Fabelhaftes Strauss-Festival vom 12. bis 18. Juni

Das Werk von Richard Strauss ist voll von Märchen und Mythen, deshalb ist das Motto des diesjährigen Festivals auch darauf ausgerichtet. Ks Brigitte Fassbaender, die Intendantin der Festspiele, weiß als profunde Kennerin der Strauss-Werke, dass viele seiner Opern den märchenhaften oder archaischen Mythen verbunden sind. Das Festival wird sich in allen musikalischen Darbietungen sowie Wortbeiträgen intensiv damit auseinandersetzen.

Ein Märchen ist ohne Zweifel auch „Die Frau ohne Schatten“ (Musik: Richard Strauss / Text: Hugo von Hofmannsthal), eines der bedeutendsten Werke des Garmischer Meisters. Als konzertanten Opernabend inszeniert wird „Die Frau ohne Schatten“ in der Umsetzung des Strausskenners Stefan Soltesz mit seinem Essener Ensemble am 16. Juni erklingen. Das Richard-Strauss-Festival steht auch wieder im Zeichen der Jugend und des Nachwuchses. Das preisgekrönte Jugendorchester „Odeon“ steht im Mittelpunkt des im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen „Jungen Festivalorchesters“. Die jungen Musikerinnen und Musiker begleiten den Gewinner oder die Gewinnerin des Richard-Strauss-Wettbewerbs, der in diesem Jahr der Geige gewidmet ist. Diese „Klangzaubereien“ werden die Festivalbesucher am 13. Juni erfreuen. Die große und Strauss-erfahrene Sängerin Deborah Polaski gibt den Meisterkurs, den interessierte Musikkenner ebenfalls besuchen können. Für die Liederabende hat Brigitte Fassbaender zwei junge Künstler nach Garmisch-Partenkirchen verpflichten können, die eine steile Karriere vor sich haben: Der Tenor Pavol Breslik wurde zu einem der wichtigsten Sänger des Jahres 2009 gekürt (Lieder von Richard Strauss – 17. Juni), und die Geigerin Vilde Frang (Violinabend 15. Juni) wird bereits als nächste „Miss Violine“ gefeiert. Das Orchester „modern- times_1800“ aus Innsbruck hat sich dem Originalklang verschrieben und ist zum ersten Mal in Garmisch-Partenkirchen zu Gast. Am Samstag, 12. Juni, gestalten die Musikerinnen und Musiker eine „Märchennacht“ mit Suiten aus „The Fairy Queen“ von Henry Purcell und dem Streichsextett aus „Capriccio“ op. 85 von Strauss. Sophie Koch, eine der führenden Strauss-Sängerinnen unserer Tage, und Ulf Schirmer mit dem Münchner Rundfunkorchester und den Gästen Christiane Libor und Roberto Saccà runden am 18. Juni den Reigen der Festivalwoche mit dem Orchesterkonzert III ab. Auch hier geht es noch einmal um „Märchen und Mythen“, so erklingen u.a. Auszüge aus den Märchenopern „Hänsel und Gretel“, „Königskinder“ sowie der Auftritt des Bacchus und die Schlussszene aus „Ariadne auf Naxos“, denn viele Komponisten ließen sich von Märchen und Fabeln beflügeln. Um dem Motto des Festivals gerecht zu werden, bedarf es auch eines besonderen Auftaktes. Und so konnte ein Autor und Sprachschöpfer, ein intuitiver Erzähler gewonnen werden: Dr. Michael Köhlmeier, der nicht nur als Festredner den Festakt zur Eröffnung am 12. Juni bereichern wird, sondern auch als Rezitator am 13. Juni eine Märchenstunde zur Mittagszeit (11 Uhr) gestalten wird. Im Mittelpunkt des Strauss-Festivals, das mit vielen Schwerpunkten aufwarten kann, steht „Die Frau ohne Schatten“. Das Werk wurde am 10. Oktober 1919 in Wien uraufgeführt. Hofmannsthals erste Einfälle zu diesem Werk datieren aus dem Jahr 1911, basierend auf den „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter“ von Johann Wolfgang von Goethe (1795). Die Entstehung der Oper wird von einem umfangreichen Briefwechsel zwischen Hofmanns-thal und Strauss begleitet; die Arbeit an Text und Musik lief parallel und gegenseitig inspirierend. Goethes Vorlage behandelte Hofmannsthal recht freizügig, er erfindet zwei Paare, einen Kaiser und eine Kaiserin aus einem Traumreich bzw. einer Jenseits-Welt, und ein Färber-Ehepaar aus der irdischen Welt. Neben Goethe zitiert Hofmannsthal Teile aus Tausend-undeiner Nacht und aus Grimms Märchen. Musikalisch gesehen gehört „Die Frau ohne Schatten“ zu Strauss' kompliziertesten und farbenreichsten Partituren. Komplex ist auch die Handlung, in der es um Ehe und Kinderwunsch, um Prüfung und Erlösung geht. Karten für alle Veranstaltungen des Strauss-Festivals gibt es auch beim KREISBOTEN-Verlag zu kaufen.

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