Frühjahrsputz am Kranzberg – Forstarbeiten erhalten seltenen Pflanzenarten den Lebensraum

Josef Brandner (links) und Rudolf Plochmann beim Betrachten der Jahresringe eines gefällten Baumes. Foto: Kornelia Wehmeier

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KORNELIA WEHMEIER, Mittenwald – Auch der Wald braucht einen „Frühjahrsputz“, um seltenen, wärmeliebenden Pflanzen- und Straucharten mehr Licht und Sonne zu ermöglichen. Forstrevierleiter Rudolf Plochmann von der zuständigen Dienststelle Bad Tölz und Forstwirtschaftsmeister Josef Brandner aus Mittenwald leiten diese Naturschutzmaßnahmen, die mit Hilfe von vier Forstlehrlingen und zwei Bauhofarbeitern zur Zeit durchgeführt werden. Im Kranzberggebiet am wunderschön gelegenen Wanderweg Richtung Lautersee wurden auf einer zirka ein Hektar großen Waldfläche bereits vorher sondierte Kiefern und Fichten gefällt, um den darunter wachsenden Pflanzenarten neuen Lebensraum zu schaffen. Hier, so erklärt Josef Brandner, findet man den Felsenkreuzdorn, der sich im kalkhaltigen Boden flachgründig ausbreitet und den warmen Fönwind liebt. Dann die schützenswerte lila blühende Schneeheide und die weiß blühende Felsenbirne, ein Strauch, der im Herbst kleine rote Früchte trägt. Dann sieht man noch die Spirke, eine hochgewachsene Latsche mit orange-rötlicher Rinde. Alles Pflanzenarten, die dem Konkurrenzdruck der Bäume weichen müssen, wenn nicht immer wieder für eine Ent- buschung gesorgt wird. Rudolf Plochmann erklärt auch, dass es schon vor Jahrhunderten in diesem Gebiet einen großen Schneeheidewuchs gab, der sich durch Baumfällungen zu einer Natur- und Weidelandschaft entwickeln konnte. Doch nach 1970 wurde die Beweidung eingestellt, und die Bäume konnten sich wieder durchsetzen. Nun sorgt der Forst immer wieder dafür, dass auch die Pflanzen ihren Platz behaupten können. Die abgestorbenen Bäume, die sogenannten „Biotopbäume“ werden bewusst stehen gelassen, da sie eine wichtige holzzersetzende Funktion für Pilze haben und Bäumhöhlen für Vögel, Insekten und Fledermäuse bilden. So habe alles in der Natur seinen Sinn und seine Aufgabe, stellt Plochmann fest. Die Staatliche Bayerische Forstverwaltung fördert diese Naturschutzmaßnahmen und der Forst beteiligt sich mit zehn Prozent Eigenanteil daran.

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