110-jähriges Gründungsjubiläum des Trachtenvereines D‘Loisachtaler

Eschenloher pflegen Heimat, Tradition und Brauchtum

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Bürgermeistertisch von links : Hubert Mangold (BGM Schwaigen), Christian Scheuerer (BGM Ohlstadt), Anton Kölbl (BGM Eschenlohe), Brigitte Mangold-Rüßler (2.BGM Eschenlohe), Anton Speer (Landrat) , Johann Probst jun. (Voristzender D'Loisachtaler)

Eschenlohe – Also, über das Wetter wird nicht geredet! Nicht darüber, dass es während der vergangenen zwei Wochen sommerlich warm und sonnig war. Und schon gar nicht, dass es just zu dem Zeitpunkt – vergangenen Sonntag nämlich – zu regnen begann, als die Leute vom Trachtenverein D‘Loisachtaler in Eschenlohe zu ihrem 110-jährigen Gründungsjubiläum aufbrechen wollten. Pfarrer Siegbert G. Schindele fasst die Wetterkapriole zusammen: „Ihr Trachtler ärgert euch jetzt über den Regen. Die Bauern sind froh. Denn die Natur braucht dringend das Nass.“

Es ist ein gelungenes Fest mit 500 Gästen geworden, denn der Vorsitzede der ‚Loisachtaler‘, Johann Probst jun, hatte mit seinen Mitstreitern einen Plan-B ausgetüftelt.

Eschenloher pflegen Heimat, Tradition und Brauchtum

Es gab leider keinen Festzug, der ja eigentlich zu den Höhepunkten eines jeden Trachtenfestes gehört. Im Mittelpunkt stand deshalb der Festgottesdienst, der vom Dorfplatz bei der Pfarrkriche St.Clemens in das Festzelt, droben beim Trachtenheim verlegt worden war: Auf dem Tanzboden wurden Bänke für die Gottesdienstbesucher aufgestellt, und ein Altar. Am Rande des Zeltes schaufelten Männer Rinnen in den Boden, damit das Regenwasser ablaufen konnte. Allmählich trafen die Gäste ein. Die Ortsvereine mit ihren Fahnen, vorneweg. Es folgten die Trachtenvereine der Nachbarn; allerdings mit weniger ‚Personal‘ als bei solchen Gelegenheiten üblich. Michael Hägle aus Ohlstadt, dem Patenverein DIllingstoana: „Wir haben die Musikkapelle und die Jugendgruppe zu Hause gelassen.“ 

Bierzelt? Da regt sich bei den Einen oder Anderen ein natürlicher Reflex: Lange Schlangen an der Schänke. Aber nix – vor und während des Gottesdienstes floss kein Bier aus dem Zapfhan. Welchen Stellenwert nimmt die Heimat in einer immer hektischer und unübersichtlicher erscheinenden Welt ein, fragte Siegbert G. Schindele während des Gottesdienstes. Die Eschenloher Sänger und die Musikkapelle sorgten dabei für die feierliche Umrahmung: „Für Viele ist es selbstverständlich nach Amerika zu jetten, oder nach Neuseeland. Genauso viele suchen ihren Lebensmittelpunkt in den Orten, in denen sie geboren sind. Dort, wo man sich in den Straßen zurecht findet, wo man die Nachbarn kennt.“ Der Pfarrer gibt zu bedenken: „Als Christen müssen wir aber auch jene Menschen im Blick behalten, die ihre ursprüngliche Heimat verloren haben.“ Nach dem ‚geistlichen Mahl‘ kam der irdische Mittagstisch nicht zu kurz. Die fleißigen Mädchen vom Trachtenverein schleppten Krüge an die Tische. Die Burschen stellten Hendl und Rollbraten dazu. Kompliment an den hervorragenden Service. Der Kartoffelsalat ist ein Gedicht gewesen, zund erst das Kuchenbufet am Nachmittag. Alles selbst gemacht – war auch nicht anders zu erwarten, bei den Erfahrungen der Loisachtaler mit unzähligen Waldfesten. Gestärkt an Leib und Seele waren die Grußworte an der Reihe. Bürgermeister Anton Kölbl stellte fest, dass ein Festtag wie das Trachtenjubiläum dazu beiträgt, den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft zu stärken. Landrat Anton Speer zeigte sich zuversichltich, das ‚Heimat-Tradition-Brauchtum‘ weiterhin in den Trachtenvereinen gepflegt werden. Der Vorsitzende des Oberländer Trachtenverbandes, Josef Mayr, lobte die Eschenloher Kameraden für ihr Engagement im Gau. Er erwähnte die Gaufeste 1958 und 1972 sowie den Gaujugendtag 2012 – die erfolgreich in Eschenlohe abgehalten worden waren.

Alle Redner sind gleichermaßen begeistert von der großartigen Kinder- und Jugendarbeit im Trchtenverein D‘Loisachtaler. Anton Kölbl: „Es ist schön, zu sehen wie der Nachwuchs bereits von ihren Eltern an unsere Trachtensache herangeführt wird.“ Zum Abschluss des offiziellen Teiles bedankten sichdie verschiedenen Plattlergruppen beim Jubiläumsverein mit Ehrentänzen.

Von Günter Bitala

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