Starkbierfest im Schatten-Saal: Fastengredigt sorgte für Lacher

  “I war da Neie”

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Andreas Bräu sorgte für einen bis auf den letzten Platz besetzten Schatten-Saal.

GAP - Was macht ein gelungenes Starkbierfest aus? Zum einen wohl ein süffiges dunkles Bock-Bier, eine scharfzüngige “Bavaria” als “Ehrengast” im Vorprogramm und dann die Fastenpredigt, um der Polit-Prominenz deftig “einzuschenken”. Nicht zu vergessen die schlanzig aufspielende Mittenwalder Gletscherschliff-Musi und die Auftritte der Gruber-Buam aus Uffing.

Das alles konnte das begeisterte Publikum am Samstag-Abend im vollbesetzten Partenkirchner Schatten-Saal erleben. Couragiert unterhielten wie in den Vorjahren Florian und Hannes Gruber mit ihren Gstanzln und hatten viele Lacher auf ihrer Seite. “Und da Söder der arm Deife, obwohl er viel weiß, ist koa gestandner Bayer, aber hoid a koa richtiga Preiß”, lautete da eine Kostprobe aus der Landespolitik! Dann ließ sich die “Bavaria” in Form von Marie-Theres Pfefferle nicht lange bitten und enterte das Podium. Auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer wurde von ihr in Kinseher-Manier artig begrüßt, bis die Bavaria dann ihren “Fehler” korrigierte und ihr Fernbleiben handfest begründete: “Ihre Berater haben von einem Besuch abgeraten”, hieß es da. Weiterhin galt ihr edler Gruß dem “Schrankenkönig” Echter, dem Bezirkslöwen Hansjörg Barth und natürlich auch dem gut trainierten Bier-Sommelier, dem Hellweger Sepp! 

Dann gab es natürlich in diesem Jahr eine hohe Erwartungshaltung im Saal an den Fastenprediger. Und dann kam er: “I war da Neie”, stellte sich Andreas Bräu kurz vor. Und zwar als “Pater Andreas, drob`n von Sankt Anton – einem Ort mit guten Überblick über Land und Leute! So streifte der 30-jährige gebürtige Partenkirchner, nicht nur studierter Politologe, sondern auch bestens in der Region als Schauspieler und Autor bekannt, bei seiner Premiere nicht nur die Lokalpolitik, sondern wagte auch Ausflüge in die Region . Und so zog er mit seinem Spott gleich schon einmal eine Parallele zwischen der Fosenacht und den heimischen Volksvertretern: “In unsara Politik is zwar ned jeden Dog Donnerstag, Unsinniger aba scho”! Und im Mittelpunkt seiner bissigen Rede stand dann der bevorstehende Wahlkampf von Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) mit ihrer Rivalin Elisabeth Koch (CSU) “De Leviten müssen gelesen werden”, meinte Bräu. Siehe Plakatordnung. “Ned amoi bei so am Schmarr`n können sie sich im Gmoarat verständigen!” Viel Dauerkarneval also im Marktparlament – “mit Teilzeitjecken wie Schröter, aber wenigstens ist er unterhaltsam!” Schmerzlich vermisst wurde die Rathaus-Chefin offenbar nicht nur beim Starkbierfest, sondern auch bei der Hornschlittensiegerehrung und den Autotagen. “Sie lässt sich dann vom Bauer Wolfi berichten, dass se recht gelobt wordn is”, kommentierte dazu Pater Andreas scharfzüngig. Aber auch Sissi Koch, “die oberste CSU-Schießbudenfigur im Ort, die selber scharf schiaßt”, bekam ihr Fett ab. “So lägen ihre Leistungen zwischen Kochtopf, Amtsgericht, Abrams und Facebook. Meierhofer und Koch, zwei gestutzte Amazonen, gegen des CSB noch beste Freundinnen, gemeinsam an der Prosecco-Theke, nunmehr durchs Kainzenbad entzweit!” Vize-Gemeindechef Wolfgang Bauer kam bei der Predigt noch recht gut weg – “Übern Wolfi, unser offizielles zweites Ortsmaskottchen kann i nix Schlechtes sagn”, wäre da nicht noch die Gleichung vom politischen Gewicht zu Ga und Pa gekommen. “Nämlich Blaurote Hülle und unterm Kostüm bloß Luft!” So hatte der Ur-Einheimische Fastenprediger in seiner Mönchskutte den Saal fast eine Stunde lang voll im Griff, gestaltete redegewandt und pointenreich seinen Auftritt. Landrat Toni Speer (Freie Wähler), zusammen mit seiner Frau Maria erschienen, durfte dann wahre Lobeshymnen ob seiner Person entgegennehmen. “Beliebtheitswerte wie da Putin, bloß, dass er de ned manipulieren muaß!” Und so zeichnete Bräu ein Bild von einem “unverstoiden einheimischen Heimatbewahrer”. “Noch dazu is er ein Schaukäser, Hochzeitslader und Landwirt. Und wer si mit Rindviecher auskennt, der find si a in der Politik zurecht!” Großer Applaus! Still wurde es im Schatten-Saal, als es um die Flüchtlingskrise, Abrams und den Meierhofer`schen Brandbrief ging. “Ob dös gleich Bürgerkriegszustände san, de da in Ga-Pa zu sengn san, des woas i aber ned! Wenn so Bürgerkrieg ausschaugt, woas i ned, warum ma aus Aleppo weglafft!” So sah man im Gasthaus Schatten eine sehr gelungene Premiere von Andreas Bräu. “Niveauvoll”, urteilte ein Partenkirchner an vorderster Front. Auch der Grainauer Werner Sappa lobte die “breite Palette und die gut verständliche Sprache” des Protogonisten. “Er lebt halt im Umfeld und ließ gekonnt Dank Info`s aus erster Hand gehörig Lokalkolorit einfließen. Wie es sich halt für eine ordentliche Fastenpredigt gehört! 

Von Klaus Munz

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