Forstministerin Michaela Kaniber eröffnet Naturfriedhof

»Stiller Wald« – Mittenwald

Ehrengäste
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Eröffnung des Naturfriedhofs „Stiller Wald – Mittenwald(v.l.): Martin Neumeyer (Vorstandsvorsitzender Bayerische Staatsforsten, Bastian Eiter (Bürgermeister Wallgau), Enrico Corongiu (Bürgermeister Mittenwald), MdL Michaela Kaniber (Forstministerin), Rudolf Phmann (Forstbetriebsleiter Bad Tölz), Thomas Schwarzenberger (Bürgermeister Krün) und Anton Speer (Landrat).

Mittenwald – „Was für ein Ort. Mächtige alte Bäume, liebliche Lichtungen und das alles vor der beeindruckenden Kulisse des Wettersteingebirges“. Für Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) war bei ihrer Eröffnung des im Elmauer Tal gelegenen Naturfriedhofs schon der Weg vom Parkplatz zur Andachtshalle etwas Besonderes. „Beruhigend und ergreifend. Seit jeher wünschen sich Menschen, an einem solchen Ort inmitten unberührter Natur ihre letzte Ruhe zu finden“.

Der von den Bayerischen Staatsforsten in Kooperation mit der Marktgemeinde Mittenwald entstandene erste Naturfriedhof im bayerischen Alpenraum zwischen Schloss Elmau und Schloss Kranzbach bietet auf 31 Hektar Platz für 350 Urnen. „Der Wald symbolisiert wie kein anderer Ort den Beginn und das Ende von Leben“, so die Ministerin, „im Frühling wachsen zarte Blätter, die den Baum ernähren und im Herbst fallen sie in wundervoller Farbenpracht ab. Genauso gehen Urne und Asche in den natürlichen Kreislauf des Lebens über“.

Ein Lob gab es für die Bayerischen Staatsforsten. „Sie haben der zunehmenden Naturverbundenheit vieler Menschen und ihrem Bedürfnis nach einer Waldbestattung Rechnung getragen. Der Blick in einem Naturfriedhof geht nicht nur nach unten in das Grab sondern auch nach oben in den Himmel“.

Die Ehrengäste hatte Rudolf Plochmann als zuständiger Forstbetriebsleiter aus Bad Tölz begrüßt. „Ein Lob für die gute Zusammenarbeit an die Marktgemeinde Mittenwald mit Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) und an die durch ihre Bürgermeister vertretenden Nachbargemeinden Krün mit Thomas Schwarzenberger (CSU) und Wallgau mit Bastian Eiter (SPD)“. Martin Neumeyer stellte als Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten die große Verbundenheit zwischen den Forst- und Landkreisbehörden heraus. „Wir konnten im Vorfeld alle relevanten Fragen gemeinsam klären.“. Ein Lob ging hier an den Projektleiter und als Vater des Naturfriedhofs genannten Bernd Vetter und an Matthias Wurmer aus Mittenwald“. Der 46-Jährige ist von den Staatsforsten als erster „Kundenbetreuer Naturfriedhof“ eingestellt worden. „Wir haben das Gelände mit Wegen, Bänken und einem Aussichtsplatz erschlossen“, erklärte der im Geigenbauort als Schmitzer Hias bekannte Familienvater, „dabei wurden 350 Grabstellen an markanten Bäumen eingemessen, taxiert, digitalisiert und auf Karten eingetragen“.

An der Mustergrabstelle (v.l.): Projektleiter Bernd Vetter und Matthias Wurmer („Schnitzer“).

Landrat Anton Speer (FW) nannte diesen Naturfriedhof eine Besonderheit für Mittenwald und den ganzen Landkreis. „Ein Projekt mit überregionaler Strahlkraft ähnlich wie der 2015 abgehaltene G7-Gipfel in Schloss Elmau, der als einer der friedlichsten in die Geschichte eingehen wird. Deshalb könnte auch die Bezeichnung Stiller Wald nicht treffender sein“. Als zuständiger Gemeindechef stellte Bürgermeister Corongiu aus Mittenwald die gute Zusammenarbeit während der letzten zwei Jahre mit allen Beteiligten heraus. „Ich bin froh, dass die Entscheidung Stiller Wald für unsere Region gefallen ist. Dieser Weg zurück zur Natur wird funktionieren, zumal auch mit dem sich in der katholischen Kirchenverwaltung engagierten Wurmer ein Mann mit Fach-, Sach- und Menschenkenntnis am Werk ist“.

Für die kirchliche Weihe - das Andachtsgebäude mit seinem gebogenen Lindenholz-Schindeldach soll die im Logo der Staatsforsten neben dem Kreuz gezeigten fallenden Blätter symbolisieren - sorgte die Geistlichkeit. Die evangelische Pfarrerin Simone Hilbert-Hegele sprach über das Verhältnis von Menschen zu Gott und zur Erde und nannte den Naturfriedhof einen Ort, an dem man Frieden findet. Der katholische Pfarrer Michael Wehrsdorf stellte bei seiner Segnung klar, „dass unsere Heimat im Himmel ist“. Die feierliche Eröffnung endete mit einem Gang zu einer von Projektleiter Vatter ausgesuchten und erklärten „Mustergrabstelle“. Der Stille Wald Mittenwald wird allerdings nicht mehr lange der Einzige in Bayern sein. „Wir planen weitere Projekte“, gab Martin Neumeyer von den Staatsforsten bekannt, „derzeit entsteht in Schnaittach bei Nürnberg ein weiterer Naturfriedhofs“. kun

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