Gemeinsame Herausforderungen

Bergwacht und Polizei treffen sich im Polizeipräsidium

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Robert Kopp und Daniel Freudig trafen sich in Rosenheim.

Rosenheim/Region - Vermisstensuchen, Unglücksfälle, Waldbrände, das sind nur einige Beispiele für Einsatzszenarien, bei denen Bergwacht und Polizei im bayerischen Alpenland eng zusammenarbeiten. Im Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim trafen sich die führenden Vertreter beider Organisationen bzw. Behörden, um die Herausforderungen der Zukunft abzustimmen.

Die Rettungsaktion in der Riesending-Höhle, als ein Forscher im Juni 2014 tief im Innern des Berges schwer verunglückte, hielt damals nicht nur die Region wochenlang in Atem, die Details der spektakulären Rettung gingen sogar um die Welt. Am Schluss kam es zu einem glücklichen Ende, dem Unfallopfer geht es heute wieder gut.

Dieser Fall steht beispielhaft für viele, bei denen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Bergwacht Bayern und die speziell geschulten Polizeibeamten der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Schulter an Schulter im alpinen Gelände für die Rettung von Menschen sorgen müssen, sich leider aber auch manchmal nur noch um die Bergung von Unfallopfern kümmern können.

Kein erforderliches Wissen und nötige Ausrüstung

Im vergangenen Jahr 2016 mussten so im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 206 Einsätze (2015: 194) mit Polizeibeteiligung bewältigt werden. Neben Ski- (49) und Flugunfällen (8), Lawinenabgängen (3) und sonstigen Einsätzen (57) sind die Helfer besonders bei der Suche nach Vermissten (28) und natürlich bei „klassischen“ Bergunfällen (61) gefordert. Bei diesen Einsätzen kamen 41 Menschen ums Leben (2015: 32), ein Höchststand seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Jahr 2009! Zahlen, die nachdenklich stimmen und sicherlich auch darauf zurückzuführen sind, dass immer mehr Menschen in ihrer Freizeit den Weg in die Natur suchen, oftmals aber nicht das erforderliche Wissen und die nötige Ausrüstung dafür haben.

Daniel Freuding, der Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, und Polizeipräsident Robert Kopp, saßen gestern einen Tag lang mit führenden Vertretern beider Organisationen bzw. Behörden im Polizeipräsidium in Rosenheim an einem Tisch, um die weitere Ausrichtung der bereits sehr guten Zusammenarbeit zu besprechen. Bei dem Arbeitstreffen ging es um einsatztaktische Themen, die Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit, nicht zuletzt aber auch um ein persönliches Kennenlernen der Verantwortlichen.

Bergwacht und Polizei rücken zusammen

Polizeipräsident Robert Kopp betonte danach, warum ihm das Treffen so wichtig war: „Menschenleben konnten in den vergangenen Jahren gerettet werden, weil Bergwacht und Polizei schnell und professionell Hilfe leisteten. Unglücksfälle wurden geklärt, weil Fachleute unserer beiden Organisationen eng zusammenarbeiteten. Für die Zukunft haben wir vereinbart, dass Bergwacht und Polizei nach Möglichkeit noch enger „zusammenrücken“, weil wir die steigenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen können. Für uns als Polizei im südlichen Oberbayern bedeutet die Vielzahl dieser Einsätze – 2016 investierten meine Kolleginnen und Kollegen der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) rund 7.000 Stunden in diese Tätigkeiten – eine hohe personelle Belastung. Aber eine, die sich in jedem Fall auszahlt.“

„In der alpinen Umgebung und beim Bergsteigen ist das füreinander Einstehen immer wichtig. Dieser Grundsatz gilt auch für die Bergretter im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Polizeibergführern und Alpinbeamten bei Bergunfällen - trotz unterschiedlicher gesetzlicher Aufträge der beiden Organisationen, erklärte Bergwacht-Geschäftsführer Daniel Freuding. „Wichtig ist es uns nicht nur im unmittelbaren Einsatz eng zu kooperieren, sondern auch bereits im Vorfeld bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen eine gemeinsame Basis zu schaffen. Hierfür war der heutige Tag von zentraler Bedeutung und wir dürfen uns für die Offenheit und das Vertrauen der Polizei herzlich bedanken, resümierte Daniel Freuding“.

Von Alma Jazbec

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