Erinnerung und Ermahnung – Am Marienplatz steht seit Mittwoch ein Denkmal für jüdische Opfer des Pogroms

Feierliche Enthüllung des Denkmals für die Garmisch-Partenkirchener Juden durch Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, und Bürgermeister Thomas Schmid. Foto: Katharina Gsöll

44 Metallstäbe in unterschiedlichen Längen, festgehalten von drei rostbraunen Eisenplatten, die für das Dritte Reich stehen, sollen seit vergangenem Mittwoch auf dem Marienplatz an die 44 jüdischen BürgerInnen aus Garmisch-Partenkirchen erinnern, die am 10. November 1938 gezwungen worden waren, ihre Heimat zu verlassen.

Zur feierlichen Enthüllung des Denkmals war Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. „Ich bin froh dass das Schweigen endlich gebrochen wurde und dass die Erinnerung nun doch noch stattfindet“, sagte Knobloch in ihrer Ansprache. Denn 72 Jahre lang gab es keinen Ort in der Marktgemeinde, an dem an die Vertreibung und die Schicksale der 44 Juden in Garmisch-Partenkirchen erinnert wurde. Als Zeichen wider das Vergessen soll die Skulptur eine Erinnerung und gleichzeitig eine Ermahnung für die Zukunft sein, Verantwortung zu übernehmen und für die Demokratie einzutreten. „Diskriminierung ist nicht nur ein Problem für die Betroffenen. Sie äußert Probleme der Gesellschaft, die diskriminiert“, so Knobloch. „Frieden ist ein Geschenk, aber keine Selbstverständlichkeit“, sagte Bürgermeister Thomas Schmid und betonte, das es deshalb wichtig sei, Dankbarkeit zu zeigen und den Frieden zu schützen. Entworfen und erstellt hat die 1,20 Meter hohe Skulptur auf einer Fläche von 50 mal 50 Zentimetern der Künstler Herbert Saller. Er hatte den Realisierungswettbewerb zur Errichtung eines solchen Denkmals gewonnen, den der Historische Arbeitkreis ausgeschrieben hatte.

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