Das Fasnachtstreiben erreicht in unserer Region am Unsinnigen Donnerstag seinen Höhepunkt

Die Zeit der wilden Gesellen

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Die Schellenrührer wecken den Frühling. Tausende Schaulustige lassen sich das Spektakel am Unsinnigen Donnerstag in Mittenwald nicht entgehen.

Region – Noch bis zum Faschingsdienstag treiben in der Zugspitz Region traditionell die „Maschkera“ mit Holzmasken ihr Unwesen. Mit viel Lärm ziehen die Gesellen durch die Straßen und von Wirtschaft zu Wirtschaft, um den Winter mitsamt seinen bösen Geistern zu vertreiben.

Oberstes Gebot der Maschkera: Unerkannt bleiben. Dabei helfen nicht nur die handgeschnitzten Larven, die seit Generationen in der Familie weitervererbt werden; auch bunte, selbstgenähte Kostüme und Kopfbedeckungen gehören dazu, genauso wie die Stimme verstellen oder den Gang verändern.

Höhepunkt des farbenfrohen Treibens ist der 23. Februar, der „Unsinnige Donnerstag“. Pünktlich um zwölf Uhr mittags wecken die Schellenrührer in der Mittenwalder Fußgängerzone sowie in Krün und in Wallgau den Frühling – wie bereits seit rund 500 Jahren. Mit kurzen Lederhosen, umgeschnallten schweren Glocken, grünen Hüten und kunstvoll gefertigten Holzlarven hüpfen die Schellenrührer in einer langen Reihe und im gleichen Rhythmus durch die Straßen. In Garmisch-Partenkirchen und in Grainau beginnt das Spektakel zwei Stunden später. Aber nicht nur die Schellenrührer vertreiben die Winter-Dämonen. Wer sich ins Getümmel stürzt, kann auch Bärentreiber, Hexen, Peitschen schwingende „Goaslschnalzer“, „Pfannenziacher“ und „Jacklschutzer“ treffen. Während die Jacklschutzer den Winter in Form einer Strohpuppe mit sich schleppen, ziehen die Pfannenziacher ihren Fuhrmann in einer großen Pfanne mit viel Radau hinter sich her. Etwas ruhiger geht es da in den Ammergauer Alpen am Faschingsdienstag beim Brezn­angeln zu. Vor allem die kleinen Oberammergauer fiebern schon auf den 28. Februar hin – dann hängen von geschmückten Umzugszugswagen Brezn, Würstl oder Süßigkeiten an langen Schnüren und die Kindern versuchen, diese zu fangen. Auch einige Faschingsumzüge finden statt – mehr dazu steht in unserer heutigen Print-Ausgabe. Wer sich in den Faschings-Endspurt stürzen möchte, findet auch in unserem Faschingskalender noch Anregungen. Für den Faschingsdienstag gilt: Um Mitternacht müssen die Larven spätestens abgenommen werden – sonst wächst dem Maschkera die wilde Maske am Gesicht fest. 

Von Ilka Trautmann

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