Bayernweite Filmtour zum Thema "Depression" gestartet – 25. Oktober in Mittenwald

Tabuthema sichtbar machen

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Von links: Ricarda Bollinger-Schönnagel, Leiterin der Tagesstätte „Clubhaus Garmisch“ der Herzogsägmühle, PD Dr. Florian Seemüller, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken Garmisch-Partenkirchen und Peißenberg, Ute Wildhagen, Mitglied der Selbsthilfegruppe „Die Mittwochsrunde“, Günther Kottek , stellv. Leiter der Oberbayerischen Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener Bad Tölz und Gründer der „Selbsthilfegruppe Sonnenblume“ sowie Johanna Bittner-Siepe, Geschäftsführende Beirätin der AOK am Runden Tisch Oberland.

GAP– So ein Andrang herrscht selten am Eingang des Hochlandkinos in Partenkirchen. Das Kino war mit seinen 123 Plätzen komplett ausverkauft. Damit hatten weder die Veranstalter, noch viele Besucher gerechnet. Viele von ihnen hofften doch noch, eine der begehrten Eintrittskarten zu ergattern und warteten geduldig. Das Thema trifft, so scheint es, den Nerv der Zeit.

Depressionen sind längst zur Volkskrankheit geworden – und trotzdem – wie andere psychische Erkrankungen auch, weiterhin ein Tabuthema. Die AOK Bayern und regionale Partner in der Selbsthilfe machten das Thema sichtbar und starteten daher eine bayernweite Filmtour über das Thema. Die Direktion Garmisch-Partenkirchen machte mit ihren Kooperationspartnern der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken, dem Clubhaus Garmisch der Herzogsägmühle und Vertretern der Selbsthilfe den Auftakt.

Gezeigt wurde der vom AOK-Bundesverband geförderte 80minütige Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“. Die Filmemacher haben an Depressionen erkrankte Menschen ein Jahr lang begleitet, lassen diese zu Wort kommen und zeigen die unterschiedlichen Therapieformen, die zu einer Besserung der Erkrankung führen. Im anschließenden Podiumsgespräch wurden viele Fragen und Unsicherheiten angesprochen, wie zur Unverträglichkeit von Medikamenten, Kunst-, Musik- und Bewegungstherapien, aber auch wie man erkennen kann, dass jemand an einer Depression erkrankt ist und wie man als Angehöriger, Kollege oder Bekannter unterstützen kann. Rede und Antwort gaben neben den Experten PD Chefarzt Dr. Florian Seemüller von der kbo, Ricarda Bollinger-Schönnagel, Dipl. Soz.Päd. und Leiterin des Clubhaus Garmisch der Herzogsägmühle auch die Betroffenen Ute Wildhagen, Vertreterin der Selbsthilfegruppe Mittwochsrunde und Günther Kottek, stellv. Leiter der Oberbayerischen Selbsthilfe für Psychiatrieerfahrene (OSPE). „Das Publikum hat sich sehr rege an der Diskussion beteiligt,“ so Johanna Bittner-Siepe von der AOK GAP, die federführend für die Veranstaltungen ist und sie auch moderierte, „leider konnten wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr alle Fragen beantwortet werden.“

Wer sich für das Thema interessiert, hat noch die Möglichkeit, am 25. Oktober im kath. Pfarrsaal in Mittenwald den Dokumentarfilm mit anschließendem Podiumsgespräch zu besuchen. Beginn ist um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Reservierungen erbeten unter marlene.krueger@by.aok.de.

von Kreisbote

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