Vom Forstwirt zum Unternehmer

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KREISBOTE, GAP – In Kanada hat Hans Fritz Mobilsägewerke gesehen und diese Idee mit nach Deutschland gebracht. Jetzt hat der Land- und Forstwirt 33 Mitarbeiter. Die Waldobmänner besuchten ihn kürzlich bei der Exkursion der Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach. Auch auf der Jungbestandspflege von Holz- wäldern lag ihr Augenmerk. Die alljährliche Obmännerfahrt der Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach führte heuer an den Chiemsee. Auf Vermittlung des früheren Vorsitzenden Anton Hindelang besuchten die Obmänner die Firma Serra Maschinenbau in Rimsting, einen der führenden Hersteller mobiler Sägewerke weltweit. Nicht ganz ohne Stolz erzählte Firmeninhaber Hans Fritz den Waldobmännern wie er im Jahr 1987 in Kanada das erste Mobilsägewerk sah und daraus eine Geschäftsidee für den deutschen Markt entwickelte. Heute beschäftigt die Firma des umtriebigen Land- und Forstwirts 33 Mitarbeiter und hat vor kurzem ihr 1000. Sägewerk ausgeliefert. „Ich bin einer von euch“, erklärte der Unternehmer den beeindruckten Waldobmännern, „und habe mir deshalb immer überlegt, wie Waldbauern die Wertschöpfung aus ihren Wäldern optimieren und sich mit der Verarbeitung ihres Holzes zu Balken, Brettern oder Latten ein zweites wirtschaftliches Standbein aufbauen können.“ Im Anschluss an die Werksbesichtigung und an eine Sägevorführung lud Hans Fritz die Obmänner der Murnauer Waldbesitzervereinigung zu einem Rundgang in seinen Wald ein. Dort erläuterte Dr. Georg Kasberger, der Bereichsleiter Forsten am Rosenheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Grundsätze der Jungbestandspflege in Laub-holzbeständen. In einer tannenreichen Naturverjüngung stellte der Forstexperte den Ob-männern das als „Rosenheimer Modell“ bekannte Verfahren der Jagdausübung und Jagd-verpachtung vor, bei dem die natürliche Verjüngung aller Mischbaumarten als des ent-scheidende Kriterium im Vordergrund steht. Den Nachmittag verbrachten die Waldobmänner auf der Herreninsel im Chiemsee. „60 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland" stand im Mittelpunkt einer sehr interessanten Führung durch das ehemalige Augustiner Chorherrenstift, in dessen Mauern der Verfassungskonvent 1948 wichtige Weichen auf dem Weg zu dem Grundgesetz stellte. Imposante Baumpersönlichkeiten auf Herrenchiemsee waren das Ziel des abschließenden Spaziergangs über die Insel zurück zur Schiffsanlegestelle. Waldbesitzervorstand Felix Wörmann dankte am Ende des Tages dem forstlichen Berater der Vereinigung Michael Friedel für die Organisation und Vorbereitung der interessanten und vielseitigen Obmännerfahrt. Die Obmänner werden in den einzelnen Ortschaften des Vereinsgebiets der WBV Ammer-Loisach von den Mitgliedern gewählt. Sie informieren den Vorstand über örtliche Notwendigkeiten und unterstützen ihn mit ihrer Ortskenntnis bei der Erfüllung der Vereinsgeschäfte.

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