Übergangsklasse für Migrationsschüler als Modellprojekt

Gröbenschule startet Modellprojekt mit Übergangsklasse für Migrationsschüler

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Hinten von links: Klassenleiterin Monika Portele, Katharina von der Goltz (Rektorin der Mittelschule am Gröben) und Schulrätin Gisela Ehrl mit den Schülern der neuen Übergangsklasse.

GAP – Plötzlich in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht. So geht es vielen Kindern von Zuwanderern, wenn Sie nach Deutschland kommen. Einige sind völlig auf sich allein gestellt, ohne Eltern und Familie. Bisher wurden die Kinder und Jugendlichen...

ihrer Altersstufe entsprechend an den Schulen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in deutschsprachigen Regelklassen untergebracht. Es stellte sich jedoch zunehmend die Frage: „Wie können wir die Schüler, die zu uns kommen und keine Deutschkenntnisse haben, fördern?“, fragt Schulrätin Gisela Ehrl. „Denn Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung für ein aktive und erfolgreiche Teilnahme am Unterricht“, unterstreicht Rektorin Katharina von der Goltz dazu. Seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres hat das Staatliche Schulamt nun an der Mittelschule Garmisch-Partenkirchen am Gröben ein Modellprojekt für den gesamten südlichen Raum eingerichtet. Eine sogenannte Übergangsklasse. Durch stark differenzierte Unterrichtsformen sollen die Schülerinnen und Schüler besonders in der deutschen Sprache gefördert werden. Von Klassenleiterin Monika Portele werden 16 Mädchen und Buben im Alter zwischen 13 und 16 Jahren aus sieben Nationen, unter anderem Griechenland, Bulgarien, Italien, Rumänien, Albanien und Afghanistan, unterrichtet. Nach einem eigenen Lehrplan mit Deutsch als Zweitsprache, dazu kommen Mathematik, sach- und arbeitspraktische Fächer sowie Ethik- und Sportunterricht. Der Wechsel in eine deutschsprachige Regelklasse soll spätestens nach zwei Schuljahren in der Übergangsklasse erfolgen. Ein äußerst respektabler Vorsatz, wenn man bedenkt, dass auch Schüler darunter sind, die bisher weder schreiben noch lesen können. „Ich muss die einzelnen Schüler dort abholen, wo sie stehen“, hebt Lehrerin Monika Portele hervor. Als „enorme Herausforderung und wahnsinnige Bereicherung“ sieht es die engagierte, junge Frau, und man merkt ihr an, wie motiviert sie ist, die Jugendlichen auf dem Weg in das Bindungssystem zu unterstützen. „Die meisten freuen sich ja und wollen lernen“, sagt Monika Portele.   edh

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