Grundschule Bad Bayersoien erhielt die Zertifizierung zur ersten Naturparkschule im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Die Natur wird zum Klassenzimmer

Übergabe
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Oberammergaus Bürgermeister Andreas Rödl durfte als Vorsitzender des Naturparkvereines die Zertifizierungs-Urkunde an Schulleiterin Elisabeth Weber übergeben. An der Nordwand des Schulgebäudes prangt ab sofort groß das Logo und der Schriftzug der Naturparkschule – aufgemalt von Künstlerin Christina -Dichtl.
  • VonGünter Bitala
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Bad Bayersoien – Bei strahlendem Sonnenschein waren kurz vor Schulende rund drei dutzend Honoratioren in den Schulgarten von Bad Bayersoien gekommen; erwartet wurden sie von den 45 Schüler*innen und dem Lehrerkollegium. Endlich wieder einmal ein Grund zu feiern, jubelte Bürgermeister Gisela Kieweg – mit Musik, Buffet, einem Theaterstück und natürlich dem Anlass entsprechenden Grußworten.

Zu feiern gab es die erste Zertifizierung einer Naturparkschule im Landkreis und die 150. in Deutschland. Interessant: Als Barbara Kappelmeier – die im Schulamtsbezirk Garmisch-Partenkirchen als Fachberaterin für den Bereich Umwelt und Natur zuständig ist – die Naturpark-Koordinatorin in den Ammergauer Alpen, Nina Helmschrott, und Kreisbäuerin Christine Singer vor fünf Jahren die Idee zu einer Naturparkschule austüftelten, hat es den Naturpark Ammergauer Alpen noch gar nicht gegeben. Das Konzept ist einfach: Die Natur soll zum Klassenzimmer werden! Der Weg dorthin ist allerdings mit viel Arbeit, Diskussionen und Überzeugungskunst verbunden. Aber der „Sämling ist gesetzt“, sagte Oberammergaus Bürgermeister Andreas Rödl als Vorsitzender de Naturpark-Trägervereins: „Jetzt muss das Pflänzchen wachsen und gedeihen.“

Dass dies gelingt, darin besteht in der Runde der Ehrengäste kein Zweifel, vor allem weil Nina Helmschrott erzählt, was in den vergangenen Monaten bereits passiert ist: „Naturparkschule ist ein Gemeinschaftsprojekt der gesamten Schulfamilie in Zusammenarbeit mit unseren Rangern, sowie externen uind internen Fachleuten.“ Die Bad Bayersoier Grundschul-Kinder waren bereits auf Exkursionen in Streuwiesen, Wäldern und Moorgebieten – dort haben sie so ungewöhnliche Pflanzen kennengelernt, wie das Karlszepter, das Wollgras, den Fieberklee und den fleischfressenden Sonnentau. Und die Geschichte von Rosalinde, der Moorleiche. Die 26-Jährige war im 12. Jahrhundert in einem Moorgebiet bei Peiting bestattet worden. 1957 wurde ihr Kiefernsarg bei Torfsticharbeiten gefunden.

Mit seinem Grußwort gibt sich Landrat Anton Speer stolz, mit der Naturparkschule die Bereiche Tradition und Brauchtum, Landschaft und Natur als Lehrstoff gebündelt zu wissen. Speer ist sich sicher, dass dem Beispiel von Bad Bayersoien weitere Schulen im Ammertal folgen werden. Bürgermeisterin Gisela Kieweg strahlt: „Schöner und reichhaltiger können die Themen Landschaft, Natur und Umwelt nicht den Kindern vermittelt werden. So macht Unterricht Spaß.“ Auch Schulamtsdirektor Markus Köpf ist zufrieden: „Die Naturparkschule Bad Bayersoien ist für uns ein Meilenstein. Die Idee, dass die Natur zum Klassenzimmer wird, wird mit Kopf, Herz und Hand angepackt.“

Für Oberammergaus Bürgermeister Andreas Rödl – der als Vorsitzender des Naturparkvereins die Zertifizierungs-Urkunde und die Plakette an Schulleiterin Elisabeth Weber übergibt – ist das pädagogische Konzept einer Naturparkschule unbezahlbar.

Natürlich stehen die Erst- bis Viertklässler im Mittelpunkt des Festaktes: Mathias Weingand, Anton Buchner, Johanna Unhoch und Simon Bußjäger umrahmen die Reden der Erwachsenen musikalisch mit ihren Ziach. Die Buben und Mädchen der dritten und vierten Jahrgangsstufe tragen ein Naturparkschul-Gedicht vor, und setzen später mit einem ganz alleine verfassten Theaterstück den Schlusspunkt. Zuvor erklären die Erst- und Zweitklässler mittels Naturpark-ABC was ihnen Umwelt und Natur bedeuten. Günter Bitala

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