Grafenaschauer Glashütten-Wanderweg mit Dorffest eröffnet

Fenster in die Vergangenheit

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Bioimker Georg Nagl (li.) aus Tauting brachte zum Glashüttenfest in Grafenascheu eine Honigzentrifuge mit.

In Grafenaschau wurde vor kurzem der Glashütten-Wanderweg eingeweiht, natürlich gab es aus diesem Anlass auch ein Dorffest.

 Das gibt Muckies! Ausdauernd kurbeln Sandra (9) und Veronika (11) an der Zentrifuge und schleudern Honig aus den Bienenwachswaben. Löwenzahn-Honig läuft in den Eimer. Die Mädchen spüren es in den Armen. Honigschleudern ist eine Aktion beim Grafenaschauer Glashüttenfest gewesen. Anlass war die Eröffnung des Glashütten-Wanderweges. Mit dem Glashütten-Wanderweg wird daran erinnert, sagt Bürgermeister Hubert Mangold, dass Grafenaschau zwischen 1731 und 1890 ein Zentrum der Glasproduktion in Südbayern war. Der Rundweg beginnt an der Grafenaschauer Kirche, und führt auf einer Länge von 3723 Metern zu heute noch vorhandenen Zeugen der örtlichen Glasindustrie. An 14 Infostationen – den Fenstern in die Vergangenheit – wird die Geschichte der Glashütte sowie einiger topografischer Besonderheiten, wie die ‚Dicke Birke‘ und das ‚Fuchsloch‘, erzählt. Hubert Mangold: „Die Wanderer können Wald und Natur erleben, und gleichzeitig einen wichtigen Teil unserer Dorfgeschichte kennenlernen.“ Der Wanderweg ist in etwa zwei Stunden gut zu gehen. Eine kurze Brotzeit am sogenannten Pavillon lohnt sich, denn der Blick von dort auf das Murnauer Moos und das dahinter liegende Estergebirge ist fantastisch. Beim Glashüttenfest an der Grafenaschauer Mehrzweckhalle war vieles geboten. Die Honigschleuder für Kinder stellten Bioimker Georg und Gabriele Nagl aus Tauting zur Verfügung. Während sich die Buben und Mädchen mit schleudern und deckeln beschäftigten, gab es für die Erwachsenen Wissenwertes zum Thema Bienen und Honig. Beim Glasbläser Peter Rottner aus Zwiesel konnte man sich selbst eine eigene Glaskugel machen. Nebenan ließ sich die Murnauer Glasgraveurin Tanja Niklaus bei der Arbeit über die Schultern schauen. Nachmittags schaute noch ‚Bauer Sepp‘ aus Schöffau mit seinem Kasperletheater vorbei. Christl Arnold hatte sich während der vergangenen Jahre intensiv mit der Geschichte der Grafenaschauer Glashütte beschäftigt. Detailreich erzählte sie davon und zeigte Eyponate aus Aschauer-Glas; ‚Was heute noch erhalten ist.‘ Auf Fotografien ist die Entstehung des Glashüten-Wanderweges dokumentiert gewesen, der übrigens von Senioren – der „Rentner-Gang“, wie es Hubert Mangold ausdrückt – und weiteren Helfern in ehrenamtlicher Arbeit gebaut worden war. Er ist mit dem Symbol eines Kraxenträgers gut ausgeschildert.

Wer sich für den Glashütten-Wanderweg in Grafenaschau interessiert, oder gar für seine Gruppe oder Verein eine geführte Wanderung organisieren möchte, bekommt bei Bürgermeister Hubert Mangold Auskunft; Email: buergermeister@schwaigen.de   Von Günter Bitala

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