Herbes Wochenende – Zwei bittere Niederlagen für den SC Riessersee

Der ehemalige Riesserseer Daniel Oppolzer (re. vorne) schoss zwei Tore gegen seinen Ex-Verein. Fotos (2): Thomas Sehr

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TITUS FISCHER, GAP/Dresden – Keine Punkte gab es am vergangenen Wochenende für den SC Riessesee in der 2. Bundesliga. Dem 1:5 in Dresden folgte eine 2:9-Niederlage bei den Bietigheim Steelers. In Sachsen begannen beide Mannschaften mit viel Tempo und konnten sofort Torschüsse verzeichnen. Doch es dauerte bis zur elften Minute, ehe der erste Treffer fiel: Als die Werdenfelser das erste Mal in Überzahl agieren konnten – Aaron Reckers saß auf der Strafbank –, schoss Christian Völk von der Blauen Linie, den Abpraller vollendete Kapitän Tim Regan zum 1:0. Als David Appel einen Puck vertändelte, fiel der Ausgleich: Den Schuss von Dominik Hammer konnte Harti Wild auch im Nachfassen nicht sichern, Harry Lange konnte sich die Scheibe knapp vor der Fanghand des Werdenfelser Goalies schnappen und zum Ausgleich ins Tor drücken. Keine zwei Minuten später schoss der erste Block die Gastgeber in Führung: Patrick Jarrett passte auf Sami Kaartinen, der weiter zu Hugo Boisvert gab – 2:1. Mit diesem SCR-Rückstand ging es auch in die Pause. Für Harti Wild war die Begegnung dann beendet. Der Goalie hatte sich schon auf der Busfahrt nicht wohl gefühlt und musste nun seiner Grippe Tribut zollen. Für ihn kam Daniel Huber zwischen die Pfosten, der beim ersten Spiel in der Sachsenmetropole den 3:2-Sieg nach Verlängerung festhielt. Nun wurde er gleich geprüft. In der 23. Minute war er ohne Chance, als die Eislöwen im Powerplay – Brock Sheahan saß gerade draußen – erfolgreich waren. Hugo Boisvert war zur Stelle, um einen Abpraller nach einem Schuss von Sami Kaartinen zu nutzen und diesen ins rechte kurze Eck zu drücken. Auf dieses Tor antworteten die Werdenfelser mit wütenden Angriffsbemühungen. Aber an dieser Stelle rettete mehrfach Steve Silverthorn und die Latte bei einem Schuss von Greg Collins. Als Bastian Steingroß drei Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts das 3:1 in Überzahl – diesmal saß David Appel draußen – mit einem Knaller von der Blauen Linie schoss, kamen die Sachsen auf die Siegerstraße. Auch den Schlussabschnitt begannen die Eislöwen druckvoll: Sami Kaartinen scheiterte noch vor dem ersten Wechsel deutlich hörbar am Pfosten. Die Dresdner hatten das Spiel im Griff und bestimmten das Geschehen auf dem Eis. Sie standen konzentriert, arbeiteten aber auch druckvoll nach vorn und hatten auch noch gute Möglichkeiten, das Resultat in die Höhe zu schrauben, aber Huber konnte sich mit guten Reaktionen auszeichnen. 20 Sekunden vor der Schlusssirene schloss Dominik Hammer ein Powerplay – Alexander Deilert saß auf der Strafbank – mit dem fünften Treffer für sein Team ab und besiegelte einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg. „Wir haben drei Punkte verschenkt“, lautete die Analyse von Trainer Zdenek Travnicek. „Nach dem frühen Führungstor haben wir gedacht, es geht alles von alleine. Nach den beiden schnellen Gegentreffern ging dann aber überhaupt nichts mehr bei uns. Wir haben uns viel zu viele Fehlpässe geleistet und nicht mehr ins Spiel zurückgefunden. Am Ende hat Dresden verdient gewonnen. Nach dieser Niederlage wird es für uns jetzt verdammt schwer, doch noch die Play-offs zu erreichen.“ Sein Kollege Thomas Popiesch meinte: „Wir sind schlecht in die Partie gekommen, haben uns dann aber gesteigert. Positiv ist, dass wir drei Treffer in Überzahl erzielt haben. Wir haben bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Sieg gegen den SCR ist Balsam für die Seele der Fans, der Spieler und nicht zuletzt auch für die Seele der Verantwortlichen.“ Am Sonntag musste Wild gegen die Bietigheim Steelers wegen seiner Grippe erneut pausieren. Bereits in der ersten Minute wurde Steelers Stürmer Chris St. Jacques ins Tor gecheckt. Die daraus entstandene Verwirrung nutze Kapitän Doug Andress mit einem Schuss von der Blauen Linie zur 1:0 Führung. In der Folgezeit hatten Lubor Dibelka und Justin Zilla den Ausgleich auf dem Schläger, doch sie scheiterten an Goalie Sébastian Charpentier. Im direkten Gegenzug war es wieder Andress, der mit einem Knaller das 2:0 markierte. Im ersten Drittel erhöhten der Ex-Riesserseer Daniel Oppolzer, René Schoofs und Patrick Schmid auf 5:0, damit war die Partie bereits früh entschieden. Im Mittelabschnitt konnte Greg Collins den Ehrentreffer für den SCR erzielen, doch PJ Fenton in Überzahl und Brent Walton schraubten das Ergebnis nach 40 Minuten auf 7:1 für die Gäste. Im Schlussabschnitt verkürzte Alexander Deilert auf 2:7, ehe Barry Noe und Oppolzer den 9:2- Erfolg der Baden-Württemberger perfekt machten. „Nach dem 2:0 haben wir sehr konsequent gespielt und ich bin sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagte Bietigheims Trainer Kevin Gaudet. Sein Kollege Travnicek meinte: „Das war heute nicht unser Tag. Aber für mich war es die Folge des Spiels vom Freitag in Dresden. Wir sind gleich im ersten Drittel mit 0:5 im Rückstand gewesen. Dann haben wir gekämpft, aber das hat nicht gereicht. Wir müssen weiter den Kopf hoch halten, hart arbeiten und nach vorne schauen.“ Während die Riesserseer damit die Play-offs abgeschrieben haben (siehe Bericht auf Seite drei), hoffen die Baden-Württemberger immer noch aufs Viertelfinale. „Ich bin der Meinung, man muss immer arbeiten bis theoretisch nichts mehr geht. Man muss immer positiv bleiben, auch wenn es manchmal sehr schwer ist“, betonte Gaudet. Derzeit beträgt der Rückstand auf Rang acht für die Steelers, die zuletzt sieben Siege in acht Spielen feiern konnten, neun Zähler.

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