Großes Jubiläum in Murnau – Ein Feuerwehrler bleibt immer ein Feuerwehrler

Stark, in einer starken Gemeinschaft

Feuerwehr
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Jahreshauptversammlung unter Corona-Bedingungen: Im Feuerwehrhaus am Viehmarktplatz ist genügend Platz, um die Sicherheitsregeln einzuhalten.
  • VonGünter Bitala
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Murnau – Nach einem Jahr gesellschaftlichen Stillstands hatte der Feuerwehrverein der FFW-Murnau zu seiner Jahreshauptversammlung eingeladen. Dieses Mal nicht in einen Saal der örtlichen Gastronomie, sondern in die Garagenhalle ihres Stützpunktes am Viehmarktplatz. Statt Schweinebraten mit Knödel und Kraut gab es zur Brotzeit Wienerle und Brezel. Alles streng nach Corona-Regeln: Nur Geimpfte, Getestete und Genesene hatten Zugang zur Versammlung; bis zum Platz mit FFP2-Maske. Anstelle eines Festgottesdienstes sprachen die Pfarrer Siegbert Schindele und Andreas Fach ein Dankgebet.

Die meisten Veranstaltungen des Feuerwehrvereines mussten während der vergangenen Monate ausfallen, dem entsprechend kurz fiel der Bericht des Vereinsvorsitzenden aus. Ausführlich erinnerte Michael Montag an die Situation beim Altpapiercontainer am Feuerwehrhaus. Dieser wurde immer öfter zum illegalen Müllabladeplatz. Die Entsorgung des Mischmülls war stellenweise teurer, als der Erlös für das im Container befindliche Altpapier einbrachte. Mittlerweile wurde eine Lösung gefunden: Papier, Zeitschriften, Kataloge können mittwochs und samstags am Gerätehaus abgegeben werden, Helfer nehmen das Sammelgut entgegen.

Die Homepage – www.feuerwehr-murnau.de – sowie der Facebook-Eintrag sind komplett überarbeitet worden, und bieten jetzt mannigfaltige Informationen in modernem Design. Im Schnitt schauen täglich 200 Besucher auf der neuen Seite vorbei. Die Feuerwehr Murnau gibt es auch auf Instagram.

Zum Schluss seiner Ausführungen begannen die Augen von Michael Montag zu leuchten. Ein großes Jubiläum steht an! Im Jahr 2025 feiert die Feuerwehr Murnau den 150. Geburtstag ihres Vereines. Im Laufe der kommenden Monate wird ein Festausschuss gebildet; Michael Montag: „Es soll ein Fest für ganz Murnau werden. Wir wollen ein ganzes Jahr mit einer Reihe von Veranstaltungen feiern.

Brandkatastrophe im Ortszentrum verhindert

Einen detaillierten Bericht über die Einsätze des Jahres 2020 trug Kommandant Florian Krammer vor. Der bedankte sich erst einmal bei seinen aktiv Dienstleistenden für ihr Engagement während des schwierigen Corona-Jahres. So waren die Übungen und Ausbildungsabende zu Beginn der Pandemie auf ein Mindestmaß herunter gefahren worden, mit dem zweiten Lockdown ab November 2020 war auch das nicht mehr möglich.

Die Notfallrealität machte keine Corona-Pause. Die Statistik zählt insgesamt 285 Einsätze für 2020.: Am Donnerstag, 16. April 2020, forderte ein Großbrand in der Grüngasse die volle Aufmerksamkeit der 272 Einsatzkräfte, die mit 47 Fahrzeugen aus mehreren Landkreisen anrückten. Erst nach Stunden war der Brand unter Kontrolle; Florian Kramer: „Nur wenige Wochen zuvor war die Grüngasse und den Färbergasse wegen Sanierungsarbeiten komplett unbefahrbar. Wäre das am Einsatztag der Fall gewesen, hätten wir den Kampf gegen die Flammen verloren und der gesamte Straßenzug wäre in Schutt und Asche gefallen.“ Insgesamt musste die Murnauer Wehr 2020 zu 28 Bränden ausrücken.

Die Statistik verzeichnet außerdem: 29 Verkehrsunfälle. 9 Sicherheitswachen. 59 Fehlalarme. 17 Sturmeinsätze, 45 Einsätze zu Hochwasser und Unwetter. Ein Notarztzubringer. 16 Fahrbahnreinigungen. 81 sonstige Einsätze. Dabei führten 65 Einsätze die Helfer*innen aus Murnau in benachbarte Orte. Zwei Beispiele: 1. Am Freitag, 5. Juni 2020 wurde die Murnauer Feuerwehr von den Kocheler Kollegen um Unterstützung gebeten. Es ging darum, am Kesselberg eine Canyoninggruppe mittels Drehleiter aus einer Schlucht zu befreien. 2. An der Staatsstraße 2062 hatte am Mittwoch, 22. Januar 2020, ein LKW-Fahrer beim Beladen seines Tiefladers einen Bagger umgeworfen. Es dauerte vier Stunden, bis zwei Autokräne das Gefährt wieder sicher auf die Räder stellten.

Wer glaubt, dass bei einem Brandmeldealarm oft außer Spesen nix anderes gewesen wäre, wurde von Florian Krammer eines Besseren belehrt – das kann nämlich ganz schön anstrengend sein. Immer wieder wird die Wehr zu einem Brandmeldealarm in das Seniorenheim Garhöll gerufen. Zur Erkundung der Situation muss dann stets ein Trupp Atemschutzgeräteträger über das Treppenhaus bis in den fünften Stock hoch laufen. In voller Montur ist das eine schweißtreibende Angelegenheit, die viel Kondition voraussetzt.

Florian Krammer: „Für mich ist es immer ein Highlight des Jahres, wenn sich ‚Kunterbunt‘ zu einem Besuch ankündigt. Das ist eine Gruppe behinderter Menschen, die mehrere Stunden bei uns im Feuerwehrhaus verbring.“

Dankeschön an die Ehrenamtlichen

Zum festen Bestandteil der FFW-Jahreshauptversammlung gehören die Grußworte. Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens bedankte sich bei den Aktiven für ihr ehrenamtliches Engagement: „Wir dürfen froh sein, dass es euch gibt.“ Landrat Anton Speer: „Die Feuerwehr leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft, auch und gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten.“ Kreisbrandrat Johann Eitzenberger hob hervor, dass trotz der mangelnden Übungsmöglichkeiten das Niveau bei den Einsätzen bemerkenswert hoch geblieben ist: „Bitte greift jetzt wieder an, bei Übungen und Ausbildungsabenden. Bleibt am Ball, denn ein Feuerwehrler ist und bleibt ein Feuerwehrler.“ Rudolf Schedler vertritt an diesem Abend die Polizeiinspektion Murnau: „Danke für euer Engagement, denn die Polizei ist bei vielen Einsätzen auf euch angewiesen. Bitte pflegt weiter die Gemeinschaft, denn nur in einer gesunden Gemeinschaft ist man stark.“ Übrigens: Rudolf Schedler gestaltet seit vielen Jahren die Ehrenurkunden der FFW-Murnau. Für die Rettungsleitstelle Oberland sagte Christoph Fischer: „Danke, das ihr immer da seit, wenn wir euch rufen!“ Dann fügte er schmunzelnd dazu: „Aber das sind wir ja von euch gewöhnt.“ Günter Bitala

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