Sieg im entscheidenden Spiel

SCR gewinnt mit 5:2 gegen Crimmitschau

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Bot ein super Spiel: SCR-Kapitän Florian Vollmer (Mitte).

GAP – Lang, lang ist es her, dass der SC Riessersee einmal ein alles entscheidendes letztes Spiel in einer Play-off-Serie gewinnen konnte. Es war vor genau 15 Jahren, als es zum fünften Duell im Halbfinale der 2. Liga gegen den EV Landshut kam. Am Gründonnerstag, den 17. April 2002, siegte der SC Riessersee mit 5:2 und zog damit ins Finale gegen den EHC Freiburg ein, das dann verloren wurde.

Seit diesem Tag hatten die Werdenfelser immer Entscheidungsspiele in der 2. Liga verloren. Doch am vergangenen Dienstag war alles anders. Mit 5:2 wurde Spiel sieben gegen Crimmitschau gewonnen und so der Einzug ins Halbfinale gefeiert. Dort geht es nun im bayerischen Duell gegen Kaufbeuren (siehe Bericht im Anschluss).

Toni Söderholm überraschte, denn Lubor Dibelka kehrte nach seiner Verletzungspause zurück. Er nahm gleich seinen früheren Platz im ersten Sturm an der Seite von Richard Mueller und Andreas Driendl ein. Andreas Eder, der zuvor den gebürtigen Tschechen ersetzt hatte, spielte neben Jakob Mayenschein und dem wieder genesenen Maximilian Daubner.

Auf Seiten der Crimmitschauer vertraute Cheftrainer Kim Collins auf das gleiche Personal wie schon in den vergangenen beiden Begegnungen. Er wechselte allerdings die Zusammenstellung: Nur stürmte Robbie Czarnik wieder in Reihe eins, Robin Soudek dafür in Reihe drei. Der Slowene Ales Kranjc stand erneut als überzähliger Ausländer nicht im Kader.

Mit einem unglaublichen Tempo spielten die Weiß-Blauen das erste Drittel – das eines der besten in der gesamten Saison war. Nach Chancen von Dibelka, Driendl, Stephan Wilhelm und Florian Vollmer innerhalb der ersten Minuten war es Jared Gomes vorbehalten, die 1:0-Führung zu erzielen. Er nutzte einen Abpraller nach einem Schuss von Julian Eichinger und brachte die Scheibe an Eispiraten-Goalie Brett Kilar vorbei. Danach hatten Louke Oakley und Mueller mit den nächsten Chancen die Möglichkeit, die Führung auszubauen. In der neunten Minute ging ein kurzes Raunen durch das Stadion, als Robbie Czarnik den Puck an das Gestänge von Goalie Matthias Nemec schoss. Dies sollte aber auch die einzige gefährliche Situation der Gäste im ersten Spielabschnitt gewesen sein. Der SCR arbeitete weiter nach vorne und kam in der zwölften Spielminute zum 2:0. Es waren gerade einmal 18 Sekunden in der Überzahl der Garmisch-Partenkirchner gespielt, als sich Goldhelm Richie Mueller von hinten bis nach vorne durchtankte und die Scheibe eiskalt an Brett Kilar vorbei ins rechte Kreuzeck schoss. Oakley und Michael Rimbeck hatten weitere Chancen, doch es blieb beim 2:0 nach dem ersten Drittel.

Auch im zweiten Abschnitt waren die Weiß-Blauen zunächst das agilere Team. Mueller und Mayenschein hatten die Chance, die Führung weiter auszubauen, doch beide scheiterten an Brett Kilar. In der Folgezeit kamen die Eispiraten immer besser in die Partie. So agierten die Schützlinge von Kim Collins wieder aggressiver, fuhren Checks zu Ende und kamen selbst prompt zu guten Gelegenheiten. Doch der erneut starke Matthias Nemec konnte alle vereiteln. Zur Hälfte des Spiels rettete dann erneut das Aluminium für ihn. Im weiteren Spielverlauf gab es dann auch wieder Chancen für den SCR, doch weder Rimbeck, Vollmer oder Mattias Beck konnten die Scheibe im Gehäuse von Kilar unterbringen. So war es Robin Soudek, der 56 Sekunden vor Drittelende das Spiel per Abpraller nochmal spannend machte und zum 1:2-Anschlusstreffer traf.

Im Schlussabschnitt musste Dibelka wieder passen, für ihn spielte Mayenschein in der nominell ersten Reihe. Es war SCR-Kapitän Florian Vollmer, der nach tollem Zuspiel von Mattias Beck die Gastgeber in einer Drangphase der Crimmitschauer nach 47 Minuten mit 3:1 in Führung brachte. Mayenschein und Valentin Gschmeißner hätten danach für die Vorentscheidung sorgen können. Als dann erneut Vollmer in der 50. Minute das 4:1 erzielte, schien der SCR auf der Siegerstraße angekommen - doch im direkten Gegenzug traf Dominic Walsh nur 37 Sekunden später zum 2:4 für Crimmitschau. Nachdem Mueller noch eine Chance vergab, wurde es nochmal spannend. Die Werdenfelser mussten über eine Minute lang eine Fünf gegen Drei Unterzahl überstehen. Dies tat das Team von Toni Söderholm mit Kampf, Leidenschaft und mit einer überragenden Stimmung der 4326 Zuschauer. Mueller war es dann, der 115 Sekunden vor Spielschluss den Puck im leeren Tor unterbrachte und den 5:2 Siegtreffer markierte. „Natürlich ist es schade, dass wir ausgeschieden sind“, sagte Collins. „Als wir in der Vorbereitung nur eines von ach Spielen gewinnen konnten – das war gegen einen Oberligisten – da dachte ich, dass wir keine sechs Spiele in der Saison gewinnen werden. Aber wir haben dann einen Weg gefunden, wie man auch gegen ein Top-Team wie den SC Riessersee gewinnen kann. Wir hätten am Sonntag den Sack zumachen können in unserem Heimspiel, aber das haben wir nicht gemacht.“ Es war die erfolgreichste Saison der Westsachen im vergangenen Jahrzehnt. Toni Söderholm sagte: „Erstmal ein Kompliment an KC und seine Mannschaft. Die haben sehr diszipliniert gespielt, das war eine sehr schwierige Serie für uns. Der Schwung aus den Preplayoffs hat ihnen gut getan. Kompliment aber auch an unsere Jungs. Es war ein extrem gutes erstes Drittel, im zweiten haben wir es uns selber schwer gemacht. Deswegen blieb es da auch so spannend bis zum Ende. Die Unterzahl war stark. Es ist schwer einen Spieler rauszuheben, aber Matthias Nemec hat über sieben Spiele überragend gehalten und uns in jedem Spiel die Chance gegeben, es zu gewinnen. Auch Florian Vollmer heute mit zwei Toren. Ich wusste gar nicht, dass der so schießen kann. Ein großes Kompliment an das Team und Danke auch an die Fans für die super Stimmung heute Abend.“

Übrigens war es auch vor 15 Jahren das letzte Mal, dass der SC Riessersee in einem Halbfinale von Liga 2 stand.

von Titus Fischer

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