Freestyle-Skierin Sabrina Cakmakli ist mit ihrem Auftreten happy

"Die Olympischen Spiele waren toll"

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Sabrina Cakmakli ist auch ohne Medaille zufrieden

GAP - Zum zweiten Mal war sie dabei und diesmal kam sie bis ins Finale, wo sie am Ende achte wurde. Für die Freestyle-Skierin Sabrina Cakmakli vom SC Partenkirchen waren die Winterspiele in Südkorea auch ohne Medaille erfolgreich.

Das zeigte sie auch mit ihrer unbekümmerten Art. „Wenn ich am Start stehe, denke ich mir einfach, das ist das, was ich liebe und das ist das, was mir einfach so viel Spaß macht. Das will ich den Leuten dann auch zeigen und habe deshalb immer einen riesigen Smile im Gesicht“, sagt die 23-Jährige, die früher Slopestyle fuhr und erst Sommer vor den Spielen 2014 vom Slopestyle zur Halfpipe umgestiegen war. „Das war absolut die richtige Entscheidung zum Halfpipe zu wechseln. Das Halfpipefahren macht mit so viel Spaß, es ist meine Disziplin. Ich bin super happy, dass ich den Umstieg geschafft habe“, blickt sie zurück.

Doch ganz ohne Slopestyle geht es dann doch nicht: „Es macht mir riesig Spaß, ab und zu ein bisschen Slopestyle - das tut mir auch gut.“ Gedanken, bei den Spielen in beiden Disziplinen an den Start zu gehen, hatte sie nicht. „Es war nur eine Läuferin, die beides gemacht hat. Devin Logan. Man hat es bei ihr gesehen, das ist sehr viel. Jeden Tag Training. Sie musste dann zum Teil auch das Training in der Halfpipe ausfallen lassen, weil sie die Quali für den Slopestyle hatte. Das ist wahnsinnig viel und eigentlich nicht mehr machbar, das Level ist sehr hoch.“

Cakmakli war die einzige deutsche Starterin in der Halfpipe. „Es ist sehr schwierig in Deutschland. Wir haben hier keine Halfpipe. Ich muss viel reisen und zum Training in die Schweiz oder in die USA fahren. Es ist kosten- und zeitintensiv.“ Die nächstgelegene Halfpipe ist in Laax.

Cakmakli ist jetzt bei den Schweizern integriert. „Das sind drei Stunden von Garmisch-Partenkirchen aus“, sagt die Athletin. „Seit Dezember bin ich dreimal in die USA geflogen, das war auch sehr energieraubend.“ Auch das Problem Nachwuchs ist da. „Ich bin hier die einzige in der Halfpipe und glaube auch nicht, dass jemand nachkommt. Das ist super schade, denn ich würde gerne mit anderen trainieren und auch mein Wissen an andere weitergeben.“ Zu den Topathleten ist es ein großer Unterschied. „Die Top drei (die Kanadierin Cassie Sharpe, die Französin Marie Martinod und die US-Amerikanerin Brita Sigourney; Anmerkung des Autors) sind einfach in einer anderen Liga. Das liegt auch an der Förderung. Ich hoffe, dass es sich in Deutschland auch weiterentwickelt.“ Die jungen Sportarten stehen zur Debatte. Heli Herdt, sportlicher Leiter der deutschen Freestyler forderte eine langfristige Absicherung, wenn Deutschland in der Weltspitze mitmischen wolle: Dann müsse „man sich ein vernünftiges Konzept überlegen und das mit Geld für die nächsten acht Jahre sicher untermauern.“ Etwa „600 000 bis 650 000 Euro“ als notwendige Summe pro Jahr hatte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbands, Wolfgang Maier, genannt. Trotz der schwierigen Bedingungen plant Cakmakli, ihre Karriere bis zu den Winterspielen 2022 fortzusetzen. In Peking würde sie im Alter von 27 Jahren auf die Erfahrung von zwei Olympia-Auftritten bauen können, müsste sie nach Meinung von Cheftrainer Rainer Higgelke aber gegen nachrückende starke junge Athletinnen wehren. Und für ihre Zukunft hat sich Cakmakli auch noch viel vorgenommen: „Ich denke, da geht noch mehr. Ich freue mich jetzt wieder anzugreifen.“

von Titus Fischer

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