Hund frisst Shrimp und kämpft ums Überleben – Toxikologischer Bericht gab Klarheit

Strychnin im Köder gefunden

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Das ist die dreijährige Nandi, ein Podengo Medio, die fast vergiftet wurde. Sie lebt bei Familie Mc Nab in Unterammergau.

Unterammergau – Als puren Zufall bezeichnet Catriona Mc Nab den Vorfall damals, den sie wohl so schnell nicht vergessen wird. Sie wollte nach ihrem kleinen Sohn sehen, der im Garten spielte. Als sie erkannte, was er in seinem kleinen Händchen hielt, schrie sie laut auf.

Angefangen hatte die Geschichte Anfang August. Catriona war mit ihren beiden Kindern auf der Wiesmahd. Nachdem sie schon eine halbe Stunde zu Hause war, fing Nandi, der dreijährige Podengo der Familie, an zu zittern und zu krampfen. „Ich dachte zuerst, dass sie vielleicht epileptische Anfälle hat, da unsere Katze das auch hat.“ Sie gab ihr ein homöopathisches Mittel, damit sie sich beruhigt. Doch der Hund fing das Brechen an. „Sie stank auch so fürchterlich. Ich wusste nicht, woher das kam“, erzählte sie. Dann fuhr sie mit Nandi zum Tierarzt. „Sie hat gehechelt und auf jeden Reiz überreagiert“, so Catriona. Der Tierarzt hatte den Hund in eine Narkose versetzt und den Magen sofort ausgespült. Die ganze Nacht blieb Catriona bei ihrem Hund. Sie hatte die Nacht überstanden. Man wusste, dass Nandi vergiftet wurde, aber er war nicht klar mit was. Ein toxikologischer Bericht seit zu teuer, hieß es beim Arzt. Schnell war sie wieder die Alte.

Es vergingen zwei Tage und der junge Podengo hatte den Vorfall gut überstanden. Es war Sonntag und die Kinder und die Hunde spielten draußen im Garten. „Ich weiß nicht, ob es ein Zufall war, aber ich dachte mir, ich schaue mal zu meinem zweijährigen Sohn, der im Sandkasten spielte. Ich machte die Haustüre auf und setzte mich zu ihm. Dann sah ich, wie Nandi wieder etwas im Maul hatte und kaute. Aus, rief ich zu ihr. Keine Sekunde später war mein Sohn schon dran und wollte es sich in den Mund stecken. Das konnte ich verhindern“, so Catriona. 

Shrimp mit Strychnin 

Sie schaute sich diesen Köder mal genauer an und bemerkte weiße Punkte auf dem Klumpen. „Ich packte es in den Kühlschrank und rief am Montag die Toxikologie in München an. Die sagten mir, es sei kein Problem, den tief gefrorenen Köder zu testen. Ich zahlte 150 Euro dafür. Das war es ihr wert. Ich schickte ihn ein und einige Zeit später kam der Befund: Ein Shrimp mit Strychnin.“ „Ich war geschockt. Das hätte nicht nur meinen Hund, sondern vielleicht auch mein Kind vergiften können“, sagt sie.

Wer macht so etwas? Diese Frage stellte sich die Familie Mc Nab. „Seit 30 Jahren ist dieses Gift europaweit verboten. Ich habe einfach mal versucht, selbst daran zu kommen, keine Chance. Es ist außerdem sehr aufwendig, diesen Köder zu präparieren. Man muss den Shrimp kochen, die Schale lösen und dann das Strychnin einfügen und die Schale wieder dran machen. Da muss sich jemand richtig gut auskennen und es sich auf dem Schwarzmarkt oder im Dark­net besorgt haben“, vermutet sie. Es muss auch eine bestimmte Dosis sein, damit die Tiere es nicht wieder ausspucken. 

Die ganze Situation ist für die Familie sehr belastend. „Wir haben keine Probleme mit unseren Nachbarn. Wir können uns nicht erklären, wieso ausgerechnet bei uns im Garten zwei Mal so ein Köder gefunden wurde.“ Catriona Mc Nab hat ein mulmiges Gefühl, wenn sie ihre Kinder und die Hündin in den Garten lässt. Sie appelliert an andere: „Wenn ihr Tier krampft und zittert, gehen Sie sofort mit ihm zum Tierarzt. Sollte etwas gefunden worden sein, bitte aufheben und einfrieren.“ 

Die Polizei wurde natürlich sofort informiert. Bleibt zu hoffen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

Von Alma Jazbec

 

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