Grünes Licht für den Modellversuch – Teilabschnitt der Ludwigstraße wird für drei Monate zur Fußgängerzone

In der Ballengasse – hier gab es die meisten Gegenstimmen – wird’s wohl noch enger. Fotos: Glas

Die Ludwigstraße in Partenkirchen, ein städtebaulich historisches Kleinod des Oberlandes, stand schon immer im Mittelpunkt, wenn es um Straßenführung, Verkehrsberuhigung oder um die Orts- gestaltung ging. Aktuell hat jetzt der Hauptausschuss des Marktgemeinderates einem Antrag der Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“ stattgegeben, vom 1. Juli an für drei Monate die Teilstrecke vom Kögleck bis zur Badgasse als Fußgängerzone auszuweisen. Der Entscheidung war eine Anlieger-Befragung vorausgegangen. Da man nicht nur die direkt betroffenen Anlieger hören wollte, wurden auch die Bewohner der Badgasse, Ballengasse (die übrigens mit 70 Prozent als einzige gegen den Test sind), der Jahnstraße, Ludwigstraße, Schnitzschulstraße, Sonnenbergstraße, Pfarrgasse und der Schornstraße befragt.

Bei der Vorstellung der Auswertung sprachen Citymanagerin Jutta Liebmann, Wirt- schaftsförderer Matthias Reisinger und der 1. Vorstand von „Partenkirchen erleben“, Josef Krätz, von einem Ergebnis, das abzusehen gewesen sei. Matthias Reisinger: „Wir haben fast 700 Fragebögen verteilt und 200 zurückbekommen.“ Auch Josef Krätz unterstrich: „Wir sind nach wie vor für den Test, die Diskussion dauert jetzt schon 30 Jahre, nutzen wir die drei Monate, um greifbare Ergebnisse zu bekommen.“ Interessant die Meinung der Geschäftsleute in der Ludwigstraße, die sich mit 74,1 Prozent für den Versuch aus- gesprochen haben. Dagegen waren 24,1 Prozent, und 1,9 Prozent hatten keine Meinung. Bei den Anwohnern der Ludwigstraße sah das Ergebnis ähnlich aus. Dafür waren 65,6 Prozent, dagegen 32,8 Prozent, keine Meinung hatten 1,6 Prozent. Die Gegner des Modellversuchs führen an, dass die Landwirte durchfahren müssen, dass zu viele Touristen kommen, dass Parkflächen fehlen, dass die 90 Meter zu kurz seien und man lieber gleich die ganze Straße beruhigen solle, dass die Badgasse überlastet wird, der Verkehr verlagert wird (Jahnstraße, Kindergarten) und dass eine schlechtere Erreichbarkeit die Folge sei. Bei den Befürwortern war zu hören, dass dies die Anziehungskraft des ganzen Ortes erhöhen wird, dass der Wochenmarkt doch auch klappe, dass die Beruhigung eine Aufwertung des Ortsteils mit sich bringe, mehr Möglichkeiten für Gäste entstehen, die Straße Potential habe und dass, was nicht probiert wird, auch nicht beurteilt werden kann. Gefordert wurden u.a. Durchfahrmöglichkeit für Anlieger sowie nachts und am frühen Morgen. Die Apotheke und die Geschäfte müssen beliefert werden können, die Zufahrt zum Hotel muss gewährleistet sein. Weiter müssen Kurzparkzonen geschaffen werden, um das wilde Parken einzudämmen. Der Dreimonatstest wird hoffentlich die Ergebnisse bringen, die man dann als tragbare Basis für ein Gesamtkonzept verwerten kann.

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