Ein Hamburger in Bayern – Neuer Finanzamtsleiter aus dem hohen Norden löst Vorgänger in Feierstunde ab

V.li.: Reinhard und Petra Jakob, Angelika Geiger-Küpper (stv. Amtsleiterin), Engelbert Rieger (Personalrat), Reinhard Heger (Vizepräs. bayer. Landesamt Steuern) und Karin und Michael Bodenstedt. Foto: Geobel

Wer in den Ruhestand geht, bekommt meistens eine kleine Abschiedsfeier und die besten Wünsche für die Zukunft. Im Fall von Reinhard Jakob war es gleich ein ganzer Festakt. Viele geladene Gäste von Rang und Namen kamen am vergangenen Donnerstag im neuen Finanzamt Garmisch-Partenkirchen zusammen, um den ehemaligen Amtsleiter zu verabschieden.

Sichtlich bewegt von all den Danksagungen und Glückwünschen saß Reinhard Jakob mit seiner Frau in der Feierstunde. Mit den Gästen blickte er zurück auf insgesamt 35 Jahre Dienstzeit. Zum ersten Mal kam Jakob 1977 als Sachgebietsleiter nach Garmisch-Partenkirchen. Über Umwege, u.a. nach einer 20-jährigen Dozentenkarriere an der Herrschinger Finanzschule, wurde er 2006 Leiter des Amtes. In seine Amtszeit fiel u.a. die Auflösung der einzelnen Nebenstellen und die Vorbereitungen zum Umzug in das neue Gebäude in der Dompfaffstraße 5. Dass er den Umzug nicht mehr in seiner Amtszeit erlebte, bedauert er sehr, lobte er doch die innovative Bauweise, die Modellcharakter hat. Für seine Leistungen bekam Jakob viel Anerkennung. Eine besondere Auszeichnung erhielt er vom dritten Bürgermeister Hannes Krätz: Die Goldene Medaille des Marktes als höchste Auszeichnung, die ein Nichtbürger der Gemeinde erhalten kann. Lob und Anerkennung erfuhr er auch von Reinhard Heger, Vizepräsident des bayerischen Landesamtes für Steuern. Eine bayernweite Umfrage, so Heger, habe ergeben, dass das Finanzamt in Sachen Service und Beratung überdurchschnittlich gut abgeschnitten habe mit der Note 1,3. „Das ist eine hervorragende Leistung, vor allem angesichts der schwierigen Personalbesetzung“, lobte Heger diesen Einsatz. Genau wie Jakob hat er deshalb die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs zur „Chefsache“ erklärt: Bayernweit werden heuer 1800 Auszubildende eingestellt, auch in Garmisch-Partenkirchen sind weitere Stellen geplant. Der Blick in die Zukunft ist auch für Michael Bodenstedt Maßstab. Der gebürtige Hamburger, den es nach seinem Jurastudium in Bonn und München in den süddeutschen Raum zog, um in Finanzämtern in Augsburg, Kempten, Memmingen und Lindau leitende Positionen zu übernehmen, „ist kein Neu- ling“, sagte Heger. Bodenstedt weiß ebenfalls um den personellen Engpass. An die Angestellten gerichtet, bekräftigte er seine Absicht, die Aufgaben gemeinsam annehmen zu wollen in einem Umfeld von Offenheit, gegenseitigem Respekt, Teamgeist und Belastungsgerechtigkeit. „Aber da bin ich sehr optimistisch, weil alle hier sehr offen sind“, fügte er hinzu. Ein wenig Zeit zum Hineinschnuppern hatte er ja bereits. Bodenstedt wurde im März dieses Jahres zum Amtsleiter bestellt. Und dass der Hamburger, für den sich mit dem Posten hier als begeistertem Bergwanderer ein Traum erfüllt hat, seine Sache offensichtlich gut macht, war den Worten des Personalratsvorsitzenden Engelbert Rieger zu entnehmen: „Sie sind ein echter Teamspieler, an Sie gewöhnen wir uns gerne.“ Und mit dem Bayerisch würde es auch noch werden, fügte er hinzu. Immerhin, so schmunzelte der Hamburger, bestellt er beim Bäcker ja schon keine „Rundstücke“ mehr sondern Semmeln.

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