Gipfelkreuz der Zugspitze erhält seinen Segen

Das Gipfelkreuz der Zugspitze hat nach zwölfwöchiger Restauration am vergangenen Freitag den kirchlichen Segen erhalten. Den Gipfel ziert es voraussichtlich seit heute. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Drei Monate ist die Zugspitze ohne ihr Wahrzeichen gewesen. Wind und Wetter, aber auch Bergsteiger, die ihre Namen in das Kreuz eingeritzt und es mit Aufklebern versehen hatten, machten eine Restauration durch Metallrestaurator Gerhard Eiblmeier aus Lenggries notwendig. Jetzt erstrahlt das aus Stahl gearbeitete, vergoldete Kreuz in neuem Glanz. Am vergangenen Freitag sollte es auf Deutschlands höchstem Berg aufgestellt werden. Hierzu versammelten sich zahlreiche Politiker, Vertreter der Kirche, Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn AG (BZB) und Journalisten in der Panorama-Lounge auf der Zugspitze. Mit der Zahnradbahn wurde das 4,88 Meter große und 300 Kilogramm schwere Kreuz auf den etwa 2700 Meter hohen Zugspitzgletscher gebracht, ein Hubschrauber sollte es auf den Gipfel heben. Doch das Wetter machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: Strahlten Tage zuvor die schneebedeckten Gipfel der Alpen im gleißenden Licht der Sonne, so versteckte sich die Zugspitze ausgerechnet an diesem Morgen in einer dichten Wolkendecke. Für 10 Uhr war die Segnung durch Kardinal Friedrich Wetter, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sowie die Partenkirchener Pfarrer Karl Hofherr und Manfred Reitlinger vorgesehen. Doch sie mussten sich in Geduld üben – ebenso Bayerns Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Markus Söder (CSU), CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und Garmisch-Partenkirchens Landrat Harald Kühn (CSU) sowie Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). Nach einer Stunde vergeblichen Wartens und Hoffens beschlossen die Organisatoren schließlich, das Aufstellen des Kreuzes abzusagen. „Bei diesem Wetter kann der Helikopter nicht starten“, erklärte die BZB-Sprecherin Eva-Maria Greimel. Die Segnung sollte dennoch stattfinden. Und so fuhr die Gruppe mit der Seilbahn hinab auf das Zugspitzplatt. Dort hob vor der Kapelle Maria Heimsuchung ein Kran das Kreuz an, während im Hintergrund der Hubschrauber unverrichteter Dinge wegflog und Schnee aufwirbelte. „Das Kreuz auf der Zugspitze gibt den Menschen, die heraufkommen, Antwort. Denn im Kreuz zeigt Gott, wie sehr er uns liebt“, sagte der in eine dicke Winterjacke gehüllte Kardinal Wetter bei der Segnung. Ab dem heutigen Mittwoch soll das Kreuz wieder auf dem 2962 Meter hohen Gipfel stehen, teilte Greimel am Montag in einer Pressemitteilung mit. Dann könnten wieder Trauungen und Taufen stattfinden, sagte Bürgermeister Schmid. Seit dem Jahr 1993 steht das nun restaurierte Kreuz auf dem Gipfel der Zugspitze. Dessen Vorgänger war im Jahr 1851 auf Initiative des Pfarrers Christian Ott aus Hohenpeißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau) angefertigt worden. In schriftlich überlieferten Berichten habe dieser festgestellt, dass sich das Haupt der Alpen „kahl und schmucklos in die blauen Lüfte des Himmels“ emporhebe. 29 Männer trugen es im selben Jahr auf den Gipfel der 2692 Meter hohen Zugspitze. Als besonders schön“ bezeichnete es CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, dass aus seinem Heimatlandkreis Weilheim-Schongau die Initiative kam, das Kreuz aufzustellen. 30 Jahre später musste es wegen einer Generalüberholung abmontiert werden und wurde im Jahr 1882 wieder aufgestellt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges beschädigten amerikanische Streitkräfte das Kreuz schwer. Mittlerweile ist das originale Gipfelkreuz im Werdenfels-Museum in Garmisch-Partenkirchen ausgestellt.

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