Gold und Silber in den ersten Einzelrennen – Magdalena Neuner ist in Topform bei den Weltmeisterschaften in Ruhpolding

Die letzten Meter bis zur Goldmedaille: Magdalena Neuner. Foto: Fischer

Es sind die Weltmeisterschaften der Magdalena Neuner. In den ersten beiden Einzelrennen holte sie Gold und Silber.

Im Einzelrennen am Samstag zeigte die Wallgauerin ein perfektes Rennen und verteidigte ihren Titel erfolgreich. Sie glänzte sowohl auf dem Kurs als auch am Schießstand und sicherte Deutschland damit das erste WM-Gold in Ruhpolding. Auf Platz zwei landete die Weißrussin Darja Domratschewa (+15,2 Sekunden), Bronze gewann die Ukrainerin Wita Semerenko (+37,6 Sekunden). Das Rennen wurde bei frühlingshaften Temperaturen am Schießstand entschieden. Die fünf Erstplatzierten blieben ohne Strafrunde, bereits ein Fehler reichte deshalb, um keine Chance mehr auf einen Podestplatz zu haben. Das musste beispielsweise die Norwegerin Tora Berger erfahren, die nach einem Fehlschuss nur als Sechste ins Ziel kam (+52,4 Sekunden). Neuner, die in dieser Saison sechs von acht Weltcup-Sprints gewonnen hat, präsentierte sich hingegen selbstbewusst und sicher. Beim Liegendschießen ließ sie alle fünf Scheiben wie am Fließband fallen und ging mit der Bestzeit in Führung. Auch beim Stehendanschlag behielt sie die Nerven und ihre weiße Weste – alles in allem ein perfektes Rennen der Wallgauerin. „Das war der perfekte Sporttag. Ich habe mir vor dem Rennen immer wieder meine guten Rennen verinnerlicht, das Rennen hat von Anfang bis zum Ende Spaß gemacht“, sagte Neuner. „Warum sollte ich nervös sein – ich habe einfach alles genossen. Die Stimmung auf der Strecke war phänomenal, die Trainer und Zuschauer haben mich richtig rübergeschrien. Am Schießstand habe ich versucht es auszublenden, aber als die letzte Scheibe gefallen war, habe ich die Stimmung aufgesaugt und mit auf die letzte Runde genommen und Gas gegeben.“ Die Stimmung war war sensationell, auch für Neuner etwas besonderes: „Ich bin noch nie vor so einem tollen Publikum gelaufen. Die Nervosität wie vor der Mixed-Staffel war weg. Ich wusste, dass ich es drauf habe und es schaffen kann. Vor dem Rennen habe ich mir keine Gedanken gemacht, ich bin das Rennen für mich gelaufen und mein Ziel war es, Null zu schießen. Die Ski waren super, es hat einfach das ganze Paket gepasst.“ Einen Tag später lieferte sich Neuner mit Domratschewa einen tollen Zweikampf. Am Ende setzte sich die Weißrussin knapp durch. Ein kleines Nervenflattern beim letzten Schießen kostete die Sprint-Weltmeisterin den zwölften WM-Titel ihrer Karriere. Domratschewa hatte im Ziel einen Vorsprung von 25,1 Sekunden auf die Wallgauerin. Bronze ging an die Russin Olga Wiluchina, die von Rang acht auf drei lief. Unter dem Jubel der Zuschauer war Neuner als Erste ins Rennen gegangen – 15 Sekunden hinter ihr folgte Domratschewa. Die Weißrussin machte in der Loipe zwar stets einige Sekunden auf die Wallgauerin gut, am Schießstand spielte Neuner jedoch zunächst ihre ganze Coolness aus und ließ die Scheiben rasend schnell fallen. Treffsicher war sie dabei auch noch: Nur eine Strafrunde im Liegendanschlag handelte sie sich bis zum abschließenden Stehendschießen ein. Hier zeigte sie Nerven und ließ gleich zwei Scheiben stehen. Das nutzte die läuferisch starke Domratschewa, die sich insgesamt zwei Fehlschüsse leistete, um entscheidend an ihr vorbeizuziehen. „Ich kann eine Null schießen, daher war das schon ärgerlich. Da war ich einfach nervös. Ich hab mich zwar schnell wieder gefangen und dann durchgezogen…aber dennoch, zwei Fehler waren einfach zu viel. Aber natürlich freue ich mich über die Medaille. Jetzt steht es eins zu eins zwischen Darya und mir, aber es sind ja noch ein paar Rennen...“, meinte Neuner. „Aber es ist eine Silbermedaille, und darüber freue ich mich.“ Auch Bundestrainer Uwe Müßiggang erwies sich nach dem Wettbewerb als guter „Verlierer“ und gratulierte der Siegerin, die vom Thüringer Klaus Siebert betreut wird: „Ich gönne es ihr sehr, sie hat es sich verdient“, so Müßiggang. Zum Abschluss der Titelkämpfe folgen dann noch am Samstag um 15.15 Uhr die Staffel und am Sonntag um 16 Uhr das Massenstartrennen.

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