Großer Bahnhof für "Kramertunnel"

Die große Bauschneise ist seit langem zu sehen, an der Ortsumgehung Garmisch wird gearbeitet.  Nun erhielt der „Kramertunnel“ von höchster Stelle den Segen. Der offizielle Baustart wurde mit der Tagung des Bayerischen Kabinetts in Garmisch-Partenkirchen zusammengelegt, und so konnte Ministerpräsident Horst Seehofer für das Baugeschehen gestern die Ampel symbolisch auf Grün stellen.

Die Bauarbeiten werden ohne Verzögerung fortgeführt, wie der Leiter des Staatlichen Bauamts Günther Grafwallner bei der Begrüßung der Ehrengäste erklärte. Mit einem Tusch der Musikkapelle wurde dann Ministerpräsident Horst Seehofer ans Rednerpult geholt . Er stellte die individuelle Mobilität, die das Auto den Menschen gewährleistet, in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Mit dieser Entwicklung steigen die Anforderungen an das Verkehrsnetz und die Infrastruktur, und so sind Lösungen wie der „Kramertunnel“ notwendig, um Schritt halten zu können, aber auch, um die innerörtliche Verkehrsbelastung wie hier um die Hälfte zu reduzieren. Die Ortsumgehung Garmisch, um die seit Jahrzehnten gerungen wurde, ist eine der teuersten Baumaßnahmen im Freistaat: 133 Millionen sind veranschlagt. „Gut angelegte Steuergelder“, meinte Dr. Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Bürgermeister Thomas Schmid sprach von einem „historischen Tag für Garmisch-Partenkirchen“ und dankte den Entscheidungsträgern, die die Realisierung vorangebracht haben. Diesem Dank schloss sich Landrat Harald Kühn an, der ganz diplomatisch anmerkte, dass noch einmal mit der Gemeinde Grainau gesprochen werden solle, um eine optimale Lösung für das Trassenende zu finden . . . Am Rande des feierlichen Baubeginns haben Naturschützer mit Transparenten und Bannern darauf hingewiesen, dass ihrer Meinung nach nun „die schlechteste Variante für die Umgehung von Garmisch“ realisiert wird. Die Kritiker werfen den Planern vor, dass diese vor dem Hintergrund der Ski-WM 2011 nicht ausreichend die Alternativtrasse des Bund Naturschutz geprüft hätten, „sondern in Rekordzeit das Planungsverfahren für die jetzige Amtstrasse durchgepeitscht hätten“. Enorme Landschaftszerstörung, ein neuer Lärmkorridor in der Breitenau und geologische Risiken der Tunneltrasse seien die Folgen. „Die jetzt schon sichtbaren Landschaftsverwüstungen sind erst der Anfang. Auch im Norden der Umfahrung werden die Eingriffe erschreckend sein“, so äußerte sich Dr. Andreas Keller von der BN-Kreisgruppe. Kritik kommt auch von Grainaus Bürgermeister Andreas Hildebrandt. Die Grainauer sind mit der jetzigen Variante der Einschleifung nicht einverstanden. Die künftige Straßenführung der B 23 bewirke, in Verbindung mit der Rückstufung der Trasse zur Ortsverbindungsstraße, dass die Gemeinde Grainau Baulastträger für die Straße wird, die den Quell- und Zielverkehr des westlichen Teils von Garmisch-Partenkirchen aufnimmt, den Wintersportverkehr zu Kreuzeck und Hausberg sowie den grenzüberschreitenden Verkehr von Scharnitz in Richtung Fernpass und umgekehrt. Der Bürgermeister sieht Kosten auf die Gemeinde zukommen, „die unsere Finanzkraft übersteigen werden.“ Angesichts einer 7jährigen Bauzeit fordert er, dass die Einschleifung in die bestehende B 23 neu geplant wird. „Zeit genug ist dafür“, so Hildebrandt.

Meistgelesen

Übergriff auf 24-Jährige
Übergriff auf 24-Jährige
Ausbildungskompass für die Region
Ausbildungskompass für die Region
Anstieg der Straftaten
Anstieg der Straftaten
25-jähriger Slowene stirbt
25-jähriger Slowene stirbt

Kommentare