Den Gegner unterschätzt – SCR unterliegt Ravensburg und bleibt ohne Punkt am Wochenende

Florian Vollmer erzielte den Ehrentreffer. Foto: Sehr

Zwei, vier, fünf, vier, fünf – so lautete die hervorragende Punktausbeute des SC Riessersee an den vergangenen Wochenende vor dem dritten Advent. Doch nach der 2:5-Niederlage im Heimspiel (siehe nebenan) wurde auch die Auswärtsbegegnung bei den Ravensburg Towerstars mit 1:5 verloren. Damit gab es eine Nullnummer für die Werdenfelser, die erste seit Ende Oktober.

„Das, was wir uns in den vergangenen Eineinhalb Monaten hart erarbeitet hatten, ist an einem einzigen Wochenende weg“, schimpfte Trainer Zdenek Travnicek. Die Konsequenz: In der Tabelle rutschte der SC Riessersee von Rang sechs auf Platz elf ab. „Die Liga ist so ausgeglichen, da darf man keine Mannschaft unterschätzen. Die Spieler haben wohl gedacht, es läuft einfach und man kann locker spielen“, ärgert er sich. Lediglich 2000 Zuschauern hatten sich in der Oberschwabenhalle eingefunden, um das Duell zu sehen. Für Ravensburger Verhältnisse eine schwache Fankulisse, die den Grund in den schwachen Leistungen der Mannschaft in den vorausgegangenen Spielen hatte. Doch die Gastgeber spielten nicht wie ein Tabellenvorletzter, sondern gaben richtig Gas: Zwei lange Unterbrechungen aufgrund einer Verletzung des Linesmen sowie Problemen bei der Torverankerung kamen den Riesserseern als willkommene Verschnaupause gelegen, denn es rollte Angriff auf Angriff auf das Gehäuse von Harti Wild. Zwei Pfostenschüsse sowie ein Lattenknaller standen für die Gastgeber zu Buche, auf der Gegenseite stand Towerstars Torhüter Matthias Nemec bei den wenigen, aber brandgefährlichen Angriffen der Werdenfelser gekonnt seinen Mann. Letztlich ging es torlos in die erste Pause. „Es war ein Wunder, dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand. Harti hat uns ganz klar im Spiel gehalten“, sagte Travnicek. Nur viermal hatten es die Werdenfelser in den ersten 20 Minuten überhaupt geschafft, auf das Tor des amtierenden Meisters zu schießen. Der zweite Abschnitt begann perfekt für den SCR: Matt Kinch musste auf die Strafbank und Florian Vollmer schlenzte freistehend und unhaltbar zum 1:0 ein. Danach wirkten die Towerstars verunsichert und brauchten einige Minuten, den Rückstand trotz voriger spielerischer Überlegenheit zu verdauen. Doch dann leisteten sich auch die Riesserseer durch Lubor Dibelka einen Strafzeit und Frederik Cabana fälschte in der 32. Minute einen Hammerschuss von Lukas Slavetinksy unhaltbar zum verdienten Ausgleich ab. Ganze 53 Sekunden später erhöhte Kiel McLeod nach einer Kombination auf 2:1. Dass sich die Oberschwaben unter dem Jubel der Fans in einen regelrechten Rausch gespielt hatten, unterstrich erneut Frederik Cabana, als er 55 Sekunden vor der zweiten Pause auf 3:1 stellte. Damit war schon so etwas wie eine Vorentscheidung gefallen. Auch nicht, als Marko Friedrich aufgrund eines Fouls mit Verletzungsfolge frühzeitig zum Duschen musste. Die Riesserseer konnten das fünfminütige Überzahlspiel auch deshalb nicht ausnutzen, weil Greg Collins nur wenige Sekunden später nach einem Foul mit einer Zweiminutenstrafe belegt wurde. Als die Oberschwaben wieder komplett agieren konnten, übernahmen sie wieder das Kommando.Als Lukas Slavetinksy in der 53. Minute zum 4:1 traf, was endgültig klar, dass der SCR ohne Punkte an diesem Wochenende bleiben sollte. Christopher Oravec setzte kurz vor Schluss mit dem 5:1 den Schlusspunkt unter eine einseitige Parite. „Vom ersten Stürmer bis zum siebten Verteidiger war heute alles ein Totalausfall“, schimpfte Travnicek. Lediglich auf Torhüter Wild nahm er von seiner Kritik aus. „Wir müssen zurück zum Anfang“, fordert der Trainer für die kommenden Spiele. Die werden nicht einfach, denn es geht gegen zwei der Top fünf Mannschaften in der Liga: Am Freitag gastieren die Riesserseer um 19.30 Uhr bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser, ehe am vierten Adventssonntag das Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven ansteht. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr im Olympia-Eissportzentrum.

Meistgelesen

"Alles hat seine Zeit"
"Alles hat seine Zeit"
Brücke in die Arbeitsgesellschaft
Brücke in die Arbeitsgesellschaft
Manager Ralf Bader rausgeworfen
Manager Ralf Bader rausgeworfen
Übergriff auf 24-Jährige
Übergriff auf 24-Jährige

Kommentare