In der kbo-Lech-Mangfall-Klinik erzielt man gute Erfolge mit diesem besonderen Angebot

Hunde-Therapie bewährt sich

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Kbo-Mitarbeiterin Theresa Reindl trainiert mit der einjährigen Leia.

GAP – Eine Pfote auf dem Bein seines Frauchens schaut der zweijährige belgische Schäferhund Kellan die Dipl.Psychologin Victoria Seitz aufmerksam an, die zwei sind schon ein eingespieltes Team und trainieren gerade die „Bitte, bitte“-Übung. In der kbo-Lech-Mangfall-Klinik Garmisch-Partenkirchen wird die tiergestützte Hunde-Therapie als wichtiges komplementärmedizinisches Angebot seit Jahren bei der Behandlung von psychiatrischen, psychosomatischen und neurologischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt.

Kellan (keltisch „Krieger“, „mächtiger Kämpfer“, was laut Seitz nur bedingt zutrifft) gehört schon zur zweiten Generation von Therapiehunden, die nun an ihre neuen Aufgaben herangeführt wird. Auch die weiße, einjährige Podenco-Hündin Leia mit ihren ausdrucksvollen dunklen Knopfaugen gibt Pfötchen auf Kommando und die Häschen-Übung absolviert sie schon wie ein Profi. Na klar gibt‘s dafür ein Leckerli, denn Belohnung ist ein wichtiger Lernansporn für den süßen kbo-Hundenachwuchs.

„Patienten fassen zu Tieren oft schneller Vertrauen als zu Menschen und Hunde sind ehrlich, einfühlsam und direkt, verlässlich und ihr Verhalten berechenbar“, erklärt Seitz, die als Therapiehundeführerin das Team und den Einsatz der Hunde koordiniert, den großen Erfolg dieser Therapieform. Die 32-Jährige hat vor einigen Jahren mit ihrer heute fünfzehnjährigen Hündin „Pandora“ mit der tiergestütztes Therapie in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Garmisch-Partenkirchen begonnen und sie inzwischen mit viel Eigeninitiative und Engagement ausgebaut. Nachdem nun Pandi, wie sie ihre älteste Hündin liebevoll nennt, schon vor einiger Zeit in den wohl verdienten Ruhestand gegangen ist, bekommen der schwarze Labradormischling Ferrusco, mit seinen sieben Jahren großer Bruder der kleinen Leia (beide gehören gemeinsam mit ihrem Frauchen Cristina Alves ebenfalls zum Therapieteam) und die siebenjährige Schäferhündin Yes mit den beiden Junghunden nun bald Verstärkung. Während Kellan den ersten Teil der insgesamt zweijährigen Ausbildung in den Bereichen Umwelt, Kontakt, Gehorsam und Personen schon erfolgreich absolviert hat, steht für Leia die Prüfung, die jedes Jahr wiederholt werden muss, noch aus.

Da es in Deutschland bislang noch keine Prüfungsordnung oder Zertifizierung gibt, legen die Hunde ihre offizielle Prüfung in Österreich ab. „Eine klare und konsequente Linie mit eindeutigen Kommandos und viel Lob bei Erfolg,“ erläutert die erfahrene Hundeführerin die wichtigsten Grundsätze für eine erfolgreiche Ausbildung. Noch wird es ein wenig dauern, bis die zwei Vierbeiner der neuen Generation so weit sein werden, um beispielsweise das Selbstwertgefühl von Patienten mit Borderline-Syndrom oder Demenz durch schnelle und sichtbare Erfolgserlebnisse (der Hund hört auf das eigene Kommando) zu stärken. Doch bald werden die beiden dann auch geistig behinderten oder traumatisierten Patienten, die sich verbal nur eingeschränkt äußern können, dabei helfen, den so wichtigen therapeutischen Zugang auf der emotionalen Ebene zu öffnen.

„In der Hundetherapiegruppe wird viel mehr gelacht als in anderen Gruppen, es geht lustiger und offener zu“, erklärt Seitz. Weitere Schwerpunkte dieser Therapieform liegen in der allgemeinen Aktivierung und Motivierung der Patienten. Weil Hunde einen hohen Aufforderungscharakter hinsichtlich Kontaktaufnahme und Zuwendung besitzen, lernen die Patienten, ihre Distanz aufzugeben, Nähe zuzulassen und sich durchzusetzen (Nein zu sagen). „Es hat sich gezeigt, dass unsere Patienten in der Hundetherapie hoch motiviert, entspannt und konzentriert sind und seelische Krisen und Traumata viel besser bewältigen“, zieht Seitz eine positive Bilanz. Derzeit trifft sich die Therapiegruppe mit jeweils sechs bis zehn Teilnehmern einmal in der Woche in der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Garmisch-Partenkirchen, eine ambulante Gruppe sowie eine Bewegungs-Therapie mit Hunden(„Agility-Therapie“) sind in Planung.

von Barbara Falkenberg

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