Gewerbe ansiedeln – Junge Union legt Konzept vor

Der Kreisverband der Jungen Union (JU) Garmisch-Partenkirchen hat für das neue Jahr ein Konzept erarbeitet, das wichtige Themen ins Zentrum rückt. Die JU schlägt eine gezielte Wirtschaftsförderung durch die Kreisentwicklungsgesellschaft vor. Ein persönliches Schreiben erreichte dieser Tage den Geschäftsführer Daniel Gromotka, in dem für eine Förderung hochqualifizierter Unternehmen geworben wird, um gut ausgebildete junge Menschen im Landkreis halten zu können.

Im Landkreis gebe es zu wenige hochqualifizierte Arbeitsplätze außerhalb des Gesundheitssektors, heißt es in dem Schreiben. Hochschulabsolventen seien daher meist dazu genötigt, entweder den Landkreis zu verlassen oder lange Entfernungen zu ihrem Arbeitsplatz zu überbrücken. Dies liege vor allem daran, dass sich bis dato zu wenige Unternehmen außerhalb des Gesundheitssektors im Landkreis niedergelassen hätten, bemängelt die JU. Ziel sollte deshalb sein, Unternehmen auch außerhalb des Gesundheitssektors Anreize zu bieten, sich im Landkreis niederzulassen. Dies würde zu mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen führen, stellte die JU in Aussicht. Zudem würden auch Einzelhändler und Unternehmen außerhalb des geförderten Bereichs (Bäcker, Restaurants, Einzelhandel, Ver- mieter, Zulieferer, etc.) davon profitieren, da auch in diesen Branchen weitere Arbeitsplätze enstünden. Um das zu erreichen, verfolgt die JU folgenden Gedanken: Die Kreisentwicklungsgesellschaft bietet das ideale Podium um Unternehmen zu unter- stützen, sich im Landkreis niederzulassen. In ihr gruppieren sich alle 22 Gemeinden sowie die Kreissparkasse, die Volks- und Raiffeisenbank Garmisch-Partenkirchen und das Kreisklinikum. Die Kreisentwicklungsgesellschaft könnte gezielt Gewerbeflächen erwerben und diese verbilligt an förderbare Unternehmen langfristig verpachten. Es komme dabei nicht darauf an, wo im Landkreis diese Flächen bereitgestellt werden, so die JU. Sie sollten dahingehend erworben werden, dass potentielle Unternehmen einen strategischen Vorteil bei der Ansiedlung erhalten. Zudem sollte in Kooperation mit den heimischen Banken ein Konzept entwickelt werden, dass potentielle Unternehmen einen günstigen Startkredit bekommen, fordert die JU. Auch wenn dies anfangs erhöhte Kosten verursachen könne, würden sich diese Investitionen durch die Schaffung von Arbeitsplätzen langfristig und nachhaltig lohnen. Durch einen langfristigen Pachtvertrag könne verhindert werden, dass sich Unternehmen nur kurzfristig im Landkreis ansiedeln. Im weiteren Verlauf würde sich diese Idee folgendermaßen umsetzen: Gemeinden investieren in die Kreisentwicklungsgesellschaft. Diese kauft Gewerbeflächen, die sie verbilligt und langfristig an Unternehmen verpachtet. Die Unternehmen wiederum lassen sich im Landkreis nieder und schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze. So könnten die angepeilten Ziele verwirklicht werden: Weniger Abwanderung von Hochschulabsolventen, man würde der Überalterung des Landkreises entgegen wirken, andere Unternehmen (Bäcker, Restaurants, Zulieferer, etc.) würden ebenfalls profitieren, die Abhängigkeit von bestimmten Unternehmensbranchen würde verringert, wo- durch mehr Einnahmen bei Gewerbe- und Einkommensteuer entstünden, eine langfristige Refinanzierung der Investitionen durch die Pacht- einnahmen wäre möglich und die Mehreinnahmen könnten zu weiteren Investitionen führen. JU-Vorstandsmitglied Florian Lempert: „Um das Potential unserer Jugend besser nutzen zu können, ist es wichtig, schon heute unterschiedliche Branchen gleichzeitig zu fördern. Dadurch schaffen wir langfristig Arbeitsplätze.“ JU-Kreisvorsitzender Alexander Ott: „Die Gesundheitsregion war ein wichtiger Schritt für unseren Landkreis, um unabhängiger vom Tourismus zu werden. Nun sollten wir einen Schritt weiter gehen und auch andere Branchen fördern, um qualifizierte junge Menschen im Landkreis halten zu können. Das schließt die Weiterentwicklung der Gesundheitsregion nicht aus.“

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