Antrag an den Kreistag erarbeitet

Förster und Tierschützerin setzen sich gemeinsam ein für Wald und Wild

+
Tierschützerin Tessy Lödermann und Förster Walter Echter setzen sich für Datenerhebungen zum Thema Wald und Wild ein, um einen konkreten Schalenwildmanagementplan erstellen zu können, der die Wald-Wild-Situation verbessern und alle Akteure an einen Tisch bringen soll.

Es ist schon ein Novum, wenn sich ein langjähriger Förster, in dem Fall Walter Echter, und eine engagierte Tier- und Umweltschützerin, gemeint ist Tessy Lödermann, gemeinsam hinsetzen und einen Antrag an den Kreistag des Landkreises Garmisch-Partenkirchen erarbeiten. Und es ist ein weiteres Novum, wenn dieser von allen Fraktionsvorsitzenden der Kreistagsfraktionen (CSU, SPD, Freie Wähler der Landgemeinden, Freie Wähler Garmisch-Partenkirchen, Christlich Soziales Bündnis, Bündnis 90/Die Grünen, Bayernpartei), mit Ausnahme der ÖDP, die noch Diskussionsbedarf hat, unterstützt wird.

Auslöser des Antrags war die Tatsache, dass das „Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2018“, das im Dezember 2018 veröffentlicht wurde, für die Hegegemeinschaften Werdenfels-Süd und Werdenfels-West eine Verschlechterung der Verbisssituation auswies, verbunden mit der Forderung den „Abschuss des Schalenwildes deutlich zu erhöhen.“ 

Mit dem nun vorliegenden Antrag wird Landrat Anton Speer (Freie Wähler) gebeten, alle notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, damit in einem Gutachten für die Hegegemeinschaft Werdenfels-Süd die grundlegenden Daten zum Thema Wald und Wild erhoben werden. Dazu gehören Bestands­erhebungen und Schätzungen der drei Schalenwildarten Rot-, Reh- und Gamswild, die Kartierung der Sommer- und Wintereinstandsgebiete und der Gebiete mit hohem Freizeit- und Jagddruck, die Fütterungseinrichtungen und die Wanderbewegungen von Rotwild. Daraus soll ein „Schalenwildmanagementplan“ erstellt werden, der verbindliche Ziele verfolgt und konkrete Maßnahmen wie revierübergreifende Hegekonzepte (z.B. Wildruhezonen, Äsungsflächen, Überwinterungseinrichtungen, Naturnutzerlenkungen etc.) und Jagdkonzepte entwickelt. 

Zusammen mit dem bereits 2012 von Dr. Peter Meile für die Hegegemeinschaften Werdenfels-Ost und Werdenfels-West erstellten Gutachten, hätte man dann ein Konzept für den gesamten Landkreis, auf dessen Grundlage nachhaltige Lösungen gefunden werden können, die sowohl dem Wald, dem Wild und der Artenvielfalt dienen. Zudem wird die Verwaltung gebeten, Fördermöglichkeiten z. B. durch die Bayerische Staatsregierung, Leader- oder Euregio abzufragen. Tessy Lödermann und Walter Echter sind sich einig, dass ein „weiter so“ nicht zielführend ist und dass die Antwort auf eine Verbesserung der Wald-Wild-Situation nicht das ständige Hinaufsetzen von Abschussplänen, Schonzeitaufhebungen, Intensivierung des Jagddrucks ist, sondern eine Änderung der Jagdpraxis, wie sie in diesem neuen Jagdkonzept entwickelt werden soll. Der Zeitpunkt des Antrags ist gut gewählt: Zum einen will Ministerpräsident Söder ein Klimaschutzgesetz auf den Weg bringen, dass nicht mehr den Profit der Staatswälder, sondern den Erhalt und die Biodiversität in den Vordergrund stellt, zum anderen fordert die Nationale Biodiversitätsstrategie 10% der öffentlichen Wälder aus der Nutzung zu nehmen. Wichtig ist den Initiatoren, dass alle Betroffenen und Beteiligten von vorn herein beteiligt werden und am Ende des Prozesses ein Konzept entsteht, das alle mittragen und umsetzen können. Ein Wald, der den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist, der aber auch seine grundlegende Rolle als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungsort für die Menschen erfüllen kann. Der Antrag soll alle Akteure an einen Tisch bringen, verhärtete Fronten aufbrechen, Denkprozesse in Gang setzen und am Ende gangbare Lösungen aufzeigen. kb

Auch interessant

Meistgelesen

Die schönsten Impressionen einer geglückten Premiere: Wanderkonzert rund um Schloss Elmau ein voller Erfolg
Die schönsten Impressionen einer geglückten Premiere: Wanderkonzert rund um Schloss Elmau ein voller Erfolg
Traditionelles Ludwigsfeuer in Oberammergau
Traditionelles Ludwigsfeuer in Oberammergau
Bergwacht Grainau wieder gefordert: Lange Nacht im Höllental und drei Einsätze am Donnerstag
Bergwacht Grainau wieder gefordert: Lange Nacht im Höllental und drei Einsätze am Donnerstag
Gelungene 64. Partenkirchner Festwoche
Gelungene 64. Partenkirchner Festwoche

Kommentare