Bürgerdemokratie bringt Idee zum guten Ende

Eröffnung der "Realschule im Blauen Land" mit Festakt und Ministerbesuch

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Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (li.) freut sich mit Realschuldirektor Ralf Hawelka über die gelungene „Realschule im Blauen Land“.

Murnau – Vor drei oder vier Jahren standen Dr. Ludwig Spaenle, Harald Kühn und Dr. Michael Rapp auf einer Wiese an der Weindorfer Straße, gegenüber dem Staffelsee-Gymnasium. Im Gespräch der drei stellte Kultusminister Spaenle einen Geistesblitz in die Runde – und malte gedanklich zu einem Fragezeichen auch gleich ein Ausrufezeichen: „Das wär’s doch, oder?!“ Gemeint hatte er das weitläufige Grundstück als Standort für die neue Murnauer Realschule.

Aus diesem einfachen „Das wär’s doch“ wurde über die Jahre ein starkes „Das ist es!“ Heuer, am Josefi-Tag, war feierliche Eröffnung der „Realschule im Blauen Land“ mit Honoratioren, Ehrengästen und dem christlichen Segen; mit Festreden, Schulband und Chor. 

Nach dem offiziellen Teil hielten die Erwachsenen bei Häppchen und Sekt Smalltalk. Die Buben und Mädchen bekamen jede Menge Leberkäse, Limo und für den Rest des Tages schulfrei. 

In seiner Begrüßung hatte Landrat Anton Speer festgestellt, dass es über die Murnauer Realschule nur Gutes zu berichten gebe. Das solle so bleiben, meinte er mit Nachdruck. Und warum auch nicht? Jedenfalls waren alle Redner voll des Lobes über die gelungene Architektur des Baues, über die Einhaltung des Zeit- und Kostenplanes. Kein unwesentlicher Faktor, schließlich geht es um eine Summe von 21 Millionen Euro. 

Und vor allem sprachen sie alle übereinstimmend von einer starken „Bürgerdemokratie“ – diesen Begriff prägte Bürgermeister Rolf Beuting in seinem Grußwort. Gemeint sind jene Menschen, die eine Idee von der Realschule entwickelten und beharrlich Kommunal- wie Landespolitiker immer wieder schubsten, diese Idee bis zum guten Abschluss zu bringen: Eine dreizügige Realschule für Buben und Mädchen in Murnau. Was zum Schuljahr 2011/12 als kleine Zweigstelle der Realschule Penzberg mit 54 Schülern und 13 Lehrkräften begann, präsentiert sich nun als selbstständige und moderne Bildungseinrichtung, die konstant wächst. 

Platz für 330 Schüler

Noch ist die Murnauer Realschule nicht fertig, bis 2017 entstehen eine Mensa, zusätzliche Klassenzimmer und eine Turnhalle, deren Bodenplatte just am Tag der Einweihung gegossen wurde, mit 80 Lkw-Landungen Beton. 

Realschuldirektor Ralf Hawelka nennt Zahlen: 330 Buben und Mädchen werden von 25 Lehrkräften unterrichtet. Ihnen stehen in modernst ausgestatteten Räumen zum Beispiel 130 Computer zur Verfügung – aber auch die traditionellen grünen Tafeln, von jeweils sechs Quadratmetern Größe: „Wir nutzen zwar neue Techniken, sind aber von ihnen nicht abhängig.“ 

Kultusminister Ludwig Spaenle freute sich über den Namen der neuen Schule – „Realschule im Blauen Land“: „Es ist gut und richtig, dass eine Schule nach dem Ort benannt wird, in dem sie daheim ist. In diesem Fall ‚Das blaue Land‘ – das zeugt von Traditionsbewusstsein, aber auch von der Bereitschaft, neue Ideen und Strömungen aufzunehmen.“ 

Bürgermeister Rolf Beuting appellierte angesichts der Verkehrssituation an der Wein- dorfer Straße an Eltern, die ihre Schützlinge tagtäglich mit dem Auto bis zur Schultüre kutschieren: „Nutzen Sie für den Hol- und Bringdienst bitte den Parkplatz am Kemmelpark. Von dort aus sind es nur 571 Meter bis zur Realschule.“ Es widerspreche nicht den Menschenrechten, so Beuting, ein paar Schritte zu Fuß zu laufen. 

Ein paar Wünsche für die Zukunft wurden auch formuliert: So sähe es Ralf Hawelka gerne, wenn die Realschulen in Murnau und in Schlehdorf enger zusammenarbeiten würden. Und Bürgermeister Rolf Beuting entwarf die Vision für einer Schwimmhalle: „Wir haben in Murnau über 1000 Schüler, aber keine Möglichkeit einen dringend erforderlichen Schwimmunterricht zu organisieren.

Von Günter Bitala 

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