Serenade, Ehrenabend, Gottesdienst und Parkfest sind an diesem Wochenende geplant

Garmischer Trachtler feiern ihr 125-jähriges Jubiläum

Gründungsausschuss
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Der Gründungsausschuss des VTV Garmisch im Jahre 1896: Hinten von links nach rechts: Ignaz Lechner (Nandl Naze, Konditor, Wirt Blaue Traube), Mathias Reiser (Obermüller), Thomas Sailer (Bichler), Josef Streitel (Hafner), Bernhard Lödermann (Moar), Johann Hohenleitner (Gore). Unten von links: Andreas Aigner (Wirt in der Schmölz), Johann Ostler (Baumeister und Gründungsvorstand), Wunibald Ostler (Bratte-Wuni). (Repro)

GAP – Denkt man an einen Trachtenverein, fallen einem zuerst Schuhplattler und Tänze ein. Aber es ist weit mehr, was die Volkstrachtenvereine zu bieten haben. Der über 400 Mitglieder zählende Garmischer Verein feiert in diesem Jahr sein 125. Gründungsfest und kann dabei auf viele Höhepunkte zurückblicken.

Christian Ruf, der 1. Vorstand der Garmischer Trachtler, weiß nur zu gut, was der Verein in Vergangenheit und Gegenwart geleistet hat. „Wir pflegen die Gemeinschaft untereinander, halten das Gedenken an die Gefallenen und Vermissten hoch, schätzen unser Trachteng‘wand und haben mit vielen Spenden in den vergangenen Jahrzehnten auch kirchliche Belange stets unterstützt.“ Ob Kirchenfenster oder Glocken, der Volkstrachtenverein war immer zur Stelle, um für die Kirche vor Ort und den Glauben einzutreten. Dies tut er bei Festgottesdiensten und ganz besonders bei der Fronleichnamsprozession, die ohne Mitwirkung der Trachtenträger nicht vorstellbar wäre. Auch wenn Pandemie-bedingt kein großes Festzelt im Wittelsbacher Park ruft, haben sich die Verantwortlichen Gedanken für ein angemessenes Ersatzprogramm gemacht.

125 Jahre VTV Garmisch – dahinter stehen viele Männer, die zum einen die Zeichen der Zeit erkannt und den Verein aus der Taufe gehoben oder später wie Kapitäne ihr Schiff durch unsichere Zeiten manövriert haben. Zwei Weltkriege, zwei Inflationen, Weltwirtschaftskrise und nunmehr die Corona-Pandemie haben außer kleineren und größeren Beulen der Institution „Volkstrachtenverein Garmisch“ bis heute nichts anhaben können. Zehn Jahre lang war Luitpold von Bayern bereits als Prinzregent in Amt und Würden, als sich Pioniere wie Baumeister Johann Ostler und Wunibald Ostler (Bratte-Wuni) mit Gleichgesinnten zusammenschlossen und am 21. Januar 1896 den Verein begründeten. Es waren auch Männer am Ruder, die über Jahrzehnte dem Verein, dem Gau und der Trachtensache mit hohem Einsatz dienten. „Als Beispiel soll die Familie Maderspacher stehen, die mit Luis Maderspacher senior in einer schwierigen Zeit von 1936-1958 den Vorstand stellte, gefolgt von seinem Sohn Luis Maderspacher junior (1958-1961) und später Alois Maders_pacher ab 1984-2002.

Auch die nächste Generation engagierte sich wie Alois Maderspacher junior als 2. Vorplattler und gegenwärtig Andreas als Fähnrich des Vereins“, schildert Christian Ruf. Weitblick bewiesen im Jahre 1968 die Vorstände Ignaz Maurer (Paul‘n-Nazi) und Matthias Ostler (Glosa), als sie aus dem alten Brauerei-Lagerkeller den Veranstaltungssaal „Bayernhalle“ kreierten. „In ganzen sechs Wochen wurde dies mit unzähligen ehrenamtlichen Stunden geleistet“, erinnert sich Maurer. Ludwig Nöhmeier hat als „Hallen-Chef“ über Jahrzehnte mit großem Einsatz dafür gesorgt, dass die Bayernalle mit „Leben erfüllt wird“ und unzählige Heimatabende und Veranstaltungen organisiert. Gegenwärtig wird die vereinseigene Halle erfolgreich von Peppi Karg betreut. Eine große Rolle im Vereinsleben spielt außer der jährlichen Festwoche die Werdenfelser Fosenacht. So lädt der Verein Jahr für Jahr am Faschingssamstag zum großen bürgerlichen Trachtenball ein, im Übrigen der letzte Grün-Weiß-Ball im Ortsteil Garmisch. Fester Bestandteil: Die traditionelle Fosenacht mit den Schellenrührern, die den Ball eröffnen und die Untersberger Mandlan, die zum „Schottischen“ der Musikkapelle tanzen. Viel Brauchtumsarbeit also, die die beiden Vereinsvorständen Christian Ruf und Vize Hannes Karg im Jahreslauf zu bewältigen haben. So steht anlässlich des 125er Jubiläums der besondere Wunsch der beiden Vorstände an ihre Mitglieder: „Die Treue zum Verein und zur Trachtensache, ein reges Miteinander und Kameradschaft untereinander.“ Klaus Munz

Das Programm

Samstag, 31. Juli 2021: - 18.45 Uhr Aufstellung am St.-Josefs-Platz

- 19.00 Uhr Serenade am Kriegerdenkmal am Marienplatz; Abmarsch zum Festplatz Wittelsbacher Park

- ab 20 Uhr Festabend mit Ehrungen

Sonntag, 1. August 2021: - 9.45 Uhr Aufstellung am St.-Josefs-Platz

- 10.00 Uhr Kirchenzug zum Mohrenplatz

- 10.30 Uhr Festgottesdienst am Mohrenplatz; anschl. Rückmarsch zum Parkfest im Wittelsbacher Park

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