Frauenhaus Murnau

Gewalt hat Hausverbot: Ehrenamtliche Helferinnen gesucht

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Gewalt hat Hausverbot: Das Frauenhaus Murnau sucht ehrenamtliche Helferinnen.

Murnau – Mit Herz, Verstand und geduldigen Ohren setzen sich beim SkF e.V. Garmisch-Partenkirchen Frauen ehrenamtlich für Frauen ein, die häusliche Gewalt erfahren haben. Dieses Ehrenamt ist wichtig zur Sicherstellung der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit des Frauenhauses. Ein Ehrenamt mit bereichernden, aber auch mit Erfahrungen im Randbereich unserer Wohlfühlgesellschaft.

Gewalt hat viele Gesichter und Häusliche Gewalt passiert hinter verschlossenen Türen. Die betroffenen Frauen und Kinder sind erfinderisch, um nach außen das Bild der heilen Familie aufrecht zu erhalten. Doch was, wenn die Kraft dazu nicht mehr reicht und die Angst um das eigene Leben zu groß geworden ist, um in der Gewaltbeziehung bleiben zu können? Wo kann sich die betroffene Frau hinwenden? Wo gibt es Hilfe? Und wie sieht diese Hilfe aus? Die ehrenamtlich tätigen Frauen unterstützen die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Murnau in der Rufbereitschaft außerhalb der Bürozeiten. Ohne Terminvereinbarung helfen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen den Anruferinnen schnell und unbürokratisch. Die Anruferin erhält sofortige Informationen und erfährt Unterstützung in ihrer akuten angst- und gewaltgeprägten Situation. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen nehmen sich Zeit und gehen auf das akute Anliegen der Anruferin ein. Es wird abgeklärt, ob die Frau in eine Schutzeinrichtung aufgenommen werden will, oder ob es alternative Schutzorte gibt.

In die Schutzeinrichtung gebracht

Manchmal liegt die Gewaltsituation lange zurück und eine Frau wird von ihren Erinnerungen eingeholt, hat Gesprächsbedarf: Dann heißt es gut zuhören und an örtliche Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen vermitteln. Kommt es zu einer Aufnahme ins Frauenhaus, vereinbart die ehrenamtliche Mitarbeiterin einen Treffpunkt mit der Anruferin und bringt sie in die Schutzeinrichtung, wo sie und ihre Kinder zur Ruhe kommen können und in den folgenden Tagen von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen weitergehend unterstützt und beraten werden. Auch werden Klientinnen bei Behördengängen, Gerichtsterminen oder beim Umzug begleitet.

Weiblich, nicht vorbestraft mit Auto und Handy

Wer sich im Frauenhaus engagieren will braucht kein Vorwissen, keinen speziellen Beruf und keine langwierige Weiterbildung. Grundvoraussetzung ist: weiblich, nicht vorbestraft, PKW-Führerschein und Auto, Smartphone oder Telefon mit Internetzugang. Zudem ist die Unvoreingenommenheit und Offenheit allen Frauen gegenüber, die von Gewalt betroffen sind, wichtig. Wer sich gegen Häusliche Gewalt engagieren will, wird Teil einer bunten und herzlichen Ehrenamtsgruppe: Erzieherinnen, Krankenschwestern, Pädagoginnen, Hausfrauen, Dolmetscherinnen, Lehrerinnen, Verwaltungsangestellte, Mediatorinnen, Studentinnen, von Ende Zwanzig bis Anfang Sechzig. Sie sind Singles oder verheiratet, verwitwet, geschieden, getrennt lebend, mit und ohne Kinder und gehören verschiedenen Konfessionen an. 

Neben dieser guten Teammischung ist ein weiteres Plus die zeitliche Flexibilität. Es gibt keine feste Anzahl von Diensten, die im Monat abgeleistet werden müssen. Jede Ehrenamtliche legt ihre Dienste einen Monat in voraus fest und kann frei entscheiden, wann und wie viele Dienste sie übernimmt. Bisher konnte die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit auch in personellen Krisenzeiten stets gewährleistet werden. Die theoretische Einarbeitung erfolgt in der Kleingruppe. Danach gibt es eine praktische Einarbeitungsphase. Regelmäßige Treffen und Weiterbildungsmöglichkeiten und Supervisionsangebote gewährleisten die fachliche Kompetenz und die Selbstsicherheit in der Arbeit. 

Frauen, die sich ehrenamtlich im Frauenhaus Murnau engagieren wollen, melden sich bitte unter Tel. 08841-5711.

Von Kreisbote

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