Greifbarer Klassenerhalt – Endspiel gegen Bietigheim: Wer gewinnt, bleibt in der 2. Bundesliga

David Appel schoss gegen Crimmitschau das 2:1. Foto: Thomas Sehr

Der SC Riessersee hat am Sonntag einen sehr großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Mit dem 2:1-Auswärtssieg übernahmen die Weiß-Blauen die Tabellenführung in der Abstiegsrunde. Damit beträgt der Vorsprung auf den Tabellenletzten, die Fischtown Pinguins Bremerhaven, sieben Punkte. Am kommenden Freitag ist um 20 Uhr der SC Bietigheim-Bissingen im Olympia-Eissportzentrum zu Gast. Dieser Partie kommt eine vorentscheidende Bedeutung zu. Wer gewinnt, wird zu allergrößter Wahrscheinlichkeit auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen.

In Crimmitschau musste der SCR von Beginn an hell wach sein, denn die Hausherren attackierten die Gästespieler von der ersten Sekunde an mit Härte und vielen unerlaubten Mitteln. Die Werdenfelser ließen sich auf dieses „Spielchen“ ein und zeigten, dass man sich in solchen Begegnungen nichts gefallen lassen darf. „Wir haben Eishockey gespielt im Gegensatz zu den Eispiraten, die dreckig gespielt haben und nur versuchten zu provozieren“, betonte Trainer Zdenek Travnicek. Die wichtige 1:0-Führung nach 12 Minuten besorgte Martin Pfohmann, der einen Schuss von der Blauen Linie von Sepp Staltmayr zum 1:0 abfälschte. Für ihn war es erst der zweite Treffer der laufenden Saison, aber ein extrem wichtiger. Eigentlich hätte er gar nicht auflaufen sollen, doch als sich Benjamin Barz nach nur wenigen Minuten eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte, kam er im zweiten Block neben Tim Regan und Florian Vollmer zum Zug. Greg Collins, der zuerst dort gespielt hatte und zuvor im letzten Drittel gegen Dresden pausieren musste (siehe Bericht oben), rückte in die ersten Block zu den beiden Tschechen. Die knappe 1:0- Führung des SCR nach zwei Dritteln ging voll in Ordnung und hätte noch höher ausfallen müssen, denn der SCR hatte ein klares Übergewicht an Chancen und Torschüssen. So trafen Regan und Pfohmann jeweils nur den Pfosten. Im Schlussdrittel gelang den Westsachsen der Ausgleich durch Austin Wycisk in der 44. Minute, der auch aufgrund der Möglichkeiten in den letzten 20 Minuten verdient war. Der Siegtreffer gelang dem SCR in einer Drangphase der Hausherren, als Stephan Goulet den Puck verlor und David Appel die Chance nutzte. Es war der vierte Treffer des Tschechen an diesem Wochenende, der den SCR an die Tabellenspitze schoss. Auch die Bietigheim Steelers, Gegner am kommenden Freitag, sind wie der SCR gut in die Abstiegsrunde gestartet und haben nur eine Begegnung verloren. Allerdings haben sie im Gegensatz zu den Weiß-Blauen erst drei Spiele bestritten. Vor der Saison waren die Baden-Württemberger viel stärker eingeschätzt worden. Die Hauptrunde war für sie eine einzige Enttäuschung. Der Meister von 2009 stand lange Zeit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Insgesamt geht es bei den Ellentalern seit dem Titelgewinn stetig bergab. 2010 kamen sie noch ins Halbfinale, während sie in der letzten Saison bereits in den Pre-Play-offs ausschieden. Nachdem die Steelers nicht auf Touren kamen, wurden diverse Maßnahmen unternommen, um das Team zu verbessern. Anfang November wurde auf die schwachen Leistungen ihrer Torhüter Martin Morczinietz und Dustin Strahlmeier reagiert und mit Sébastian Charpentier ein neuer Goalie verpflichtet. Der 34-jährige Kanadier spielte zuletzt in der semi-professionellen LNAH bei den Saguenay Marquis. Zuvor war er in Österreich bei den Vienna Capitals und den Graz 99 erst aktiv, wobei der Vier-Runden-Draftpick der Washington Capitals von 1995 in Graz jedoch nur die Nummer zwei war. Ende November wurde dann beim Trainer die Reißleine gezogen: Danny Held erklärte seinen Rücktritt und kümmert sich seither wieder um den Nachwuchs der Steelers. Neuer Coach wurde Kevin Gaudet. Der Kanadier war zuvor schon in Deutschland bei den Wedemark Scorpions und den Hannover Scorpions sowie den Straubing Tigers als Trainer tätig. Zuletzt war er vier Jahre lang erfolgreich als Trainer bei den Vienna Capitals aktiv, verließ den Verein aber auf eigenen Willen nach der Spielzeit 2010/11. Ein weiterer Neuzugang war Außenstürmer Marvin Tepper, der im Januar verpflichtet wurde. Zuletzt war der 25-Jährige bei den Krefeld Pinguinen in der Deutschen Eishockey Liga unter Vertrag. Hier hatte er es in 31 Spielen lediglich auf drei Skorerpunkte gebracht. Kurz vor Ende der Transferperiode wurde auch noch Adam Hauser mit einem Stand-by-Vertrag ausgestattet. Der Goalie, der von 2006 bis 2010 in der DEL spielte, hatte im Sommer bei den Vienna Capials keinen neuen Vertrag mehr bekommen und war ohne Verein. Doch nun in der Abstiegsrunde hat das Team bewiesen, dass es weiß, um was es geht: Der 2:0-Auswärtssieg bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven war ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Für Spannung ist somit am Freitagabend in Garmisch-Partenkirchen gesorgt. Denn beide Teams wollen mit einem Dreier in ein „entspanntes“ Wochenende gehen.

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