"Ihr werdet immer meine Helden sein" – Bewegende Jahreshauptversammlung der FFW Weindorf-Froschhausen

Feuerwehrmänner sind nun Florian Scherer, Johannes Gail, Sebastian Göpfert und Magnus Schwarzensteiner. Oberfeuerwehrmänner sind Anton Neuner, Martin Häringer und Ludwig Betzmeier. Neuer Löschmeister ist Hansi Scherer. Geehrt für 25 Jahre Dienst wurden Stefan Schalch, Karl-Heinz Reinholz und Markus Krautnic, eine Urkunde für 30-jährige Mitgliedschaft bekam Josef Lutz. Foto: Bitala

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GÜNTER BITALA, Weindorf/Froschhausen – Neulich ist es ganz still gewesen, im Gasthof St. Leonhard in Froschhausen. Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Weindorf-Froschhausen hielt ihre Jahresversammlung ab, und der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Murnau, Michael Winkle, las dabei einen Brief vor, den eine Frau geschrieben hatte, die während des Großbrandes vom 1. November 2010 am Murnauer Ostermannweg schwer verletzt worden war. Das sind Zeilen, die selbst langjährige Feuerwehr-Kameraden wie Günter Hertel tief beeindrucken: „Wir erfahren ja nur sehr selten, wie die Opfer eines Unfalles oder eines Feuers das Geschehen selbst erleben, und wir wissen nur wenig, wie es ihnen in den Wochen und Monaten danach geht.“ Die Chemnitzerin schilderte, wie sie damals den Geburtstag ihrer Murnauer Freundin feiern wollten, wie sie am frühen Morgen des Allerheiligen-Tages inmitten eines Flammenmeeres aufwachten. Sie erzählt, dass sie mit ihrem Leben abgeschlossen hatte und sich per Handy von ihrem Mann verabschiedete, der im 500 km entfernten Heimatort zurückgeblieben war: „Dann bin ich eingeschlafen.“ Später, als sie wieder zu sich kam, blickte die Frau in lauter fremde Gesichter, die alle dasselbe fragten – wie sie heiße, wie es ihr gehe, wo sie Schmerzen habe. Ihr erster Wunsch war es, noch einmal mit ihrem Mann zu telefonieren, um ihm zu sagen, dass sie, die Freundin und die Kinder diese Brandkatastrophe überlebt haben. Wochenlang musste die Frau in der Unfallklinik bleiben, bis die Brandwunden einigermaßen verheilt waren. Ihren Brief beendet sie mit den Worten: „Ihr Feuerwehrler, wir kennen uns nicht persönlich. Aber Ihr werdet immer meine Helden sein!“ Der aufwühlende Brief passte gut zu einen Satz aus dem Grußwort von Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger: „Immer wenn die Sirenen heulen oder die Alarmpiepser anschlagen, wissen wir auf dem Weg zum Einsatzort nicht, was uns dort erwartet.“ Um auf alle möglichen Notfälle vorbereitet zu sein, heißt es auch für die Männer der vermeintlich kleinen Wehren wie in Weindorf sich qualifiziert auszubilden und durch regelmäßige Übungen fit zu halten. Kommandant Karl-Heinz Reinholz verdeutlicht das mit Zahlen: „Die Feuerwehr Weindorf veranstaltete 2011 insgesamt 47 Übungen und Ausbildungstage. Dabei kamen 1400 Stunden zusammen.“ Die enge Verbundenheit der einzelnen Ortsfeuerwehren – Murnau, Weindorf-Froschhausen, Hechendorf – zeigt sich nicht zuletzt an gemeinsamen Übungen und Kameradschafts-Veranstaltungen. Sechs Mal wurde das Leistungsabzeichen abgelegt, fünf Mal die Ausbildung zum Truppmann. Zu 18 Einsätzen wurden die 40 Aktiven der Feuerwehr Weindorf-Froschhausen gerufen. Darunter waren die Brandstiftungsserie und der sogenannte Dehnfugenbrand in der Unfallklinik Murnau. Insgesamt stehen sechs Brände in der Statistik des vergangenen Jahres, sieben technische Hilfeleistungen, drei Fehlalarme und die Sicherheitswachen anlässlich der Leonhardi-Wallfahrt und des Martini-Umzuges. Der stellvertretende Vorsitzende der Feuerwehr Weindorf-Froschhausen Peter Mann leitete die Jahresversammlung. Er bedankte sich bei Bürgermeister Dr. Michael Rapp für die gründliche Sanierung des Feuerwehrhauses. Außerdem freute sich Mann, dass es noch in diesem Frühjahr ein neues Feuerwehrauto geben wird – einen Mercedes-Sprinter, der als Mehrzweckfahrzeug mit Material für die Einsatzleitung-Unterstützungsgruppe bestückt wird. Die gute Zusammenarbeit der Weindorfer Wehr mit der Polizei unterstreicht Kommissar Christian Amsi: „Wir Polizisten sind immer wieder von der Einsatzmotivation der Feuerwehrler beeindruckt.“ Bürgermeister Dr. Michael Rapp sagte, dass die „Sozialklammer in Murnau“ stimmt: „Hier leben Menschen, die sich umeinander kümmern.“

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