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