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Hochwasserfreilegung bei Murnau beginnt

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Von: Ilka Trautmann

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Sperrung
Die regelmäßige Sperrung der Staatsstraße 2062 zwischen Murnau und Schwaiganger (hier ein Symbolbild) soll schon bald der Vergangenheit angehören. Die Arbeiten zur Hochwasserfreilegung des überflutungsgefährdeten Teilstücks haben begonnen. © PantherMedia / Michael Röder

Murnau / Schwaiganger – Anfang August haben die Arbeiten für die Hochwasserfreilegung zwischen Murnau und Schwaiganger begonnen. Das Baufeld erstreckt sich zwischen der Zufahrt Achrain im Westen und der Zufahrt zur Deponie Schwaiganger im Osten. Der Landtagsabgeordnete Harald Kühn, seit vielen Jahren ein Verfechter der Maßnahme, ist zufrieden: „Durch die Anhebung dieser wichtigen Ost-West-Verbindung können künftig Sperrungen vermieden und auch bei Hochwasser die direkte Anbindung der überregional bedeutsamen Murnauer Unfallklinik gewährleistet werden.“

Konkret geht es um ein 720 Meter langes Teilstück der Staatsstraße 2062, das bei Stark- oder Dauerregen regelmäßig überflutet und deshalb für den Verkehr immer wieder gesperrt werden muss. Von Naturschützer gab es viel Kritik; sie halten das Projekt für überzogen. Ihre Petition an den Bayerischen Landtag verlief jedoch erfolglos. Für Murnau und Ohlstadt ist es eine Maßnahme, auf die man lange gewartet hat. So kann die Anbindung von Murnau an die A 95 auch bei Hochwasser gesichert werden. Das Projekt selbst ist eine Herausforderung, denn der instabile Untergrund muss zunächst mittels Betonstopfsäulen und einem darüber liegenden Tragsystem ausreichend stabilisiert werden.

In ersten Arbeitsschritten wird während der verbleibenden Monate bis in den Herbst 2022 eine Plattform für die Bohrgeräte seitlich der Fahrbahn hergestellt, um im Spätherbst mit der Herstellung der bis zu 10 Meter tiefen Betonstopfsäulen beginnen zu können. Zur Herstellung dieses Bohrplanums muss der Torf im Baufeld bis in eine Tiefe von ca. 1,0 Meter ausgebaut werden. Das Torfmaterial wird in Abstimmung mit dem Landratsamt Weilheim-Schongau und der Regierung von Oberbayern zur Renaturierung und Wiedervernässung eines ehemaligen Torfabbaugeländes verwendet. Die 2022 anstehenden Bauarbeiten werden seitlich der Fahrbahn durchgeführt, so bleibt die Staatsstraße mittels Ampelregelung befahrbar. Anfang 2023 erfolgt unter Vollsperrung der Staatsstraße die eigentliche Höherlegung der Fahrbahn um bis zu 2,75 Meter mit Durchlässen und die Herstellung des parallel zur Fahrbahn verlaufenden Geh- und Radwegs. Die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme ist für Ende 2023 geplant. Die Kosten belaufen sich auf 8,8 Millionen Euro. tra

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