Freisprechfeier für Landwirte – Zwölf Absolventen aus dem Landkreis erhielten ihre Gesellenbriefe

Bei der Freisprechungsfeier auf der Kreut-Alm waren dabei Klaus Klupak vom Landwirtschaftsamt Weilheim (hinten links) sowie die Ausbildungsleiterin Ulrike Promberger und Anton Wiesböck vom Prüfungsausschuss (rechts). Foto: Breitwieser

Trotz rückläufiger Zahlen der landwirtschaftlichen Betriebe, so auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, gewinnt der Wert einer fundierten landwirtschaftlichen Ausbildung immer mehr an Bedeutung. 70 junge Herren und 13 Damen aus dem Einzugsbereich der Landwirtschaftsämter Weilheim und Miesbach, darunter auch zwölf Prüflinge aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, konnten bei der traditionellen Freisprechungsfeier auf der Kreut-Alm in Großweil nach bestandenen Prüfungen ihre Gesellenbriefe empfangen.

Sie dürfen sich jetzt „Landwirt“ oder „Landwirtin“ nennen und haben die Möglichkeit, landwirtschaftliche Betriebe zu führen oder aber sich zum Meister, zum Agrarbetriebswirt oder zum Agrartechniker weiterzubilden. Nach einem Jahr Ausbildung in der Berufsschule und zwei weiteren Jahren in anerkannten Lehrbetrieben musste zum Schluss das Erlernte bei einer theoretischen und einer praktischen Prüfung unter Beweis gestellt werden. Dabei galt es die Kenntnisse in den verschiedenen Fachgebieten von der Tier- und Pflanzenproduktion bis zur Wirtschafts- und Sozialkunde aufzuzeigen. Interessant ist, dass von den 83 Absolventen 43 so genannte Quereinsteiger sind, die zuvor schon die Ausbildung in einem anderen Beruf abgeschlossen hatten und jetzt mit einer verkürzten Lehrzeit und über Abendkurse auch noch den Beruf des Landwirts oder der Landwirtin draufgesattelt haben, um den Familienbetrieb später im Nebenerwerb weiterzuführen. Direktor Johannes Hütz, Leiter des Landwirtschaftsamtes in Miesbach, hob in seiner Begrüßung hervor, dass heuer 13 Damen den Beruf „Landwirtin“ und nicht „Hauswirtschafterin“ gewählt haben. Letzteren (es waren 90 aus dem genannten Einzugsbereich) wurden am Tag zuvor an gleicher Stelle die Zeugnisse ausgehändigt. Sein Weilheimer Kollege Klaus Klupak ging ebenfalls auf die Situation der „Quereinsteiger“ ein und sprach von „zwei erlernten anspruchsvollen Berufen“, die den jungen Leuten nun die Türen für das Berufsleben öffneten. Ab heute seien nicht mehr die Noten im Zeugnis so wichtig, sondern die Fähigkeit, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. An die Eltern appellierte Klupak, der Jugend genügend Freiraum zu geben, während die Aussage „Habt Geduld mit euren Eltern“ eher an die jungen Leute gerichtet war, denn man könne einen Betrieb nicht von heute auf morgen total umkrempeln. Während Ausbildungsleiterin Ulrike Promberger sich darüber freute, dass 13 der Absolventen im Zeugnis eine eins vor dem Komma haben und der Prüfungsausschussvorsitzender Martin Hölzl die jungen Leute aufmunterte, ständig weiterzulernen und nicht vorhersehbare Rückschläge als Auslöser für eine neue positive Entwicklung anzusehen, fasste sich Absolventensprecher Johann Hohenadl recht kurz mit den Worten: „Wir hatten in den drei Jahren viel Gaudi und hoffen jetzt nur, dass was Gescheites im Zeugnis steht“.

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