Freilicht-Inszenierung mit großartigen Darstellern vor grandioser Kulisse

Der verstoßene Karl, der zum Räuberhauptmann wurde, rech- net mit seinem Bruder Franz ab. Marc Gilsdorf/www.marcfoto.de

Um es gleich vorweg zu sagen: Das Kultursommer-Freilichtspektakel „Die Räuber“ besticht durch eine großartige Kulisse, es ist eine großartige Inszenierung mit großartigen Schauspielern.

1782 in Mannheim uraufgeführt sorgte das Stück für nationales Aufsehen und machte Schiller auf einen Schlag berühmt. Für den Kultursommer 2011 setzte Georg Büttel das Drama gekonnt in Szene. Grandios die Idee der Initiatoren, die Freilichtaufführung vor der spektakulären Bergkulisse beim Gschwandtnerbauern anzusiedeln. Es passt perfekt, so als hätte es der Dramatiker Friedrich Schiller genau für diesen Schauplatz geschrieben. Wenn man sich rechtzeitig auf den Weg macht und den ca. 20 Minuten Anstieg bewältigt hat, (alternativ gibt es einen Shuttle-Service), dann schmeckt unter der Kastanie beim „Gschwandtner“ erst einmal ein kühles Radler, bevor man sich dann auf zweieinhalb Stunden großes Theater einlässt. Man merkt nicht, wie die Zeit vergeht, man nimmt kaum wahr, wie die Kälte langsam über die Bierbänke kriecht, so dermaßen packt einen das wilde Stück voller Sturm und Drang. Bei aller Dramatik aber produziert das Schauspiel zwischendurch auch Lacher bei den Zuschauern, hier ist es vor allem Matthias Gerstner in der Rolle des schrulligen-verschrobenen Hausknechts Daniel. Ungeliebt und vom Schicksal benachteiligt fühlt sich Franz Moor, den mimt Armin Schlagwein glänzend: kalt berechnend und bis an die Grenze des Wahnsinns zynisch und voller Hass auf den Bruder Karl (Otto Beckmann großartig in der Rolle des vom Vater verstoßenen Sohnes), der als Hauptmann einer Räuberbande die Freiheit in den Wälder sucht. Seine Angebetete Amalia gibt Ariane Ott wunderbar leicht und temperamentvoll. Der Mond steigt jetz immer weiter auf am sternenklaren Nachthimmel und scheint genau durch die Äste des magisch-alten Baumes, um den die Bühne gebaut wurde, und das Mondlicht gibt der Szenerie etwas Mystisches. Das Käuzchen schreit und der alte Graf von Moor taucht auf. Gerd Lohmeyer brilliert als enttäuschter Vater, der sich gegenüber seinen eigenwilligen Söhnen nicht mehr durchsetzten kann. Großes Kompliment an alle Darsteller, die Räuberbande, Pastor Moser (Harald Helfrich) und Toni Weinberger in einer Doppelrolle als Pater und Diener, Andreas Glas als Hermann. Wer die beeindruckende Freilicht-Inszenierung noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen. Bitte an warme, wetterfeste Kleidung denken ­– Decken können übrigens oben gegen 5 Euro Pfand ausgeliehen werden. „Die Räuber“ sind noch zu sehen am Freitag, 16. September, am Samstag, 17. September, sowie am Freitag, den 23. September und Sonntag, 25. September, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es auch beim KREISBOTEN-Verlag in der Olympiastraße 22.

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