Gerhard Lutz geht in den verdienten Ruhestand – Robert Seidl rückt in die Führungs-Etage nach

Generationswechsel beim Autohaus Hornung 

Ein Generationswechsel wird vollzogen (von links): Geschäftsführer Christian Stechl, Firmeninhaber R. Michael Hornung, der scheidende Geschäftsführer Gerhard Lutz und der neue Geschäftsführer Robert Seidl.
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Ein Generationswechsel wird vollzogen (von links): Geschäftsführer Christian Stechl, Firmeninhaber R. Michael Hornung, der scheidende Geschäftsführer Gerhard Lutz und der neue Geschäftsführer Robert Seidl.

„Da gäbe es was in Garmisch-Partenkirchen!“ Mit diesen Worten hatte 1992 ein führender Mitarbeiter des Mercedes-Benz-Konzerns den gelernten Industriekaufmann Gerhard Lutz aus Eningen bei Reutlingen in den bayerischen Doppelort gelockt. Und das eher durch Zufall. 

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Baden-Württemberger mit Stationen im Stammwerk Stutt­gart, sowie den Niederlassun­gen Würzburg und München bereits Führungsaufgaben in­ne, war inklusiv seiner Ausbil­dung bereits 17 Jahre der Mar­ke mit dem Stern verbunden. 29 weitere Jahre sollten es dann noch beim Autohaus Hornung werden. Am 1. Mai nun ist für Lutz nach gut 47 Jahren in der Kfz-Bran­che Schluss – zumindest beim operativen Tagesgeschäft! „Ich unterstütze meine Nachfolger im Haus aber gerne noch be­ratend, etwa bei Sonderaufga­ben, jedoch mit freier Zeitein­teilung“, betont der 65-Jährige. Und die Nachfolge ist in gu­ten Händen. Robert Seidl, zu­letzt Niederlassungsleiter im Betrieb Penzberg, wechselte bereits im Januar den Schreib­tisch und wird gut vorbereitet die Nachfolge des bewährten Gerhard Lutz antreten. Nicht ganz allein, als 2. Geschäftsfüh­rer fungiert Christian Stechl als weitere Führungskraft innerhalb der Geschäftsleitung.

Gerhard Lutz wechselte 1992 zum Händlerbetrieb

Beim Autohaus Hornung ent­stand nach dem Ableben des Firmengründers Fritz Hornung und dem gewaltsamen Tod des älteren Sohnes Kurt in den frü­hen 1990er Jahren ein Vakuum, dass der jüngere Nachkomme R. Michael Hornung nicht alleine hätte auffangen können. Nach einigen kurzfristigen Zwischen­lösungen, kam Gerhard Lutz als Spezialist fürs Ersatzteilwesen und EDV nach Garmisch-Parten­kirchen. „Ich wollte aber immer schon gerne Vertriebsaufgaben wahrnehmen, dies war nun auch eine persönliche Chance“, er­innert sich Lutz. Und es sollten sehr erfolgreiche Jahre werden. Die Liste auf der Haben-Seite ist dementsprechend lang.

So hat Lutz zunächst in den Standort Penzberg investiert, dieser verfügte anfangs nur über einen Werkstattbetrieb, und ei­ne Verkaufsabteilung angeglie­dert. 1994 folgte der Erwerb des früheren Autohauses Braun ge­genüber dem Garmisch-Parten­kirchner Stammhaus, ab 1995 die Umsetzung eines Karosse­riefachzentrums, das seit dem Jahre 2001, also mittlerweile ge­nau 20 Jahre, zusammen mit der Firma Auto-Heitz geführt wird. „Auch die Lackiererei von Jür­gen Böhm kam damals dazu“, zählt Lutz auf. Seit 2010 nahm Hornung noch die Firma Maier in der Unterfeldstraße mit den Spezialgebieten Räder, Reifen und allgemeiner Auto-Service unter seine Fittiche. Als letztes „Baby“ von Lutz und seiner Füh­rungs-Crew gilt das Wohnmobil­zentrum, das auf dem Gelände des früheren Autohauses Kern in Murnau ab Juli vergangenen Jah­res entstand. Dort werden heute Camper der bekannten Firmen Westfalia oder Hymer verkauft. „Die Idee bestand schon länger, aber bereits hier brachte sich mein Nachfolger Robert Seidl (seit 01.07.2020 Geschäftsführer vom Hornung-Camper-Center) sehr aktiv mit ein.

Kräftige Investitionen und Aufstockung auf 200 Mitarbeiter

Neben diesen weitsichtigen Entscheidungen lag dem nun scheidenden Geschäftsführer besonders der LKW-Betrieb am Herzen. „Der Standort an der Prof.-Carl-Reiser-Straße war ein­fach zu beengt“, schildert Lutz. Im Kreisort fand sich jedoch auf die Schnelle keine passende Lö­sung. „Als Vorsitzender des hie­sigen IHK-Gremiums kam ich da­mals zum Chef von Kern-Micro­technik nach Eschenlohe – zum Gratulieren anlässlich seines Ge­burtstages“, schmunzelt Lutz. „Ich habe ihn gefragt, ob sich aus einem Teil der üppigen Fir­menhalle eine LKW-Werkstatt entwickeln ließe“. Und 2016 entstand dann gleich neben der Olympiastraße ein zeitgemäßer Nutzfahrzeug-Werkstattbetrieb mit ausreichend Wartungs- und Reparaturplätzen und einer großzügigen Freifläche.

Als ideal für beide Teile er­wies sich auch die Tatsache, dass der Großkunde von Merce­des-Benz-Hornung, die Spediti­on Wittwer, im gleichen Gewer­begebiet angesiedelt ist. Parallel tüftelte man im gleichen Jahr an einer Lösung für den Stand­ort Penzberg. „Ein Leuchtturm­projekt“, nennt es Lutz heute rückblickend, ein „Magnet für den Neuwagenverkauf“, der die Hersteller-Vorgaben mehr als er­füllt. „Ob Kunden aus Starnberg, Wolfratshausen, Geretsried – die Stadt Penzberg lässt sich über die Autobahn bestens errei­chen“. Durch den Betriebszu­wachs und den Erweiterungen stieg die Mitarbeiterzahl in der Amtszeit von Lutz von etwa 70 auf nunmehr 200 Mitarbeiter!

Impressionen des Autohaus Hornung

Impressionen des Autohaus Hornung
Weiterhin in guten Händen: Gerhard Lutz (li.) und Robert Seidl bei der Geschäftsübergabe. © Klaus Munz
Impressionen des Autohaus Hornung
Blick auf den Hauptbetrieb in Garmisch-Partenkirchen. Hier wird auch künftig der Sitz der Geschäftsleitung sein. © Klaus Munz
Impressionen des Autohaus Hornung
Die Feierstunde wurde mit Schnelltests coronakonform abgesichert. Links: Firmeninhaber R. Michael Hornung verabschiedet Gerhard Lutz und gratuliert Robert Seidl (rechts) offiziell zur Geschäftsübergabe. © Marc Gilsdorf
Impressionen des Autohaus Hornung
DSC_0730.JPGDie Feierstunde wurde mit Schnelltests coronakonform abgesichert. Links: Firmeninhaber R. Michael Hornung verabschiedet Gerhard Lutz und gratuliert Robert Seidl (rechts) offiziell zur Geschäftsübergabe. © Marc Gilsdorf
Impressionen des Autohaus Hornung
Stets im besten Einvernehmen (v.l.): Gerhard Lutz und R. Michael Hornung. Das Foto entstand bei der Eröffnungsfeier des neuen LKW Betriebs in Eschenlohe am 8.10.2016. © Pöhlmann

Von der Energiekrise bis zu den Boom-Jahren

Ein so erfahrener Geschäfts­mann wie Gerhard Lutz kann viel erzählen. Er erinnert sich noch gut an die Ölkrise in den 1970er Jahren, die bei der Bran­che für Kurzarbeit sorgte, aber auch an eine blühende Zeit der Jahre 1975-1990. „Eine Zeitspanne, an dem Daimler für das 123er Modell drei Jah­re Lieferzeit hatte“, schmunzelt Lutz. „Schwieriger wurde es ab etwa 1992, um 2008 kann man durchaus auch von einer Krise sprechen. Seitdem ging es wie­der aufwärts in der Branche. „Es hat all die Jahre Spaß gemacht“, urteilt Lutz, dem nicht nur der Ruf vorauseilt, für betriebliche Entscheidungen stets „den rich­tigen Riecher“ gehabt zu haben. Gleichwohl sagt man ihm „ ein ganz besonderes Händchen“ beim Umgang mit der Beleg­schaft nach. „Kollegialität, ein offener Umgang miteinander“, waren da die „Zauberworte“, die wenig Fluktuation bei den Mitarbeitern im Betrieb bedeu­teten. Auch zu seinem Nachfol­ger pflegt er ein äußerst freund­schaftliches Miteinander, im Be­trieb, aber auch privat etwa auf dem Golfplatz.

Konsequente Ausbildung und Förderung sorgt für viele „Eigengewächse“

„Gut 300 Lehrlinge haben die letzten drei Jahrzehnte das Auto­haus durchlaufen“, betont Lutz. Und es hat mich meist mit Stolz erfüllt, was aus den Azubi‘s ge­worden ist. „Bei der Einstellung habe ich mich weniger auf die schulischen Leistungen, mehr auf die Ausstrahlung der Bewer­ber und mein Bauchgefühl ver­lassen“. Und damit war Gerhard Lutz, mit seiner Mischung aus Autorität und Kumpelhaftigkeit stets gut beraten. Auch Robert Seidl ist so ein Eigengewächs, ist im Betrieb gereift. Und nicht nur Lutz, sondern auch Seidl ist davon überzeugt, dass die Ausrichtung und Positionierung der traditionsreichen Firma am Markt 1:1 weitergeführt wird. „Weil auch die betrieblichen Entscheidungen in der Summe stets richtig waren“, sagt Lutz. „So sind wir zum unschlagbaren Team geworden! Es war auch wichtig, dass uns der Firmen­inhaber R. Michael Hornung stets das notwendige Vertrau­en schenkte. Wir sind ihm auch dankbar, dass wir zum einen die Freiheit hatten zu agieren, ande­rerseits hat er das erwirtschaf­tete Kapital wieder sinnvoll und vorausschauend investiert – dies ist beileibe nicht selbstverständ­lich!“ Im Übrigen streben die Hornung-Betriebe auch in die­sem Jahr an, 15 Ausbildungs­plätze anzubieten. „Denn auf Fachkräfte legen wir höchsten Wert!“

Reibungsloser Übergang

Mit 16 Jahren begann der heu­te 41-jährige Ohlstädter Ro­bert Seidl im September 1996 bei Hornung seine Ausbildung zum Bürokaufmann, arbeitete in der Dispo, dann 12 Jahre im Verkauf, sammelte Erfahrung als Filialleiter in Penzberg, bis er nunmehr von seinem „Men­tor und Ziehvater“ Gerhard Lutz mit noch höheren Aufgaben be­traut wurde. „Er tickt wie ich“, urteilt Lutz über Seidl, der den Ball gleich zurückspielt und seinen bisherigen Chef wegen seinen Charaktereigenschaften lobt. „Er hatte stets ein offenes Ohr, sich Respekt bei der Beleg­schaft erarbeitet“. Beruflich ver­stand er es brillant, mit Zahlen umzugehen. Was auch seine Er­folge in der fast 30-jährigen Tä­tigkeit beim Autohaus Hornung widerspiegeln. Für sein Zuhause, seine Frau und sein großes Ho­bby, das Golfen, hat Lutz künf­tig nun mehr Zeit. Was wir ihm nach dieser Bilderbuch-Karrie­re in der freien Wirtschaft von Herzen gönnen. Klaus Munz

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