Glentleiten: Spatenstich zur neuen Baugruppe »Nördliches Oberbayern«

Norden und Süden kommen zusammen

Spatenstich
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Spatenstich zur neuen Baugruppe „Nördliches Oberbayern“ (v.l.): Thomas Schwarzenberger (Museumsreferent im Bezirkstag Oberbayern, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Regierungspräsidentin Maria Els, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz.

Großweil – Es ist Auftrag des Freilichtmuseums Glentleiten, das gesamte ländliche Oberbayern mittels erhaltenswerter Bauwerke zu dokumentieren. 50 Jahre lag dabei der Schwerpunkt auf der Region südlich von München. Jetzt folgt die Baugruppe „Nördliches Oberbayern“.

Für Josef Mederer ist der Mittwoch, 19. Mai, ein besonderer Tag in doppelter Hinsicht gewesen. Zum einen bezeichnete der Präsident des Bezirkstages Oberbayern den ersten Spatenstich zu diesem Projekt als Meilenstein in der Geschichte des Freilichtmuseums Glentleiten: „Oberbayern-Nord – Die vergangenen Jahrzehnte waren gefüllt mit Planungen und Genehmigungsverfahren. Nun ist es soweit: das erste Anwesen wird in zwei Jahren in neuer, aber historischer Pracht für die Besucher zugänglich sein.“

Das Grundstück für die Baugruppe hatte der Bezirk Oberbayern, als Träger der Glentleiten 1994 gekauft, und der Dreiseithof „Oberländer“ lagert seit 1996 sorgsam zerlegt im Depot.

Das zweite Highlight für Mederer: Er kennt das betagte Anwesen aus Kinderzeit, denn er wuchs nur wenige Minuten davon entfernt auf, in Altomünster.

Der Oberländer-Hof – Wohnhaus, Remise und Stallstadel – stammt aus Oberzeitlbach, einem Ortsteil von Altomünster im Landkreis Dachau. Die Gebäude wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut; und bis in die 1970er-Jahre hinein bewirtschaftet. Die Besitzer zogen Getreide, Kartoffeln und Rüben. Wenn der Wiederaufbau abgeschlossen sein wird, präsentieren sich die Gebäude im Zustand der 1920/1930er-Jahre.

Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz: „Mit dem Oberländer-Hof öffnet sich für uns ein völlig neues Forschungsfeld: Worin unterscheidet sich das Leben der Menschen nördlich und südlich von München? Wir werden untersuchen, wie sich die Bevölkerung mit dem großen Flughafen im Erdinger Moos, mit der Autoindustrie bei Ingolstadt und mit den großen Raffinerien arrangieren.“

Das zweite Anwesen der Baugruppe „Nördliches Oberbayern“ wird ein Hopfenbauernhof aus Enzelhausen (Landkreis Freising) sein. „Mit den Hopfenbauern verbinden wir thematisch den Norden mit dem Süden unseres Bezirks. Nämlich den Hopfenanbau mit Braukunst und der Biergarten-Kultur“, sagte Mederer. Günter Bitala

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