Glanzvolle Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals

Das Publikum, das am Samstag erwartungsvoll die Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen feierte, war beglückt. Neben hochkarätigen Gästen – dazu gehörte die Familie Strauss, Finanzminister Georg Fahrenschon, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Sopranistin Angela Denoke und Festredner Ioan Holender, um nur einige zu nennen – gab es natürlich auch Musik, dargebracht von Falko Hönisch (Gesang) und Michael Schoech (Klavier), die Appetit machte auf das 21. Strauss-Festival.

Mit launigen Festreden begrüßten Bürgermeister Thomas Schmid und Finanzminister Georg Fahrenschon die Gäste, die diesmal über den Kurpark geleitet wurden und auf einem roten Teppich, flankiert von Trachtenbuben und Trachtenmadln bei Alphornklängen den vollbesetzten Saal erreichten. Als die neue Intendantin des Richard-Strauss-Festivals, Ks. Prof. Brigitte Fassbaender schließlich die Bühne betrat, wollte der Applaus kein Ende nehmen. Stolz und dankbar sei sie, dass ihr die Ehre widerfahren sei, dieses renommierte Festival leiten zu dürfen. „Der Komponist Richard Strauss hat mein Leben nachhaltig begleitet; seine Lieder, seine Opernpartien habe ich als Sängerin begeistert gesungen, und mit ihnen setze ich mich als Regisseurin nach wie vor auseinander. Mein Ehrgeiz ist, dass es einmalig ist, was wir hier bringen“, rief sie der Festgesellschaft zu. Der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die Schaffensjahre von Richard Strauss, die sein Wirken mit der Wiener Staatsoper verknüpften. 1919 wurde er an das renommierte Opernhaus berufen – damals gab der Komponist Wien den Vorzug, ein zeitgleiches Angebot aus Berlin lehnte er ab. „Strauss ging lieber nach Wien, in die schöne alte Kaiserstadt, auch weil er hier auf namhafte Freunde bauen konnte, nämlich auf seine Librettisten.“ Die Doppeldirektion Richard Strauss / Franz Schalk indes hielt nur fünf Jahre; zu groß seien die Diskrepanzen zwischen beiden gewesen. Intendant Ioan Holender vertritt auch heute die Meinung, dass Doppelspitzen an Opernhäusern generell problematisch seien: „Jeder der Direktoren hat seine eigenen künstlerischen Vorstellungen und eben auch seine eigene Mentalität.“ Kritiker hatten Strauss damals vorgeworfen, „und nicht ganz ohne Grund“ wie Holender gesteht, er hätte seinen Posten genutzt, um vor allem seine eigenen Werke aufzuführen; Befürworter von Richard Strauss klagten, als dieser schließlich aus Wien fortging: „Genies sind dünn gesät, und wir lassen ein solches ziehn . . .“ Die ersten Veranstaltungen des Richard-Strauss-Festivals sind hier in Garmisch-Partenkirchen inzwischen viel beachtet über die Bühne gegangen, mit hochkarätigen Solisten und Orchestern. Noch bis zum 25. Juni folgen weitere Höhepunkte, bevor das 21. Richard-Strauss-Festival dann bereits wieder Geschichte ist und Musikliebhaber auf den nächsten Sommer warten.

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