"Ich bin sehr erleichtert" – Maria Höfl-Riesch feiert ersten Saisonsieg in St. Moritz

Höfl-Riesch feierte ihren ersten Sieg der Saison. Foto: Titus Fischer

Am Sonntag war es so weit. Während in Garmisch-Partenkirchen der Super-G der Herren wegen starken Nebels abgesagt werden musste (siehe Bericht auf der Weltcupseite), feierte Maria Höfl-Riesch in St. Moritz ihren ersten Weltcupsieg der laufenden Saison. Sie gewann in der Schweiz die Super-Kombination vor ihrer Dauerrivalin Lindsey Vonn. „Ich bin sehr erleichtert“, strahlte die 27-Jährige nach dem gelungenen Rennen.

Das Wochenende im Nobel­skiort begann am Freitag mit einer Super-Kombination. Dabei feierte Vonn ihren siebten Saisonsieg. Höfl-Riesch verschenkte mit einem Patzer im Slalom ihre Siegchancen. Vonn zeigte wieder einmal, dass sie in den Speeddisziplinen in diesem Winter nahezu unschlagbar ist. Dazu zeigte sie, dass sie auch das Slalomfahren noch nicht verlernt hat. Sie gewann die erste Kombination der Saison vor der Slowenin Tina Maze und der Österreicherin Nicole Hosp. Die US-Amerika- nerin war beim Torlauf zwar nicht so schnell unterwegs wie Maze und Hosp, die sechs Zehntelsekunden Vorsprung aus der Abfahrt auf der Corviglia reichten ihr aber zum siebten Saisonsieg. „Oben habe ich viel Zeit verloren. Aber das ist egal, ich habe gewonnen und bin sehr, sehr froh“, sagte Vonn. Auch Höfl-Riesch war mit guten Aussichten auf einen Podestplatz in den Slalom gegangen. Die Drittschnellste der Abfahrt ließ im Torlauf jedoch die Sicherheit, die sie früher in dieser Disziplin ausgezeichnet hatte, vermissen. Sie wurde bereits nach wenigen Toren ausgehoben, musste zurücksteigen, kam mit 5,08 Sekunden Rückstand im Ziel an und schaffte es lediglich auf Rang 21. „Ich habe im Slalom keine gute Materialabstimmung. Wenn es eisig ist, habe ich große Probleme. Es war aber sicher auch ein Fehler von mir dabei“, so Höfl-Riesch. Am Samstag lief es bei der Garmisch-Partenkirchnerin deutlich besser. In der Abfahrt kam sie hinter Vonn auf Rang zwei. Die US-Amerikanerin flog die Piste förmlich hinunter und ließ die Konkurrentinnen mit einer Bestzeit von 1:43,65 Minuten weit hinter sich. Die 27-Jährige feierte damit den ersten Abfahrtserfolg in St. Moritz. Es war ihr 49. Sieg, ihr achter diese Saison. Damit ist sie der Schweizerin Vreni Schneider dicht auf der Spur. Noch sechs Siege und sie egalisiert deren 55 Siege. Die meisten Weltcupsiege in der Geschichte feierte die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll mit 62. Vonn ist auch einem anderen Rekord auf der Spur: Wenn sie alle Abfahrten der Saison gewinnt, dann knackt sie Schneiders Rekord von 14 Siegen in einem Winter. „Klar, weiß ich von den Rekorden, die sind schon irgendwie in meinem Kopf. Aber ich schaue immer von Rennen zu Rennen.“ Höfl-Riesch konnte der Überfliegerin auf der Engiadina-Piste annähernd das Wasser reichen , allerdings mit einem Rückstand von 1,42 Sekunden. Die Garmisch-Partenkirchnerin war 2010 ganz oben gestanden. Jetzt reichte es immerhin auf Platz zwei hinter der Dauerrivalin. „Jede Podestplatzierung ist natürliche ein Erfolgserlebnis“, strahlte die 27-Jährige. Sie hatte nach dem verpatzten Auftritt vom Tag zuvor dem Erfolgsdruck stand gehalten und war glücklich über das herausragende Ergebnis. „Ich fühle mich in den Speeddisziplinen sowieso im Aufwärtstrend“, sendete sie selbstbewusst eine Kampfansage an Vonn. „Ich hoffe, dass ich dann so Slalom fahren kann, wie ich es drauf hab“, prophezeite sie für Sonntag – sie sollte Recht behalten. Eine starke Fahrt setzte auch Tina Weirather in den Schnee. Die Liechtensteinerin ließ auf Platz drei nicht nur Speedqueen Elisabeth Görgl hinter sich. „Gestern hab ich’s ein bisschen verbremst, heute wollte ich mehr Gas geben“, so die 22-Jährige. Auch Tina Maze musste sich hinter Weirather einreihen. Die Slowenin nahm's gelassen, „ich war ein bisschen langsam“, schmunzelte sie über Platz vier. Am Sonntag schlug dann die große Stunde von Höfl-Riesch. Die Garmisch-Partenkirchenerin hatte nach dem Super-G noch 23 Hundertstelsekunden Rückstand auf Vonn. „Wenn man so knapp hinter der Lindsey Vonn liegt, kann man sagen, dass es ein guter Lauf war“, strahlte die 27-Jährige zur Halbzeit. „Ich versuche locker zu bleiben, denn ich hab nichts zu verlieren“, gab sich Höfl-Riesch vor dem Finallauf betont gelassen. Dort war sie stärker unterwegs als Vonn und verhinderte damit den dritten Sieg der US-Amerikanerin in St. Moritz. Die Entscheidung jedoch ein Herzschlagfinale – Höfl-Riesch hatte „es schon abgehakt.“ Denn Vonn führte im oberen Teil der Slalom-Strecke. „Doch ich hab es unten besser erwischt“, freute sich die Gesamtweltcupsiegerin. Die Differenz am Ende nur 0,03 Sekunden. Die Freude entsprechend groß: „Gott sei Dank mein erster Sieg in der Saison“, so Höfl-Riesch sichtlich erleichtert. Nervenstark hatte sich auch Nicole Hosp gezeigt. Die Österreicherin machte im Finale den Sprung von Platz 28 aufs Podest perfekt. Vonn gratulierte ihrer Rivalin: „Ich bin sehr froh für Maria. Aber es wäre sehr schön für mich gewesen, wenn ich meinen 50. Sieg gefeiert hätte. Aber Maria war heute zu schnell.“ Die allerdings sicher ist, dass das Jubiläum nicht lange auf sich warten lässt. „Ich hatte meine Probleme früher in dieser Saison, aber jetzt bin ich genau da, wo ich sein will“, betonte die dreimalige Gesamtweltcupsiegerin. Auch DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier war zufrieden mit der Leistung, allerdings mit Höfl-Riesch: „Für die Maria war es mit den Platzierungen ein sehr gutes Wochenende. Wenn du Erste und Zweite wirst, gibt es gar nichts auszusetzen.“ Im Gesamtweltcup konnte Vonn ihre Führung weiter ausbauen. Mit 1250 Punkten liegt sie weit vor Tina Maze aus Slowenien (863 Zähler) und Titelverteidigerin Höfl-Riesch (696 Zähler).

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